Hausnotruf: Kosten und Systeme

Bevor Sie sich ein Hausnotrufsystem zulegen, sollten Sie einige Dinge beachten: Wir klären die wichtigsten Fragen

von Silke Becker, aktualisiert am 09.02.2016

Mit einem Notrufarmband kann man sogar unter die Dusche

/Darius Ramazani/Initiative Hausnotruf

Wie funktioniert ein Hausnotrufsystem?

Hausnotrufsysteme versprechen Sicherheit im Ernstfall. Drückt man den Alarmknopf, kann man über eine extrem starke Freisprechanlage Hilfe rufen, auch wenn man es nicht mehr bis zum Telefon schafft.

Notrufzentrale: Das Gerät baut innerhalb von Sekunden eine Verbindung zu einer Notrufzentrale auf, die rund um die Uhr besetzt ist. Hier sind alle wichtigen Informationen hinterlegt. So kann der Mitarbeiter je nach Situation Hilfe organisieren.
Telefonlisten: In das Gerät werden frei wählbare Telefonnummern eingespeichert. Im Ernstfall ruft die Maschine vollautomatisch eine Nummer nach der anderen an, bis jemand den Hörer abnimmt. Nachteil:Bevor man endlich Hilfe erreicht, verstreicht vielleicht zu viel wertvolle Zeit.


Wie weit reicht der Notruf?

Feste Systeme funktionieren nur zu Hause. Das Gerät wird an die Telefonsteck­dose angeschlossen. Den separaten Alarmknopf, auch Funkfinger genannt, trägt man immer bei sich, meist als Armband oder Anhänger. Die Funkfinger sind wasserfest und sollten auch beim Duschen dranbleiben, da viele Unfälle im Bad passieren. Wichtig: testen, ob die Sprechverbindung in allen Räumen richtig klappt.

Mobile Systeme funktionieren auch unterwegs. Sie haben eingebaute GPS-Sender, die der Notrufzentrale den aktuellen Standort melden. Zur Wahl stehen normale Handys mit Notfallknopf, leicht bedienbare Zwei-Tasten-Geräte, mit denen man aber nicht telefonieren kann, und Modelle, die unauffällig in schicke Armbanduhren eingebaut sind.

Wo bekomme ich ein Gerät?

Bei Wohlfahrtsverbänden und privaten Unternehmen. Doch nicht alle Angebote sind gut, hat die Stiftung Warentest herausgefunden.
Unterschiede gab es bei der Beratung, der Installation und dem Verhalten der Mitarbeiter der Notrufzentrale. Testsieger waren das Deutsche Rote Kreuz, der Malteser Hilfsdienst und die Johanniter Unfall-Hilfe.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Beim Kauf fallen je nach Modell manchmal mehrere Hundert Euro an. Dazu kommen monatliche Servicekosten. Mieten geht aber auch. Die Pflegekasse übernimmt in der Regel maximal 10,49 Euro Anschlussgebühr plus 18,36 Euro pro Monat. Für diesen Betrag bekommt man bei vielen Anbietern ein Basispaket für die eigene Wohnung. Mobile Geräte sind teurer, ab etwa 40 Euro pro Monat. Auch Zusatzleistungen kosten extra, etwa die Hinterlegung eines Wohnungsschlüssels oder tägliche Kontrollen, ob alles in Ordnung ist.

Was ist bei einem Vertrag zu beachten?

Verbraucherzentralen empfehlen einen Vertrag ohne Mindestlaufzeit mit einer Kündigungsfrist von höchstens zwei Wochen. Oft ist ein Probemonat möglich. Vor der Unterschrift sollte man klären, ob bei einem Fehlalarm Kosten entstehen. Bei Mietgeräten sollte der Anbieter Wartung und Reparatur übernehmen.


Achtung, neue Anschlüsse:

Momentan erhalten viele Telefonkunden Post, weil die klassischen analogen Telefonanschlüsse auf moderne IP-Technik umgestellt werden. Nach der Umstellung funktionieren die bisherigen Hausnotruf-Systeme nicht mehr und müssen ausgetauscht werden. Betroffene Kunden sollten sich deshalb umgehend mit dem Anbieter des Hausnotrufs in Verbindung setzen.



Bildnachweis: /Darius Ramazani/Initiative Hausnotruf

ReadSpeaker

So lassen Sie sich unsere Artikel vorlesen  »

Seniorin am Laptop

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Sind Sie abergläubisch?

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages