Ein Pfropf aus den Venen kann in der Lunge lebensgefährlich werden
Das gilt auch für jene Gerinnsel, die sich in den tiefen Venen, bevorzugt in den Bein- und Beckenvenen, festsetzen. Dort können sie sich von der Venenwand losreißen und mit dem Blutstrom über das Herz in die Lunge verschleppt werden und damit eine lebensgefährliche Embolie verursachen.
"Falls Sie plötzlich ungewohnte Beschwerden oder gar eine Schwellung in einem Bein bemerken, sollten Sie sofort zum Arzt, am besten zum Gefäßspezialisten gehen", empfiehlt Professor Ulrich Hoffmann, Leiter der Angiologie des Gefäßzentrums der Uniklinik München. "Sobald die Diagnose mit Ultraschall gesichert ist, spritzen wir gerinnungshemmende Mittel in hoher Dosis und können so die unmittelbare Emboliegefahr bannen."
Jährlich erkranken rund 100.000 meist ältere Menschen an tiefen Venenthrombosen. Mehrere Faktoren greifen bei diesen Gerinnungsstörungen ineinander: Wer eine schwere Krankheit wie etwa eine Lungenentzündung durchgemacht hat oder nach einer Operation länger im Bett lag, sollte unbedingt auf Warnzeichen achten, denn sein Blut ist verdickt oder fließt langsamer.
Auch wer nicht genügend trinkt, etwa nach extremem Ausdauersport oder während langer Flug- und Autoreisen ohne ausreichende Bewegung, läuft Gefahr, dass sich die Fließgeschwindigkeit seines Blutes verringert und damit Gerinnungsprozesse ausgelöst werden. Vor allem gefährdet sind jene Personen, die ohnehin schon unter Venenproblemen wie Krampfadern leiden, erblich vorbelastet oder übergewichtig sind. Angesichts der dramatischen Zunahme von Gefäßerkrankungen rät Angiologe Hoffmann, sich frühzeitig um seine Risikofaktoren zu kümmern. Wer sie vermeidet oder behandelt, nimmt damit auch selbst das Ruder in die Hand. Das lohnt sich immer.
Alarmzeichen für eine Thrombose
Elke Schurr, www.senioren-ratgeber.de; 09.06.2008, aktualisiert am 01.03.2010
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