Ob Algenmaske, Knieguss oder Durstlöscher: Wasser entspannt und hilft, neue Kräfte zu tanken. Gezielt angewendet, schafft es Erleichterung bei Gelenkproblemen, Übergewicht und Hautkrankheiten
Immer ein schöner Anblick: Das Meer in Bewegung
Fit mit Meerwasser und Algen
An Nord- und Ostsee, an der Küste der Bretagne und Tunesiens gibt es eine besondere Badekur: Thalasso. Sie setzt auf die heilsame Wirkung von Algen, Schlick, salzhaltigem Meerwasser und dem belebenden Seeklima mit viel Sonne und Wind. „Die Kur wird ärztlich betreut. Neben typischen Anwendungen wie heißen Algenpackungen, Gymnastik im Meerwasserpool und Sole-Inhalationen gehören dazu auch Entspannung, Ernährungsumstellung und aktive Bewegung wie etwa Walking entlang der Brandungszone“, sagt die Thalasso-Expertin Dr. Regina Schwanitz.
Jeder Kurgast erhält täglich drei Einzelbehandlungen, die – je nach Beschwerdebild und Vorerkrankungen – individuell zusammengestellt werden. Thalasso hat eine nachgewiesene Wirkung bei Atemwegs-, Gelenk- und chronischen Hauterkrankungen sowie bei Erschöpfungszuständen.
Macht die Haut samtweich: Eine Algenmaske
Salz auf die Haut
Der Salzgehalt im Toten Meer ist etwa zehnmal höher als im Mittelmeer. Für Menschen mit chronischen Hautkrankheiten ist der See im Grenzgebiet von Israel und Jordanien ein begehrter Kurort. Der hohe Salzgehalt hilft bei Schuppenflechte und Neurodermitis. Viele Kosmetika nutzen den wohl tuenden Effekt. In Apotheken gibt es das Meersalz als Badezusatz, Duschgel oder Hautlotion.
Jogging – mal anders
Beim Aqua-Jogging schreiten die Teilnehmer in einer laufähnlichen Bewegung durch ein kühles, tiefes Schwimmbecken. Die Bewegungen ähneln denen eines Joggers an Land. Die Füße berühren jedoch nicht den Boden. Um den Körper auszubalancieren, ist Körpergefühl und Bauchspannung nötig. Ein Hüftgürtel aus Schaumstoff sorgt für Auftrieb. Ideal für Menschen mit Gelenkbeschwerden, die ihre Ausdauer verbessern möchten. Kurse bieten Schwimmbäder an. Nicht zu verwechseln mit Aqua-Gymnastik, die im wärmeren Wasserbecken stattfindet und Kraft, Koordination sowie Beweglichkeit fördert.
Fahrradfahren mal anders: Aqua-Cycling
Pedale treten unter Wasser
Patienten, die nach Knieoperationen oder Knochenbrüchen ihre Muskulatur gezielt, aber schonend aufbauen wollen, profitieren vom Unterwasser-Radfahren, neudeutsch Aqua-Cycling. Wer im Wasser in die Pedale tritt, benötigt aufgrund des Wasserwiderstandes dreimal so viel Kraft wie an Land. Der Auftrieb sorgt dafür, dass man den Mehraufwand kaum spürt.
Schmerzarm mobilisieren
34 Grad warmes Wasser, die Wassertiefe beträgt 1,20 Meter. Im Bewegungsbecken machen sich Physiotherapeuten die Auftriebskraft zunutze: „Im Wasser sind wir nur ein Siebtel so schwer wie an Land. Das entlastet die Gelenke und hilft etwa bei Arthrose, den Körper zu mobilisieren “, sagt die leitende Physiotherapeutin Sabine Wilke vom Klinikum Großhadern in München. „Die Wärme löst auch muskuläre Verspannungen.“
Guss für die Gefäße
Regelmäßige, kalte Güsse nach Kneipp trainieren die Gefäße, regulieren den Blutdruck und mildern Venenleiden. Der Kältereiz trainiert außerdem das Immunsystem und macht weniger anfällig für Erkältungen. Dazu am besten den Duschkopf abschrauben und das Wasser auf kalt stellen. Am rechten Fuß außen beginnen. Den Schlauch langsam aufwärts bis zur Hüfte führen und an der Beininnenseite bis zur Ferse wandern lassen. Dasselbe am linken Bein wiederholen. Das Wasser danach nur abstreifen und sofort warme Socken anziehen.
Senioren Ratgeber;
25.09.2009, aktualisiert am 30.09.2009
Laif GmbH/Julia Knop, iStock/fotofrankyat, A1PIX/Tetra Images
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