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Darmspiegelung: Zehn Tipps zur Vorbereitung

Wie bekomme ich die Abführlösung leichter herunter? Was darf ich im Vorfeld essen und trinken? Zehn wichtige Tipps zur Vorbereitung auf die Darmspiegelung


Darmspiegelung: Ab dem Nachmittag des Vortags ist meist nur noch Flüssiges wie Brühe erlaubt

Es gibt sicherlich erfreulichere Erlebnisse als eine Darmspiegelung. Doch die Untersuchung ist wichtig, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen. Die Krankenkassen zahlen deshalb die Darmspiegelung zur Darmkrebsvorsorge ab einem Alter von 55 Jahren – ein Angebot, das nach Möglichkeit jeder wahrnehmen sollte (mit dem Vorsorge-Rechner von www.apotheken-umschau.de können Sie online überprüfen, welche Untersuchungen Ihnen zustehen). War die Untersuchung unauffällig und bestehen keine Beschwerden, folgt die nächste vorsorgliche Darmspiegelung nach zehn Jahren.

Dank Beruhigungsmittel empfinden die meisten Betroffenen die Untersuchung als nicht wirklich unangenehm. Voraussetzung für eine erfolgreiche Darmspiegelung ist ein sauberer Darm. Nur so kann der Gastroenterologe mögliche Veränderungen im Darminneren erkennen. Hier die wichtigsten Tipps für die Darmspiegelung:


1. Vermeiden Sie vorab Körner – auch in Obst

Körner können im Darm aufquellen und den Weg der Darmsonde (Koloskop) behindern. Verzehren Sie etwa fünf Tage vor dem Termin keine Lebensmittel, die Körner enthalten. „Dazu zählt auch körnerhaltiges Obst wie Kiwis“, erklärt der Münchner Gastroenterologe Dr. Berndt Birkner.

2. Darmentleerung: Fangen Sie rechtzeitig an

Generell gilt die Empfehlung, am Tag vor der Darmspiegelung bis einschließlich zum Mittagessen nur leicht verdauliche Speisen ohne Ballaststoffe wie Brei oder Joghurt zu essen. „Wer einen trägen Darm hat, sollte mit den Vorbereitungen aber schon früher beginnen“, so Birkner. Klären Sie am besten mit Ihrem Arzt, ab wann Sie auf Ballaststoffe und schwer verdauliche Gerichte verzichten sollten.

Ab dem Nachmittag des Vortags ist feste Nahrung dann tabu, erlaubt sind nur noch klare Brühen und Getränke. Cola-Getränke, Kaffee sowie schwarzer und grüner Tee können dabei auf die Darminnenwand abfärben. Der Arzt kann diese dadurch schlechter nach Veränderungen absuchen. Wer nicht nur Wasser trinken möchte, greift am besten zu klaren Säften, Kräuter- und Früchtetees.

3. Wie die Abführlösung besser schmeckt

Wie und wann Sie die Lösung einnehmen müssen, erklärt der behandelnde Arzt. In der Regel müssen Sie am Nachmittag und fünf Stunden vor der Darmspiegelung jeweils einen Liter des Abführmittels trinken und mit ein bis zwei Liter klarer Flüssigkeit – möglichst ohne Kohlensäure – nachspülen. Die Lösung ist „kein Genuss“, wie Birkner zugibt. Sein Rat: Lutschen Sie davor einige Orangen- oder Zitronenschnipsel, dann fällt das Trinken leichter. Oder Sie fragen Ihren Arzt, ob Sie die Abführlösung mit etwas Saft verdünnen dürfen. In manchen Fällen ist das möglich. Einigen hilft es, die Flüssigkeit gekühlt zu trinken.

