Einer, der sich getraut hat, sofort den Arzt zu rufen, ist Jürgen H. aus Ludwigshafen
Eines Morgens, er räumte gerade seine Küche auf, wurde dem 53-Jährigen plötzlich speiübel. Kalter Schweiß trat ihm aus allen Poren, eine große körperliche Schwäche überfiel ihn, er ging zu Boden. "Mir war, als würde meine Brust vollständig zusammengedrückt", erinnert er sich. Er rief den Notarzt, der nach kurzer Zeit zur Stelle war. Nach einer Stunde lag Jürgen Herenz bereits im kardiologischen Zentrum des Klinikums Ludwigshafen, und ein Herzkatheter weitete sein verschlossenes Herzkranzgefäß.
Mit Erfolg: Durch die rasche Versorgung hatte sein Herz nur geringen Schaden genommen. Wie wichtig ein solch früher Eingriff ist, bestätigt auch Privatdozent Dr. Uwe Zeymer, Kardiologe am Klinikum Ludwigshafen. "Natürlich können wir auch noch nach sechs Stunden einen Infarkt behandeln. Doch je später der Patient kommt, umso größer die Infarktnarbe, umso schwächer bleibt die Pumpleistung des Herzens. Die Wahrscheinlichkeit, so viel Herzmuskelgewebe wie möglich zu retten, ist in den ersten zwei, drei Stunden am größten."
Zwei Verfahren stehen Ärzten in dieser Zeit zur Verfügung, um die Sauerstoffversorgung der lebenswichtigen Pumpe wiederherzustellen, um also das verstopfte Gefäß durchlässig zu machen: die Auflösung des Gerinnsels mit Medikamenten (Lysetherapie) oder die direkte Aufweitung des verengten Herzkranzgefäßes mit einem kleinen Ballon, der über einen Katheter an den Ort des Geschehens geschoben wird – ein Eingriff, den nur kardiologische Abteilungen mit einer Kathetereinrichtung vornehmen.
Doch gleich, welche Behandlung die Ärzte wählen: Hauptsache, der Herzinfarktpatient kommt rechtzeitig. Jedes Zögern kostet ihn möglicherweise das Leben, gewiss aber funktionstüchtige Herzmuskelfasern.
Alarmzeichen für einen Herzinfarkt
Elke Schurr, www.senioren-ratgeber.de; 09.06.2008, aktualisiert am 01.03.2010
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