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Resteküche: Kreative und leckere Rezepte

Zum Wegwerfem zu schade: Wenn der Kühlschrank nur noch Reste hergibt, zeigt sich der wahre Kochkünstler. Tipps und Rezepte für den restlosen Genuss


Spaß am Herd: aus Resten kreativ neue Rezepte zaubern

"Geröstete Knödel mit Zwiebeln und Ei“ stehen auf der Karte vieler Landgasthäuser – und sind doch nichts anderes als die perfekte Resteverwertung: Altbackene Brötchen bilden die Grundlage für die legendären Semmelknödel. Und bleiben davon noch welche übrig, wandern sie zusammen mit gehackten Zwiebeln und einem Ei in die Pfanne. Denn Lebensmittel wegwerfen – das gibt es in der traditionellen Küche nicht.

Heute scheinen diese Grundsätze vergessen: Laut einer Studie der Welternährungsorganisation aus dem Jahr 2010 landen mehr als ein Fünftel aller von Privathaushalten gekauften Lebensmittel im Müll. Allerdings werfen ältere Menschen seltener Lebensmittel weg als jüngere, darauf weist eine Umfrage des Deutschen Tiefkühlinstituts vom Oktober 2011 hin.

Verbraucherministerin Ilse Aigner ließ nach den Gründen fragen: Etwa ein Viertel hatte zu viel eingekauft, bei fast jedem Fünften waren es zu große Packungen, und jeder Sechste wirft Lebensmittel weg, weil sie ihm nicht schmecken. Am häufigsten jedoch (84 Prozent) taten es die Befragten, weil das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen war.

Ein Fünftel unserer Lebensmittel landet im Müll


Doch was „drüber“ ist, muss nicht gleich verdorben sein. Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum sichern sich Hersteller ab. Bis zu seinem Ablauf müssen sie nämlich die Qualität garantieren: Brot darf nicht austrocknen, Joghurt muss stichfest bleiben, und bei der Ananaskonserve muss nicht nur das Aroma, sondern auch die Farbe stimmen. „Verlassen Sie sich auf Ihre Nase und Ihren Gaumen“, rät Britta Klein vom aid-Infodienst. „Was einwandfrei riecht und schmeckt, können Sie auch essen.“ Vorsicht aber bei Hackfleisch und Geflügel. Hier steht auf der Verpackung ein Verbrauchsdatum. „Darüber hinaus sollte man die Ware nicht mehr essen, sie ist dann wahrscheinlich wirklich verdorben“, erklärt die Ernährungsexpertin.

Zu viel gekocht? Zwei Tage im Kühlschrank sind kein Problem

Auch dem erfahrensten Koch passiert es einmal, dass er zu viel kocht. Ein paar Ideen, was man aus Resten zaubern kann, finden Sie unten. Suppen, Schmorgerichte, Aufläufe und Braten eignen sich aber auch prima für das Konzept „Einmal kochen – zweimal essen“. Den Rest Suppe dann jedoch zudecken und abkühlen lassen. Am schnellsten geht das im kühlen Keller oder der Speisekammer, alternativ auch auf dem Balkon oder der Fensterbank. Danach gleich in den Kühlschrank stellen. Dort hält sich Gekochtes ein bis höchstens zwei Tage. Tipp zum Aufwärmen: Tun Sie es so lange wie nötig und so kurz wie möglich. Die Suppe muss nicht kochen, aber richtig heiß sein. Reste vom Fest können Sie in Kunststoffbehältern einfrieren – portioniert und mit Etikett und Datum versehen.

Im Übrigen fängt die Restevermeidung schon beim Einkauf an: Gehen Sie nur mit Einkaufszettel los und auf keinen Fall, wenn Sie hungrig sind. Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Vorräte, um mögliche Schädlinge rechtzeitig aufzuspüren. Und lagern Sie die Zutaten richtig: Mehl und Nüsse gehören in luftdicht verschlossene Behälter. Angebrochene Packungen saure Sahne oder Grieß gut sichtbar vorne in den Kühl- oder Vorratsschrank stellen, um sie nicht zu übersehen. Seien Sie andererseits aber nicht übertrieben sparsam!

