Zwingt die Last des Lebens in die Knie oder fährt Stress ins Kreuz, zeigt Daniel Wilk Auswege
Autogenes Training: Adelheid Maul entspannt und geht auf Fantasiereise
Klinikpatienten können mithilfe des Therapeuten den richtigen Umgang mit Schmerzen erlernen, auf Wunsch führt er auch psychologische Einzelgespräche. Speziell am Herzen liegt dem Experten autogenes Training. In Bad Krozingen steht diese therapeutische Mußestunde regelmäßig auf dem Pflichtprogramm, häufig nutzt Wilk diese Zeit, um auf Fantasiereise zu gehen: „Ich bin ein ganz besonderes normales Blatt“, liest er heute aus einem seiner Bücher den 20 Patienten vor, die es sich auf Liegen bequem gemacht haben.
„Ich habe keine Schmerzen gespürt“, schildert ein beleibter Herr nach der Stunde. Adelheid Maul „war ganz weit weg“. Und doch sich ganz nah, glaubt Wilk, „beim autogenen Training zieht sich jeder auf sich selbst zurück“. Entlastung pur für die Seele. Die Verkrampfungen lösen sich, Muskeln entspannen sich. Regelmäßiges autogenes Training, so betont Psychotherapeut Daniel Wilk, senkt nachweislich den Verbrauch von Schmerzmitteln.
Nicht jeder lässt sich auf solch eine erfolgversprechende Therapie ein. „Viele Menschen gehen schlecht mit ihrem Körper um“, bedauert Claudia Bertsch. Gleich ob Samba oder Chopin – die Tanztherapeutin möchte mit Klängen und Rhythmus ihren Schützlingen helfen, wieder liebevoller mit sich umzugehen. Adelheid Maul hat beschlossen, dieses Therapieangebot auszuprobieren. Sich frei zur Musik zu bewegen genießt die 61- jährige Patientin offenkundig, die lateinamerikanische Musik scheint sie zu einer Reise in andere Welten zu animieren: Sie bewegt ihre Arme wie Flügel, als wolle sie einfach mal abheben – ohne Schmerzen und Sorgen.
„Tanztherapie ermöglicht eine differenzierte Gefühlswahrnehmung“, erklärt Claudia Bertsch. Statt sich auf Schmerzen zu fixieren, machen Gelenkkranke neue Erfahrungen: „Bewegung macht auf einmal Spaß, befreit oder hilft, sich mehr abzugrenzen“, betont die Tanztherapeutin. Gerade kreuzt Adelheid Maul unbewusst ihre Arme vor der Brust, es wirkt wie ein Stoppsignal.
www.senioren-ratgeber.de;
15.10.2007, aktualisiert am 09.04.2010
W&B/ Bostelmann
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