Bringen die Übungen am Computer etwas für die grauen Zellen? Professor Florian Schmiedek gibt Antworten
Ob für den Computer, auf dem Handy oder für die Spielekonsole am Fernseher: Das Angebot an Programmen zum Gehirntraining wächst. Lassen sich die grauen Zellen tatsächlich mit Maus und Joystick in Schwung bringen?
Herr Professor Schmiedek, hält Gehirntraining am Computer geistig jung?
Das wissen wir nicht. In Studien konnte bislang nur gezeigt werden, dass sich das bessert, was man mit dem Programm gerade übt, etwa das Merken von Wörtern oder das Rechnen.
Und damit ist nichts gewonnen?
Doch. Man merkt, dass man geistig nicht eingerostet ist. Das motiviert gerade viele Ältere. Im Alltag kommt es aber auf etwas anderes an: Wie gut ist das Gehirn in der Lage, vielschichtige Aufgaben zu erledigen? Etwa beim Kochen eines mehrgängigen Menüs die Übersicht zu bewahren. Ob das Training hier irgendetwas bewirkt, ist kaum erforscht.
Sie haben jetzt gemeinsam mit Kollegen mehr Forschung in Sachen Kopftraining gefordert.
Ich wünsche mir, dass die Wirkung von Software für das Gehirnjogging nach ähnlichen Maßstäben in Studien untersucht wird, wie sie für Medikamente gelten. Für die manchmal recht vollmundigen Versprechen der Anbieter muss es einfach Belege geben.
Würden Sie überhaupt zum Gehirnjogging am Bildschirm raten?
Ja, sofern es einem Spaß macht. Man sollte das nicht als Pflichtübung sehen. Immerhin kostet das Training Zeit und oft auch Geld, das man in andere Aktivitäten stecken könnte, etwa Bewegung. Die ist übrigens erwiesenermaßen gut für den Kopf.
Unser Experte:
Professor Florian Schmiedek, Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin
Senioren Ratgeber;
09.10.2009, aktualisiert am 25.06.2010
W&B/Privat, Image Source/RYF
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