Wiederbelebung:
„Jede Sekunde zählt“

Bei einem Kreislaufzusammenbruch ist die Herzdruckmassage immer das Wichtigste

Einen Erste-Hilfe-Kurs belegen und fit für den Notfall werden

Herr Dr. Breckwoldt, Sie haben Leute befragt, die bei einer Wiederbelebung erste Hilfe geleistet haben. Haben sie es richtig gemacht?

 

Die Befragten waren meist medizinische Laien. Sie haben zwar geglaubt, richtig gehandelt zu haben, aber leider war das nur bei jedem achten Befragten der Fall.

Dr. med. Jan Breckwoldt
Dr. Jan Breckwoldt, Notfallarzt an der Berliner Charité

Was waren die Fehler?

 

Bei einer Herzdruckmassage muss der Bewusstlose flach auf dem Rücken und auf einer harten Unterlage liegen. In vielen Notfallsituationen aber haben Ersthelfer versucht zu reanimieren, während der Patient noch im Auto saß oder im weichen Bett lag. Häufig drehen Ersthelfer Bewusstlose auch in die stabile Seitenlage. 

 

Was ist daran falsch?

 

Stabile Seitenlagerung empfiehlt sich bei bewusstlosen Unfallopfern, die keinen Herzstillstand haben. Bleibt das Herz stehen, hilft aber nur Herzdruckmassage. Doch Laien erinnern sich im Notfall häufig nur noch an die stabile Seitenlage.

 

Aber woran erkenne ich einen Herzstillstand?

 

Bricht jemand plötzlich zusammen und atmet eigenartig schnappend oder gar nicht mehr, deutet das auf einen Herzstillstand. Dann gilt: sofort handeln, den Notarzt anrufen und gleich mit der Herzdruckmassage beginnen. Also mit der flachen Hand kräftig auf die Mitte des Brustbeins drücken – in schneller Folge und ohne Pause. 

 

Und was ist mit der Mund-zu-Mund-Beatmung?

 

Ungeübte Ersthelfer sollten immer nur eine Herzdruckmassage vornehmen und auf die Mund-zu-Mund-Beatmung verzichten. Medizinische Laien benötigen für den Wechsel zwischen diesen beiden Erste-Hilfe-Techniken oft zu viel Zeit. Doch im Notfall zählt jede Sekunde, der Kreislauf des Herzkranken kann zusammenbrechen. Nur wer sich absolut sicher ist, sollte die Herzdruckmassage mit Atemspenden abwechseln.