Schmerzhafte Enge: Schwillt Gewebe an, kann es Sehnen oder den Schleimbeutel im Schultergelenk einquetschen
Chronische Enge
Das spüren Sie: Man kann den Arm seitlich abspreizen, verspürt aber ab einem Winkel von 60 bis 120 Grad Schmerzen. Typisch ist ein heftiger Nachtschmerz.
Das steckt dahinter: Auslöser kann eine entzündungsbedingte Schwellung sein – verursacht durch eine jahrelange Fehl- oder (plötzliche) Überbelastung der Schulterregion. Durch das Anschwellen von Gewebe wird der Raum zwischen Schulterdach und Gelenkkopf so eng, dass die darin liegenden Strukturen, etwa Sehnen oder der Schleimbeutel, eingequetscht werden.
Das kann helfen: Die Entzündung lindern und die Ursache, zum Beispiel ein starkes muskuläres Ungleichgewicht, behandeln. Vielen helfen schon nicht-operative Maßnahmen: entzündungshemmende Schmerzmittel, Kälte- und Ultraschallbehandlungen sowie gezielte Übungen beim Physiotherapeuten.
Bruch des Oberarmkopfes
Das spüren Sie: Unerträgliche Schmerzen nach einem Sturz auf die Schulter oder den ausgestreckten Arm.
Das steckt dahinter: Möglicherweise ein Bruch des Oberarmkopfs. Frauen mit Osteoporose sind besonders gefährdet.
Das kann helfen: Ein glatter Bruch muss meist nicht operiert werden. Betroffene bekommen für mehrere Wochen einen Schlauchverband – sie sind in dieser Zeit jedoch stark eingeschränkt. Ist der Knochen an mehreren Stellen gebrochen und/oder verschoben, muss in der Regel operiert werden. Welches Verfahren das richtige ist, entscheidet der Arzt. Ist der Knochen porös oder zertrümmert, macht es manchmal Sinn, den Oberarmkopf durch eine Endoprothese zu ersetzen. In allen drei Fällen ist eine begleitende Physiotherapie wichtig: Sie kräftigt schwache Muskeln und verbessert die Beweglichkeit, die sich durch
das Ruhigstellen massiv verschlechtert.
Arthrose des Schultergelenks
Das spüren Sie: Die Schulter schmerzt vor allem morgens und nach längerer Belastung.
Das steckt dahinter: Vielleicht eine Arthrose, durch die der Gelenkknorpel des Oberarmkopfs verschleißt. Ursache können frühere Verletzungen oder eine jahrelange Fehlbelastung sein. Auch Veranlagung oder Vorerkrankungen wie Rheuma spielen eine Rolle.
Das kann helfen: Kälteanwendungen dämmen die Entzündung ein. Bei starken Schmerzen kann der Arzt ein entzündungshemmendes Medikament spritzen; auch Schmerzmittel helfen. Der Physiotherapeut versucht, das Spiel zwischen Bändern, Sehnen und Muskeln sowie die Gelenkbeweglichkeit zu verbessern. Betroffene können vieles selbst tun: die Schultern bewegen, aber nicht belasten und die Muskeln stärken. Helfen diese Maßnahmen nicht, kommen unterschiedliche operative Eingriffe infrage – bei starker Arthrose raten Ärzte manchmal zu einem künstlichen Gelenk.
Kalkschulter
Das spüren Sie: Die Schulter schmerzt vor allem bei Überkopf- und Drehbewegungen. Typisch: Schmerzfreie Zeiten wechseln mit heftigen Beschwerden ab.
Das steckt dahinter: Vermutlich eine Kalkschulter, sichtbar im Röntgen- oder Ultraschallbild. Dabei lagert sich durch vorangegangene Entzündungen oder Minitraumata – etwa jahrelanges schweres Heben – Kalk in Sehnenansätze ein, die dadurch schlecht durchblutet werden. Brechen diese Depots auf, lösen sie im umgebenden Gewebe Entzündungen aus.
Das kann helfen: Arzneien dämmen die Entzündung ein. Stoßwellen können Kalkdepots zerstören, der Körper kann diese besser abbauen. Physiotherapeutische Übungen verbessern die Durchblutung und lindern so den Schmerz.
Petra Haas / Senioren Ratgeber;
08.09.2011
Bildnachweis: W&B/Dr. Ulrike Möhle
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