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Ernährung:
Die fetten Jahre

Nach dem Krieg gab es Essen in Hülle und Fülle

Apfel essen

Frankfurter Kranz und Schweinebraten setzten bei den unterernährten Deutschen nach dem Krieg an. „Zwölf Kilo hat der deutsche Mann im Schnitt von 1948 bis Mitte der 50er-Jahre zugenommen“, erklärt Privatdozent Dr. Detlef Briesen. Der Historiker von der Universität Gießen hat das Konsumverhalten im 20. Jahrhundert erforscht.

 

Die Währungsreform hatte es möglich gemacht: Die Deutschen konnten Lebensmittel wieder in Hülle und Fülle erwerben, dank Kühlschrank waren Sahne, Wurst und Käse immer verfügbar. Niemand knapste der Gesundheit zuliebe am Schmalz im Kohl. „1950 war Genuss eng mit Sattwerden verknüpft“, betont Briesen. „Erst in den 70ern entwickelte sich ein Diätbewusstsein.“


Doch die fetten Jahre sind noch nicht vorbei. Laut Statistischem Bundesamt nahm die Zahl der Übergewichtigen zwischen 1950 und 2000 um 64 Prozent zu. Jeder dritte über 60-Jährige ist heute übergewichtig, zeigt die nationale Verzehrstudie 2008. Mit der modernen Küche ist die ältere Generation wenig vertraut. Nur etwa ein Drittel der über 65-Jährigen kann mit dem Begriff „Probiotika“ oder der Kampagne „5-mal am Tag Obst und Gemüse“ etwas anfangen. Dabei lohnt sich der Blick über den Tellerrand. Monika G. hat es ausprobiert.

 

Seit die Anwältin asiatisch kocht, steht sie gerne am Herd und fühlt sich auch gesundheitlich wieder wohler. Lohnend ist ebenso ein Blick in die Töpfe unserer südeuropäischen Nachbarn. Die Rezepte aus der Mittelmeerküche sind fleischarm, dafür reich an Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Fisch, Olivenöl und Knoblauch. In buchstäblich abgespeckter Form preisen Ernährungsexperten die mediterrane Kost als Herzschutz an.

 

Doch wie glaubwürdig sind solche Empfehlungen? Man nehme das Thema Fett: Lange Zeit stand der energiereiche Geschmacksträger generell auf der Liste der Verdächtigen. Heute unterscheiden Mediziner und sprechen auch von „gutem Fett“. Omega-3-Fettsäuren zum Beispiel, in Seefisch, Rapsöl und Walnüssen enthalten, schützen die Gefäße. Die Mär vom „bösen Fett“ gilt also nur bedingt – für ein Zuviel an Fleisch und Butter, es treibt den Cholesterinwert in die Höhe. „Die Tipps sind oft verwirrend“, räumt Olias ein. „Dabei gibt es einfache Regeln, sich gesund zu ernähren.“
 



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Raphaela Birkelbach, Senioren Ratgeber; 10.12.2008, aktualisiert am 30.10.2009
BananaStock/ RYF

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