4. Hungergefühle vor der Darmspiegelung?

Etwa einen ganzen Tag vor der Untersuchung darf man keine feste Nahrung zu sich nehmen. Wie soll man mit dem dadurch entstehenden Hunger umgehen? „Allein die große Flüssigkeitsmenge, die man im Vorfeld trinkt, sorgt für eine gewisse Sättigung“, beruhigt Birkner. Trinken Sie also ausreichend Brühe und klare Getränke. Auch Kaugummi kauen hilft gegen Hungergefühle. Spätestens zwei Stunden vor der Darmspiegelung sollte man allerdings auf Kaugummis verzichten.

5. Weisen Sie auf Medikamente hin

Wer Medikamente einnimmt, erkundigt sich am besten beim Arzt, ob er vor der Darmspiegelung etwas beachten muss. Diabetiker, die Insulin spritzen, sollten beispielsweise ihre Dosis an den Tagen vor der Untersuchung anpassen. Auch wer blutverdünnende Mittel einnimmt, sollte unbedingt den Arzt darauf hinweisen. Die Medikamente erhöhen während der Darmspiegelung die Gefahr von Blutungen. Zudem kann das Abführmittel die Wirkung der Antibabypille beeinträchtigen.

6. Intimbereich richtig pflegen

Im Analbereich kann es als Folge der Darmentleerung zu Rötungen und wunden Stellen kommen. Schmerzlindernde Salben helfen in diesem Fall. Behandeln Sie Ihren Intimbereich aber keinesfalls mit parfümierten Cremes, da sie die ohnehin beanspruchte Haut reizen. Bei der Auswahl der Salbe kann Sie ein Arzt oder Apotheker beraten.

7. Ziehen Sie sich für die Darmspiegelung warm an

Häufig frieren Patienten bei der Darmspiegelung. Nehmen Sie deshalb warme Kleidung mit in die Praxis, die Sie bei Bedarf anziehen können – egal, wie warm es an dem Tag ist. Empfehlenswert ist zudem, für alle Fälle Ersatzunterwäsche mitzubringen.

8. Planen Sie für die Darmspiegelung genug Zeit ein

Ist der Darm nicht ausreichend gereinigt, muss der Arzt vor der Darmspiegelung weitere Abführmaßnahmen ergreifen. Der Praxisaufenthalt kann sich so um etwa drei Stunden verlängern. Legen Sie sich also keine Termine knapp nach dem Untersuchungstermin.

9. Organisieren Sie eine Begleitung

Nach der Darmspiegelung dürfen Sie wegen des Beruhigungsmittels nicht Autofahren oder alleine nach Hause gehen. Bitten Sie deshalb rechtzeitig jemanden, Sie nach der Behandlung zu begleiten. Da die Darmspiegelung sich hinziehen kann, sollte die Begleitperson ebenfalls ausreichend Zeit einplanen.

10. Lassen Sie es nach der Darmspiegelung ruhig angehen

Nicht nur Autofahren ist 24 Stunden nach der Darmspiegelung mit Beruhigungsmittel verboten: „Sie dürfen auch keine Verträge unterzeichnen“, so Birkner. Planen Sie Ihren Terminkalender also so, dass Sie nach der Darmspiegelung nichts wichtiges zu erledigen haben. Am besten erholen Sie sich zu Hause. Essen dürfen Sie in der Regel gleich im Anschluss alles, was Sie möchten – sofern Sie wieder völlig wach sind. Es kann allerdings manchmal ein paar Tage dauern, bis die Verdauung sich wieder völlig normalisiert hat.


Achtung: Dies sind nur allgemeine Empfehlungen. Die Vorbereitung kann sich von Fall zu Fall ein wenig unterscheiden. Ihr Arzt wird Ihnen genau erklären, wie Sie vorgehen müssen. Halten Sie sich an seine Ratschläge. Wenn Sie nicht sicher sind, fragen Sie am besten noch einmal in der Praxis nach! Menschen mit Herz- oder Nierenkrankheiten sollten die optimale Trinkmenge vorsichtshalber mit dem Arzt abklären.




Bildnachweis: W&B/Studio R. Schmitz

Stephan Soutschek / www.senioren-ratgeber.de;
Bildnachweis: W&B/Studio R. Schmitz

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