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Verdauung:
Gesunder Darm im Alter

Auch die Verdauungsorgane altern. Ein Grund mehr, mit Magen, Darm und Leber pfleglich umzugehen

Radlerin

Bewegung regt auch die Darmtätigkeit an

Wer Dr. Christian Pehl von der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen zuhört, kann Bauchweh bekommen. Auf die Frage, wie es im Alter um unseren Verdauungstrakt steht, redet der Privatdozent aus Vilsbiburg Klartext: Der Magen entleert sich langsamer. Die Dickdarmwände sind weniger elastisch. Die Leber ist nicht mehr so gut durchblutet.


Das hört sich schlimm an. Schmerzende Gelenke und verkalkte Gefäße scheinen vergleichsweise harmlos gegen das, was sich im Alter in unseren Gedärmen abspielt. Oder? „Die Verschleißerscheinungen sind zunächst einmal normale altersbedingte Veränderungen“, erklärt Christian Pehl. „Körperlich machen sie sich im Alltag wenig bemerkbar.“ Und doch sind sie für den Mediziner Anlass zu einer Empfehlung. „Achten Sie mehr auf Ihren Bauch.“

 


Zum einen nehmen die an sich großen Reservekapazitäten der Verdauungsorgane im Alter ab. Ältere Patienten erholen sich daher nach einer Infektion oder Operation nicht mehr so gut. „Das ist auch der Grund, warum eine Magen-Darm-Grippe einen 75-Jährigen mehr belastet als Jüngere“, erklärt Pehl. „Wichtig ist, dass sich Ältere dann besonders schonen und ganz viel trinken.“


Zum anderen sind Ältere häufig mehrfach krank. Oft ist der Bauch in Mitleidenschaft gezogen, obwohl es ganz woanders zwackt. Typisches Beispiel: Gelenkverschleiß: Wer deswegen weniger mobil ist, leidet meist auch unter Darmträgheit. „Und Menschen mit mehreren Krankheiten müssen häufig auch viele Tabletten nehmen“, betont Pehl. Das kann Verdauungsorgane unter Stress setzen. So wirken bestimmte Medikamente stopfend. Aber auch das Herunterschlucken der Arznei kann zum Kraftakt werden. Es besteht die Gefahr, dass man sich verschluckt. Wer damit Probleme hat, sollte seinen Apotheker fragen, ob er die Tabletten stückeln darf, in der  Apotheke gibt es eigens Tablettenzerkleinerer.

 

Unter dem häufigen Medikamentenschlucken leiden auch Magen und Leber. Die Schutzfunktion der Magenschleimhaut lässt im Alter nach, und die Leber, die „Kläranlage des Körpers“, kann die Arznei nicht mehr so gut abbauen. „Das erklärt, warum im Alter die Anfälligkeit für Arzneimittelnebenwirkungen zunimmt“, macht Pehl deutlich. Ein guter Hausarzt berücksichtigt diese möglichen Auswirkungen, wenn er Tabletten verordnet. Wer sie trotzdem schlecht verträgt, sollte mit ihm über Auswahl und Dosierung der Wirkstoffe sprechen. Außerdem ist es ratsam, Leber und Magen nicht noch zusätzlich durch „Gifte“ wie Alkohol oder Nikotin zu belasten. 


Seine Lebensweise zu ändern tut dem Bauch auch aus anderen Gründen gut. Viele ältere Menschen leiden unter saurem Aufstoßen. „Dazu kommt es im Alter häufig, wenn ein Teil des Magens durch das Zwerchfell nach oben verrutscht“, erklärt Pehl. Das hört sich zwar dramatisch an, doch die Folge ist meist vergleichsweise harmlos: Betroffene leiden unter Sodbrennen. Wer diese Beschwerden öfter hat, sollte deswegen zum Arzt gehen. In den meisten Fällen reicht es, weitere Auslöser für Sodbrennen wie fettes Essen, Stress oder Kaffee zu meiden. 



Raphaela Birkelbach, Senioren Ratgeber / GesundheitPro; 19.08.2009, aktualisiert am 25.06.2010
W&B/Martin Ley

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