Anmelden | Registrieren
Drucken

Sieben Fragen zum Alkohol

Bier, Wein oder Sekt – zu einem guten Essen gehört für viele auch ein guter Tropfen. Aber wie sieht maßvoller Genuss aus?


"Prost Schatzi!" Zu besonderen Anlässen dürfen Sie sich ein Gläschen gönnen

Welcher Wein passt zu welchen Speisen?

Das bestimmt vor allem die Soße, nicht das Fleisch, erläutert Experte Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut in Mainz. Dunkle, geschmacksintensive Soßen harmonieren besser mit den Gerbstoffen des Rotweins, helle Soßen besser mit Weißwein. Bei einem sehr gehaltvollen Essen ist ein Wein mit einem Alkoholgehalt um 13 Prozent angebracht.

Bei einer scharfen Speise sollte er mild sein, denn Alkohol verstärkt die Schärfe. Allgemein vertragen sich süß und süß gut. Sauer und sauer harmonieren dagegen schlecht. "Zu einer Vinaigrette trinkt man am besten keinen Riesling, sondern etwas Mildes, etwa einen Silvaner oder einen Grau- oder Weißburgunder."


"Wein auf Bier, das rat ich dir. Bier auf Wein, das lass sein." Ist da etwas dran?

Wissenschaftlich lassen sich beide Behauptungen nicht belegen. Nicht die Reihenfolge der Alkoholika ist entscheidend, sondern die getrunkene Menge. Allgemein ist es nicht ratsam, durcheinanderzutrinken, vor allem wenn Liköre, Cocktails oder kohlensäurehaltige Getränke wie Sekt im Spiel sind, da sie besonders schnell in das Blut gehen.

Und noch ein Tipp: Alkohol entzieht dem Körper Wasser. Wer aber mindestens genauso viel Wasser wie Wein oder Bier trinkt, fühlt sich am nächsten Morgen nicht ganz so unwohl.

Vertragen sich Alkohol und Arzneien?

"Nein", meint Dr. Martin Allwang, Apotheker aus Baierbrunn. "Die Wechselwirkungen können für Patienten gefährlich werden." Viele Medikamente behindern den Abbau von Alkohol, giftige Stoffe können sich im Körper anreichern. Hochprozentiges wiederum beeinträchtigt die gewünschte Wirkung des Medikaments oder hebt sie auf. Nebenwirkungen verstärken sich meist.

In Verbindung mit Arznei können schon kleine Mengen Alkohol fahruntüchtig machen. Nicht zuletzt belastet der Alkohol-Medikamenten-Mix die Leber. Viele Menschen, die regelmäßig und auf Dauer Medikamente nehmen, tun sich allerdings oft schwer, ganz auf Alkohol zu verzichten. Fragen Sie in diesem Fall den Arzt oder Apotheker, bevor Sie zum Glas greifen.

Woher kommt der Bierbauch?

"Der Kaloriengehalt von Alkohol wird immer wieder unterschätzt", meint Dr. Wolfgang Wesiack vom Berufsverband Deutscher Internisten. "Zudem essen Männer, die viel trinken, oft mehr und treiben wenig Sport."

Eine weitere Erklärung: "Hopfen und Hefe regen die Produktion weiblicher Sexualhormone an. Das kann bei häufigem Biergenuss zu einem sichtbaren Brustansatz führen", erklärt Lebensmittelchemiker und Buchautor Udo Pollmer.

Punsch, Bowle & Cocktails: Geht das auch ohne Rum, Sekt oder Wodka?

"Diese Getränke schmecken auch ohne Alkohol und leisten einen Beitrag zur täglichen Flüssigkeitsaufnahme", erklärt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

Auf der Basis von Milch, Kefir, Buttermilch, Sahne oder Joghurt, aber auch mit Mineralwasser oder Fruchtsäften bieten sich vielfältige Möglichkeiten der Zubereitung an. "Wählen Sie am besten Fruchtsäfte ohne Zuckerzusatz, denn auch alkoholfreie Cocktails enthalten relativ viele Kalorien", rät Gahl.  

Gibt es eine Grenze, bis zu der Alkohol als unbedenklich gilt?


Nein. Wer nur selten Alkohol trinkt, lebt am gesündesten. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt zwar einen Richtwert von 20 Gramm Alkohol pro Tag für den gesunden Mann und zehn Gramm Alkohol für die gesunde Frau als gesundheitlich verträglich an.

"Aber dies sind wirklich nur Richtlinien, die individuellen Verträglichkeiten sind sehr unterschiedlich", erklärt Antje Gahl. "Auch sollten diese Obergrenzen nicht täglich, sondern nur ab und zu strapaziert werden." 

Verträgt man im Alter weniger Alkohol?

Ja. Mit steigendem Alter sinkt der Wasseranteil im Körper. Das bedeutet: Die gleiche Menge getrunkenen Alkohols verteilt sich im Vergleich zu Jüngeren bei älteren Menschen auf weniger Körperflüssigkeit. Die Folge: Der Alkoholpegel steigt. Gleichzeitig braucht eine ältere Leber länger für den Abbau. Mengen, die früher problemlos vertragen wurden, führen mit einem Mal zu Trunkenheit oder zu Stürzen und anderen Unfällen.



  1. 1
  2. 2

Barbara Erbe / Senioren Ratgeber; 30.12.2010, aktualisiert am 23.04.2011
Bildnachweis: Thinkstock/Pixland

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Im Alter Führerschein abgeben?

Auf www.apotheken-umschau.de

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

Sudoku

Lieben Sie es, mit Zahlen zu knobeln? Dann können Sie sich auf unserer Sudoku-Seite so richtig austoben »

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, das ähnlich wie das klassische Memory® funktioniert »

© Wort & Bild Verlag GmbH & Co KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Arzt- Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Diabetes Ratgeber mit Informationen zu Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung