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Gehirnjogging:
Ungewohntes tun fordert

Warum der Geist mit Gehirnjogging jung bleiben kann, haben Forscher mittlerweile enträtselt. Tipp: Probieren Sie öfter Neues aus

Seniorin kocht

Kochspaß fürs Gehirn: Neue Rezepte regen auch die Denkzentrale an

Gehirnzellen sterben zwar tatsächlich von Geburt an ab. „Die einzelne Zelle ist aber nicht so wichtig“, sagt Heuser. „Denn die entscheidende Rolle beim Denken spielen die Lücken zwischen ihnen, die Synapsen.“ An diesen Stellen schalten sich die Nervenzellen zu ganzen Bahnen zusammen, um Informationen zu verarbeiten.

Im synaptischen Spalt übernehmen Botenstoffe die elektrischen Informationsimpulse und befördern sie blitzschnell zur nächsten Nervenzelle. Je mehr Nachrichten hin und her rasen, umso leistungsfähiger wird das System. Schmale Trampelpfade können sich so zu großen Datenautobahnen verbreitern. „Jeder Lernvorgang hinterlässt eine bleibende Spur im Gehirn, verändert die Architektur der Synapse und erschließt neue Gebiete“, erklärt die Expertin.

 


Ein paar Beispiele: Meisterköche besitzen eine vergrößerte Gehirnregion für Zunge und Geschmackssinn. Bei Geigespielern prägt sich das Hirnareal für die Finger der linken Hand stärker aus. Neue Gehirnbahnen entstehen aber auch, wenn man etwas anders macht als sonst, sich etwa mit der „verkehrten“ Hand kämmt, föhnt, die Zähne putzt oder wenn man rückwärts geht, kurz: Gewohntes auf den Kopf stellt. „Das macht das Denken flexibler, jede neue Erfahrung ist ein Work-out für das Gehirn“, erklärt Heuser.
 
Die wichtigste Voraussetzung für ein erfolgreiches Gehirnjogging ist Spaß. „Die grauen Zellen entscheidenblitzschnell, welche der unzähligen Informationen, die auf uns einprasseln, überhaupt bemerkt werden“, sagt Dr. Siegfried Lehrl aus Erlangen, Vorsitzender der Gesellschaft für Gehirntraining und Miterfinder des Begriffs Gehirnjogging. „Bei dieser Auswahl ist das Gehirn gefühlsgesteuert. An Dinge, die uns interessieren, erinnern wir uns besser als an langweilige Daten. Wenn wir etwas mit Freude und Interesse tun, werden im Gehirn glücklich machende Botenstoffe wie Dopamin ausgeschüttet – wir leisten mehr, lernen leichter.“



www.senioren-ratgeber.de / da; 03.09.2009, aktualisiert am 30.10.2009
Banana Stock/RYF

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