Erkältungsviren schauen nicht auf die Uhr. Permanent lauern die kleinen Krankmacher auf eine Gelegenheit zum Angriff. Sie nutzen jede Schwäche des menschlichen Organismus aus, um in den Körper zu gelangen. Und dann ist es auch schon passiert: Eine Erkältung ist da. Dass wir nicht ständig unter Kratzen im Hals und Triefnase leiden, verdanken wir einem schlagkräftigen Immunsystem. Dieses ist den ganzen Tag damit beschäftigt, Krankheitserreger unschädlich zu machen und den Körper gesund zu halten. In der kühlen Jahreszeit sollte es dabei besonders unterstützt werden – am besten rund um die Uhr.
8.00 Uhr: Bringen Sie Ihren Stoffwechsel gleich nach dem Aufstehen mit Wechselduschen auf Trab. Kälte- und Wärmereize im Wechsel sind ein ausgezeichnetes Training für die Gefäße. "Wer nicht gleich mit dem ganzen Körper unter die kalte Dusche will, beginnt bei den Füßen und arbeitet sich dann langsam bis zum Kopf hoch", rät Allgemeinmediziner Dr. Ulf Beyersdorff aus Salzgitter. Wichtig: kalt aufhören. Zum Frühstück gibt es viel frisches Obst. Zitrusfrüchte haben jetzt Saison und strotzen vor Vitalstoffen. Wussten Sie, dass in einer Grapefruit bis zu 180 Milligramm Vitamin C stecken?
10.00 Uhr: Vormittags geht es raus. Auch wenn das Wetter ungemütlich ist, tut ein Spaziergang an der frischen Luft doppelt gut. Die Bewegung kurbelt den Stoffwechsel an. Ist der aktiv, sind es auch die Abwehrzellen. Die kalte Luft trainiert das Immunsystem zusätzlich. "Der Körper braucht Temperaturwechsel. Das härtet ihn ab", weiß Dr. Beyersdorff. Ziehen Sie sich für draußen warm an, aber nicht zu warm. Am besten tragen Sie mehrere Schichten übereinander. Wer nach dem Zwiebel-Prinzip gekleidet ist, kann leichter auf Temperaturunterschiede reagieren. Die unterste Lage sollte immer aus einem atmungsaktiven Stoff bestehen. Ganz wichtig sind auch warme Füße. Werden sie kalt, steigt das Schnupfenrisiko, fanden britische Erkältungsforscher heraus.
Wenn Sie einen Gang zulegen wollen, fahren Sie eine Runde Fahrrad oder machen Sie Nordic Walking. Beim morgendlichen Sportprogramm dürfen Sie ruhig ein bisschen ins Schwitzen kommen, überfordern Sie sich aber nicht.
13.00 Uhr: Jetzt gibt es ein ausgewogenes Mittagessen. "Zweimal die Woche sollte Seefisch auf den Teller", empfiehlt Mediziner Beyersdorff. Der Fisch liefert dem Körper das Spurenelement Selen. Fenchelknollen oder Karotten, in denen viel Betacarotin steckt, passen als Beilage dazu. Generell sollten auf dem Speiseplan oft Gemüse und Obst stehen – fünfmal am Tag, geht es nach den Experten. Auch Milch- und Vollkornprodukte gehören zu einer gesunden Ernährung. Wer abwechslungsreich isst, schafft die besten Voraussetzungen, fit durch den Herbst zu kommen. Ergänzend kann ein Vitalstoffpräparat aus der Apotheke sinnvoll sein. Vergessen Sie nicht, genug Flüssigkeit in Form von Wasser, Saftschorle, oder Kräutertee aufzunehmen. Als Faustregel gilt, wenn keine Gründe dagegen sprechen: Mindestens zwei Liter am Tag trinken.
16.00 Uhr: Ein Wellness-Nachmittag ist besonders entspannend, wenn es draußen stürmt. Wie wäre es mal wieder mit Sauna? Nachgewiesen ist: Regelmäßige Schwitzbäder senken das Erkältungsrisiko deutlich. Dr. Beyersdorff warnt jedoch, dass Saunagänge nicht für jeden gesund sind. "Menschen mit Bluthochdruck, Venenleiden oder anderen chronischen Krankheiten sollten erst mit ihrem Arzt sprechen, ob ein Saunabesuch für sie infrage kommt."
19.00 Uhr: Abends ist Ruhe angesagt, denn Stress schwächt das Immunsystem – und zwar nicht nur körperlicher Stress. "Wenn die Sorgen überhandnehmen, schüttet das Gehirn Botenstoffe aus, die das Immunsystem über mehrere Stufen runterregeln", erklärt der Mediziner aus Salzgitter. Beyersdorff rät gestressten Patienten zu Entspannungsübungen wie Yoga oder der Muskelrelaxation nach Jacobson. Was zudem guttut: auf dem Sofa lümmeln und die Lieblings-CD hören.
22.00 Uhr: Ob Sie abends um zehn oder um zwölf ins Bett gehen, spielt keine große Rolle. Die Tiefschlafphase zählt, die man in der ersten Hälfte der Nachtruhe hat. "Im Tiefschlaf regeneriert der Körper das Immunsystem", erklärt Schlafforscher Professor Jürgen Zulley aus Regensburg. Ohne diese wichtige Schlafetappe ist man anfälliger für Infekte. Überheizen Sie das Schlafzimmer nicht, selbst wenn es draußen kälter wird. Mehr als 18 Grad sollten es nicht sein. Damit die Schleimhäute in den Atemwegen nicht austrocknen, empfiehlt sich bei sehr trockenem Raumklima ein Luftbefeuchter. Reinigen Sie die Geräte regelmäßig, sonst sammeln sich schnell Keime darin.
Julia Lüneburg / Senioren Ratgeber;
02.09.2010, aktualisiert am 18.10.2011
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