Diese Lebensmittel gehören in den Müll:

  • Reste, die rohes Eigelb enthalten (zum Beispiel Mayonnaise oder Tiramisu)
  • verschimmelte Lebensmittel
  • braun angefaulte, wasserhaltige Gemüse und Obst (Schimmelpilzgefahr!); bei härteren Früchten wie Äpfeln braune Stellen großzügig wegschneiden
  • bittere Nüsse (bitte ausspucken)
  • ranziges oder verklumptes Mehl, Gewürzpulver oder Trockenkräuter
  • Lebensmitteln, in denen sich Schädlinge wie Mehlmotten tummeln

Und: Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie Verdorbenes wegwerfen. Es geht um Ihre Gesundheit.


Rezepte für die kreative Resteküche

  • Kartoffelsalat mit roter Bete und Feldsalat

    Kartoffelsalat mit Roter Bete und Feldsalat

    Zutaten:

    700 g gekochte Kartoffeln
    200 g Rote Bete (vorgegart)
    2 Frühlingszwiebeln
    125 g Feldsalat
    200 g Crème fraîche
    1 EL Zitronensaft
    1 TL Schnittlauchröllchen
    Salz, Pfeffer

    Zubereitung:

    Die geschälten Kartoffeln in dünne Scheiben schneiden, die Rote Bete würfeln, Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden, Feldsalat putzen.

    Aus den übrigen Zutaten ein Dressing bereiten. Kartoffeln, Rote Bete und Feldsalat in Schälchen anrichten, das Dressing darauf verteilen und mit den Frühlingszwiebeln bestreuen.

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  • Gemüse-Geflügel-Sülze

    Bratensülze – der Klassiker angereichert mit Gemüse

    Zutaten: (für 1 Terrinenform, 1,5 l Inhalt)

    250 Gramm Geflügelfleischreste (ohne Haut)
    8 Blatt weiße Gelatine
    2 rote Paprikaschoten, 50 g junger Spinat
    550 ml Hühnerbrühe, Sherry
    Salz, Zucker, Pfeffer
    2–3 EL Weißweinessig

    Zubereitung:

    Fleisch klein zupfen oder in Streifen schneiden. Gelatine in kaltem Wasser einweichen. Paprika halbieren, putzen und unter dem Grill bräunen, bis die Haut Blasen wirft. Diese ablösen, Paprika würfeln. Spinat putzen und klein zupfen.

    Ausgedrückte Gelatine in der warmen Brühe auflösen. Alles mit den übrigen Zutaten abschmecken. Abkühlen lassen, bis die Flüssigkeit zu gelieren beginnt.

    Gemüse und Fleisch vermengen und in die mit Frischhaltefolie ausgeschlagene Form geben. So viel vom Sud darübergießen, dass alle Zutaten bedeckt sind und die Form gefüllt ist. Abgedeckt mindestens 4 Stunden kühl stellen.

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  • Brotpudding mit Trockenfrüchten

    Brotpudding mit Trockenfrüchten

    Zutaten:  (für 1 Backform, etwa 20 x 20 cm)

    Butter für die Form
    300 g Weißbrot, 250 g Trockenfrüchte,
    z.B. Kirschen, Pflaumen, Aprikosen
    3 Eier, 150 ml Sahne, 80 g Zucker

    Zubereitung:

    Ofen auf 180 Grad vorheizen. Wasser halbhoch in ein tiefes Blech füllen und im Ofen heiß werden lassen. Die Backform buttern. Brot würfeln. Trockenfrüchte grob hacken und mit den Brotwürfeln vermengen.

    Eier trennen, Eigelbe mit Sahne und der Hälfte des Zuckers verrühren. Unter die Früchte mengen. Eiweiße steif schlagen und unterziehen. Alles in die Form füllen und mit dem übrigen Zucker bestreuen. Im Wasserbad im Ofen etwa 45 Minuten backen. Schmeckt lauwarm oder kalt.

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Bildnachweis: Stockfood Munich GmbH/Alberto Moretto, Stockfood Munich GmbH/Frank Wieder, Food Centrale Hamburg GmbH/Philippe Desnerck, W&B/Bernhard Huber

Heidi Loidl / Senioren Ratgeber; 29.05.2012
Bildnachweis: Stockfood Munich GmbH/Alberto Moretto, Stockfood Munich GmbH/Frank Wieder, Food Centrale Hamburg GmbH/Philippe Desnerck, W&B/Bernhard Huber

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