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Gedächtnistraining:
Sechs Lerntipps für Ältere

So kommen Sie leichter zum Ziel

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Eine Runde Laufen – dann kommen die besten Ideen

Weniger, dafür intensiver üben

Konzentrieren Sie sich: Anstatt viel Unterschiedliches anzupacken, widmen Sie sich intensiver einzelnen Lerninhalten! Als 80-Jähriger antwortete der noch im hohen Alter erfolgreiche Pianist Arthur Rubinstein auf die Frage, wie er seine anspruchsvollen Konzerte schaffe: Er spiele weniger Stücke, diese übe er aber öfter. Zudem verlangsame er manche Passagen, um andere schneller erscheinen zu lassen – eine gelungene Kompensation. Überlegen Sie, wie Sie Ihre Vorhaben und (Lern-)Ziele angehen können – auch wenn Sie beispielsweise abends nicht mehr im Dunkeln zu einem Seminar hinauswollen. Welche Alternativen gibt es?

An altes Wissen anknüpfen

Neues bleibt besser haften, wenn es auf Ihr über die Jahre erworbenes Wissen aufbaut. „Je mehr man schon weiß, desto besser kann man neue Inhalte mit bereits vorhandenem Wissen in Verbindung bringen“, berichtet Gehirnforscher Manfred Spitzer. Hier haben ältere Menschen also einen Vorteil: „Wissen kann auch helfen, das neue Wissen zu strukturieren, einzuordnen und zu verankern“, so der Wissenschaftler. Frischen Sie etwa Ihr Englisch aus der Schulzeit auf. Und bei ganz neuen Inhalten: Lernen Sie nicht auswendig, sondern schaffen Sie größere Zusammenhänge. Erklären Sie anderen Menschen den Lernstoff.

 


Die Gefühle ansprechen

Je mehr Sie beim Lernen Ihre Gefühle aktivieren, desto stärker bleibt Neues haften. Das zeigen viele Kindheits- und Jugenderinnerungen, die sich tief in das Gedächtnis eingeschrieben haben. Sorgen Sie für Ihren ganz persönlichen Zugang zum Lernstoff: Überlegen Sie, was Sie daran fasziniert oder herausfordert. Vielleicht erinnert er Sie auch an ein persönliches Erlebnis! Sorgen Sie für eine angenehme Lernumgebung. Auch ansprechende Musik oder Düfte erhöhen den Lernerfolg: Stellen Sie sich eine Duftschale mit ätherischen Ölen wie Orange oder Zitrone neben den Schreibtisch. Vermeiden Sie hingegen Angst und Hektik. Stresshormone vermindern die Nährstoffaufnahme der Gehirnzellen und behindern das Lernen.

Sich motivieren


Lernen Sie nicht abstrakt, sondern für ein konkretes Ziel. Wer weiß, was er will, ist motiviert und mobilisiert ungeheure Kräfte. Je mehr Spaß und Freude dabei entstehen, desto mehr wird das Glückshormon Dopamin ausgeschüttet. Es verbessert die geistige Klarheit und Merkfähigkeit des Gehirns. Dopamin hilft aber auch dabei, den Lernstoff vom Kurz- in das Langzeitgedächtnis zu befördern. Sorgen Sie daher für genügend Pausen, und genießen Sie Ihre Erfolgserlebnisse.

 

Auch die Zuwendung von Menschen steigert die Motivation und die Freude am Lernen. Das gilt umso mehr, wenn man sich aus dem Berufs- und Familienleben zurückgezogen hat. Tun Sie sich mit anderen Menschen zusammen: Diskutieren und lernen Sie mit ihnen und entwickeln Sie gemeinsame Pläne.

Bewegung integrieren


Bringen Sie sich in Schwung – setzen Sie sich beim Üben von Vokabeln auf den Heimtrainer, oder gehen Sie dabei spazieren! In der Pause etwas Gymnastik tut es aber auch. Hintergrund: Das Gehirn verwendet viel Aufmerksamkeit darauf,  körperliche Schwierigkeiten auszugleichen. Deshalb macht körperliche Fitness den Kopf frei und verbessert so die geistigen Fähigkeiten und das Lernen. Bewegung beeinflusst aber auch den Stoffwechsel: Dieser bringt die Nervenwachstumsstoffe in die Hirnregionen, die für das Lernen verantwortlich sind. Vorhandene Nervenzellen und -verbindungen werden verstärkt und sogar neue gebildet.

 

Das gilt für moderate Bewegung, wie Spazierengehen oder Walking. Und je älter man ist, desto weniger Belastung ist nötig. „Fingerübungen wie beim Klavierspielen aktivieren nur zwei Prozent der Körpermasse, werden aber in 40 Prozent der Gehirnrinde repräsentiert und bewirken 20 bis 30 Prozent mehr Hirndurchblutung“, betont Sportmediziner Wildor Hollmann, der an der Sporthochschule Köln seit Jahrzehnten dem Zusammenhang zwischen Bewegung und Gehirnentwicklung nachgeht.

Den Geist ernähren

Mit Präparaten aus der Apotheke können Sie die geistige Leistungsfähigkeit unterstützen. So fördern Ginkgo-Spezialextrakte die Gehirndurchblutung. Ginsengextrakt verbessert die Anpassung des Gehirns an Beanspruchungs- und Stresssituationen. Präparate, die Deanol und Cholin beziehungsweise Lecithin oder Phosphoserin enthalten, verbessern die Bildung des Gedächtnis-Botenstoffs Acetylcholin. Die genannten Substanzen stecken meist in Präparaten, die zusätzlich Vitamine oder andere Vitalstoffe enthalten.



www.senioren-ratgeber.de; 03.09.2009, aktualisiert am 18.05.2010
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