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Gedächtnistraining:
Vertraute Muster ändern

Neues wagen, sich engagieren, aktiv sein – das Interesse der Generation 50plus ist groß

Senioren

Keine Lust auf Langeweile: Sich mit anderen austauschen und aktuell informieren hält jung

Um Geist und Sinne zu schärfen, gibt es ein ganzes Spektrum an Möglichkeiten. So rät Professor Ernst Pöppel, Lernspezialist an der Uni München, Gedichte oder andere Texte auswendig zu lernen: „Sobald wir Neues lernen, werden Vernetzungen zwischen Nervenzellen neu geknüpft oder verstärkt.“ Das gelingt, wissen Hirnforscher heute, sogar bis ins hohe Alter. Ihre neuen Erkenntnisse bringen Neurologen und Gedächtnisexperten daher auf die knappe Formel: „Benutze dein Gehirn oder du wirst es los.“

Anders gesagt: Verfolgen Sie die Tagespolitik, pflegen Sie möglichst viel Konversation mit Ihren Mitmenschen, treffen Sie Freunde, engagieren Sie sich ehrenamtlich, nutzen Sie kulturelle Angebote in Ihrer Nähe – und setzen Sie sich bewusst auch immer wieder einer neuen Situation aus. Laufen Sie doch durch ein Stadtviertel, das Sie nicht so gut kennen. Ändern Sie vertraute Bewegungsmuster: Gießen Sie mal mit Ihrer „schwächeren“ Hand die Blumen, oder schließen Sie mit links die Tür auf. Ob Aquarelltechnik, Tangoschritte oder Italienisch-Vokabeln: Was uns fit im Kopf hält, resümiert Lehrl, „sind Aufgaben, die uns herausfordern“.

 


Verantwortung übernehmen

Darum geht es auch bei der -„seniorTrainer“-Initiative, die die Bundesregierung im Jahr 2002 angestoßen hat. Gefragt sind Menschen, die nach dem Ausscheiden aus dem Erwerbsleben oder nach der Familienphase neue Aufgaben suchen. Interessenten werden in kostenlosen Kursen für die ehrenamtliche Arbeit eines seniorTrainers vorbereitet. Mehr als 1500 solcher Netzwerker wirken inzwischen bundesweit in 80 Kommunen. Tendenz steigend.

„Mit ihrem bürgerschaftlichen Engagement übernehmen Ältere aktiv Verantwortung“, freut sich Stefan Bischoff vom ISAB-Institut für Sozialwissenschaftliche Analysen und Beratung in Köln, das die seniorTrainer-Ausbildung koordiniert. Ob im Sport, im sozialen oder kulturellen Bereich: Ohne ehrenamtliche Helfer aus der 50-plus-Generation, die großen Elan und Know-how mitbringen, geht es vielerorts nicht mehr.

lnteresse der Älteren ist da


Doch nicht jeder Grauhaarige lässt sich irgendwann aufs Ehrenamt verweisen, um länger geistig fit zu bleiben. So mancher Oldie startet beruflich noch mal richtig durch. Heute stehen fast 70 Prozent mehr über 64-Jährige im Job als 1991, rechnet das Statistische Bundesamt vor.

Fort- und Weiterbildung sind für den heutigen Berufsalltag unerlässlich. Über 50-Jährige waren hier lange deutlich unterrepäsentiert. „Das ändert sich jetzt aber durch die Rente mit 67“, meint Bischoff. Auch die Jobinitiative „50plus“ der Bundesregierung, die die Chancen von Älteren auf dem Arbeitsmarkt verbessern soll, trage zu diesem Wandel bei. „Und das Interesse der Älteren ist auf alle Fälle da!“



www.senioren-ratgeber.de; 03.09.2009, aktualisiert am 18.05.2010
Jupiter Images GmbH/Comstock Images

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