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Ernährung (2):
Steckrüben, Schlachtplatte, Pizza

Kleine Geschichte unseres Speiseplans

Lebensmittelgeschäft

Darf‘s ein bisschen mehr sein? Nach 1948 gibt es wieder alles zu kaufen

Im Krieg und in den Nachkriegsjahren herrscht Mangel an allen Lebensmitteln. Am Hunger und den Folgen der Unterernährung sterben Tausende von Menschen. Erst seit der Währungsreform 1948 gibt es in Westdeutschland wieder Brot, Fleisch und Nudeln in reichlicher Auswahl. Die „Fresswelle“ setzt ein.


In den 60er-Jahren verändert sich das Essverhalten: Die internationale Küche erreicht Deutschland, man geht in die Pizzeria, isst Spaghetti bolognese, beim Jugoslawen gibt´s den „Balkanspieß“. 1968 kommt die erste Tiefkühlpizza auf den deutschen Markt. Der Aufschwung der industriellen Herstellung von Lebensmitteln setzt in den 70er-Jahren ein.

 


Die Deutschen essen Fast Food: 1971 eröffnet die erste Filiale einer Hamburger-Kette. Parallel entdecken die Deutschen die gesundheitsbewusste Küche wie die französische „Nouvelle Cuisine“. Die Küche der 80er- und 90er-Jahre: Genießer setzen auf die fettarme asiatische Kochkunst oder entdecken Bio-Kost – ein Trend, der durch BSE und Gammelfleischskandale bis heute immer mehr Anhänger findet: 2007 beträgt der Umsatz an Bio-Lebensmitteln 5,3 Milliarden Euro.

 

Doch bei vielen Bürgern stehen bis heute häufiger Tütensuppe und Pommes auf dem Speiseplan. Dem ungesunden Trend will Functional Food aus dem Kühlregal entgegensteuern. Große Pläne hat die Bundesregierung: Bis 2020 will sie mit ihrem „Nationalen Aktionsplan“ das Übergewicht bekämpfen. Heute ist jeder dritte über 60-Jährige zu dick.



Raphaela Birkelbach, Senioren Ratgeber / GesundheitPro; 09.12.2008
Interfoto/ATV

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