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Herz und Kreislauf:
Schlaganfall

Es handelt sich um eine lebensgefährliche Notfallsituation, wenn Hirngefäße zumachen

Johanna F. aus München hatte Glück, dass ihr Mann die Anzeichen ihres Schlaganfalls richtig deutete und zum Telefonhörer griff. Sie konnte plötzlich nicht mehr sprechen, nichts mehr verstehen, ein Arm ließ sich nur schwer bewegen. Der Notarztwagen brachte sie unverzüglich in eine sogenannte Stroke Unit, eine Spezialeinrichtung für Schlaganfälle.

 

Rund um die Uhr stehen dort speziell ausgebildete Ärzteteams zur Verfügung. "Wenn seit den ersten Zeichen des Schlaganfalls nicht mehr als drei Stunden vergangen sind und eine Gehirnblutung ausgeschlossen ist, haben wir große Chancen, das Gerinnsel mit einem Medikament aufzulösen und damit die Durchblutung wiederherzustellen."  

 

 


Dr. Holger Poppert, Schlaganfallexerte an der Stroke Unit der Neurologischen Klinik der Technischen Universität in München, betont, dass nur in dieser Frühphase der Verschluss rückbildungsfähig ist.

 

Bei Johanna F. hat es geklappt. Doch so viel Glück haben die wenigsten. Nur ein Viertel der rund 200.000 Schlaganfallpatienten in Deutschland erreichen die Klinik in weniger als drei Stunden, und nur bei wenigen ist die Lysebehandlung überhaupt möglich. Jeder dritte Patient bleibt auf Dauer pflegebedürftig oder stirbt innerhalb des ersten Jahres.

 

Eine traurige Bilanz, an der die Ärzte schier verzweifeln. "Viele Patienten oder ihre Angehörigen missdeuten zum Teil die Signale oder denken, dass die Beschwerden wieder vergehen", bedauert Neurologe Poppert. "Doch auch vorübergehende Symptome sollten nicht als Entwarnung, sondern als Alarmzeichen gelten."

 



Alarmzeichen für einen Schlaganfall

 

  • Halbseitiges Taubheitsgefühl und Lähmungserscheinungen am Arm, Bein oder im Gesicht
  • Sprachstörungen und Verständnisschwierigkeiten
  • Sehstörungen, oft nur auf einem Auge
  • Plötzliche Koordinationsstörungen (Ungeschicklichkeit auf einer Körperseite)
  • Schwindel, Gangunsicherheit


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