Viele Veränderungen im Alter können auch den Körpergeruch beeinflussen: Was man isst, wie man sich kleidet, ob die Haut trocken oder feucht ist. Häufig sind auch Gefühle im Spiel, wenn wir Gerüche anders wahrnehmen.
Für einen veränderten Körpergeruch im Alter gibt es verschiedene Gründe:
1. Eine Rolle spielt die Ernährung. Was wir essen, wirkt sich auf unsere Ausdünstungen aus. Diesen Zusammenhang kennt jeder von so dominanten Lebensmitteln wie Knoblauch. Im Alter verändert sich die Ernährung manchmal durch äußere Umstände, z.B. durch den Umzug in ein Seniorenwohnheim. Wenn der Speiseplan dort anders zusammengesetzt ist, etwa mehr Eiweiß und weniger Kohlenhydrate enthält, verändert sich die Ausdünstung über die Haut.
2. Manchmal ist ein veränderter Körpergeruch bei älteren Menschen auch durch eine Störung des Stoffwechsels bedingt. Lässt die Funktion der Ausscheidungsorgane Leber und Niere nach, bleiben vermehrt Schlackenstoffe im Körper zurück. Ist zum Beispiel die Nierenfunktion gestört, riecht die Haut manchmal nach Urin. Allerdings ist das erst dann der Fall, wenn auch andere Krankheitszeichen auftreten.
3. Ein dritter Faktor, der den Körpergeruch beeinflusst, ist die Besiedelung der Haut mit Bakterien. Der Schweiß selbst riecht nicht. Wird er aber von Bakterien zersetzt, entsteht ein typischer unangenehmer Geruch, der sich je nach Hautbesiedlung verändert. Bei älteren Menschen geht die Produktion der Talg- und Schweißdrüsen insgesamt zurück. Die Haut wird trockener. Damit verschiebt sich auch das Spektrum der Hautkeime.
4. Wenn man als Einzelperson den veränderten Geruch einer Person wahr nimmt, liegt der Grund möglicherweise darin, dass sich die Gefühle zu dieser Person geändert haben. Diesen Zusammenhang von Psyche und Geruchswahrnehmung kennen wir auch von langjährigen Beziehungen, wenn ein Partner den anderen einfach „nicht mehr riechen kann“. Er stört sich plötzlich an dem Geruch des anderen, obwohl der Geruch sich nicht verändert hat – wohl aber die Gefühle zwischen beiden Partnern.
Über Gerüche wird zurzeit viel geforscht. Wir fangen aber gerade erst an zu begreifen, was Gerüche alles in uns auslösen können. Außerdem fällt es uns schwer, Düfte genau zu beschreiben. Wenn man z.B. meint, eine Person rieche wie ein alter Schrank, dann fällt einem die Unterscheidung, ob es ein Geruch nach Holz, Mottenkugeln oder ungewaschenen Kleidungsstücken ist, trotzdem nicht leicht.
(Quelle: Senioren Ratgeber)
Senioren Ratgeber; 12.09.2005, aktualisiert am 07.05.2006
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