Viele Verbraucher achten bei der Ernährung auf eine hohe Lebensmittelqualität. Diese versprechen zahlreiche bunte Gütesiegel, die auf fast jedem Etikett zu finden sind. Zu recht? Richtig ist: Theoretisch könnte jeder ein nachgemachtes Siegel auf seine Produkte drucken. Doch in der Praxis kommen Fälschungen sehr selten vor. Der Grund dafür: Die Konkurrenz schläft nicht und reagiert sofort, wenn eine Firma mit falschen Beurteilungen wirbt.
„Wir haben nur 80 bis 90 Fälle pro Jahr, in denen wir juristisch aktiv werden“, erklärt beispielsweise Heike van Laak, Pressesprecherin der Stiftung Warentest. „Mehrheitlich handelt es sich dabei allerdings nicht um Fälschungen, sondern um Nachlässigkeiten, etwa dass mit einem veralteten Testurteil geworben wird oder das Produkt inzwischen verändert wurde.“ Sieben häufige anerkannte Gütesiegel – und was sich hinter ihnen verbirgt.
Die Gütesiegel und ihre Bedeutung:
Biosiegel
Das sechseckige deutsche Biosiegel zeigt, dass das Produkt der EU-Öko-Verordnung entspricht. Demnach sind mindestens 95 Gewichtsprozent der Zutaten ökologisch produziert: Der Einsatz von Dünger und Pestiziden etwa ist streng geregelt, Gentechnik verboten. Tiere erhalten Biofutter und dürfen nicht mit Hormonen behandelt werden. Das 2010 europaweit eingeführte EU-Blatt sagt dassselbe aus wie das deutsche Siegel.
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Institut Fresenius
Das Institut Fresenius prüft im Auftrag des Herstellers sowohl die Qualität des Produkts als auch die Lieferkette, die Herstellung und die Verpackung. Getestet wird etwa die mikrobiologische Reinheit, aber auch, ob Schadstoffe aus der Verpackung in die Lebensmittel gelangen. Das Prüfsiegel zeigt zudem an, dass deklarierte Zutaten und Nährwerte tatsächlich enthalten sind.
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Stiftung Warentest
Nicht nur Lebensmittel, sondern sämtliche Produkte des täglichen Bedarfs nimmt die Stiftung Warentest unter die Lupe. Unabhängige Institute führen die Prüfungen durch, das Vorgehen wird bei jedem Test ausführlich beschrieben. Werben darf man nur mit dem Gesamturteil – von „sehr gut“ bis „mangelhaft“ –, nicht mit Teilurteilen.
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DLG-Prämiert
Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft testet jedes Jahr rund 27.000 Lebensmittel. Im Mittelpunkt stehen der Geschmack, die Konsistenz und das appetitliche Aussehen der Speisen. Außerdem führt das Institut chemische, mikrobiologische und physikalische Analysen durch und prüft die Kennzeichnungen auf der Verpackung. Überdurchschnittlich gute Produkte erhalten eine goldene, silberne oder bronzene Medaille.
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Fairtrade
Das Fairtrade-Siegel garantiert, dass die Erzeuger einen angemessenen Preis für ihre Produkte erhalten und umweltfreundlich sowie ohne Kinderarbeit produzieren. Die Erzeugerorganisationen sind demokratisch organisiert, langfristige Handelsbeziehungen möglichst ohne Zwischenhändler geben den Kleinbauern Planungssicherheit. Die Einhaltung der Standards kontrolliert Fairtrade durch jährliche Besuche von Prüfern vor Ort.
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MSC
Das Siegel des Marine Stewardship Council (MSC) steht für eine nachhaltige Fischerei, die gewährleisten soll, dass die Bestände langfristig erhalten bleiben und die Ökosysteme des Meeres möglichst wenig beeinträchtigt werden. Dabei werden einzelne Fangmethoden wie die Schleppnetzfischerei nicht verboten, sondern umweltverträglich ausgestaltet. Unabhängige Prüfer kontrollieren die Fischereibetriebe einmal pro Jahr.
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QS-Prüfzeichen
QS kontrolliert sämtliche Stufen der Produktion konventionell erzeugter Lebensmittel – vom Bauern bis zum Supermarkt. Im Mittelpunkt stehen Fleisch und Wurstwaren, zudem werden Kartoffeln, Obst und Gemüse getestet. Das Siegel garantiert, dass mindestens die gesetzlichen Vorschriften, teilweise auch höhere Standards eingehalten werden. Dies gilt etwa für die Fütterung, die Hygiene und den Tierschutz in den Ställen oder für Rückstände in Obst und Gemüse. Hinter QS stehen die beteiligten Wirtschaftsverbände.
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Silke Becker / Senioren Ratgeber;
27.12.2011
Bildnachweis: W&B/BM f. Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz, W&B/Fresenius, W&B/myToys.de, W&B/DLG, W&B/wikipedia, MSC Presse HF, W&B, iStock/Rapid Eye
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