Richtig abkühlen bei Hitze

Sommerhitze macht dem Kreislauf älterer Menschen oft besonders zu schaffen. Die besten Tipps, wie Sie sich an heißen Tagen Abkühlung verschaffen
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 21.06.2017

Zu heiß? Wir verraten Ihnen, wie Sie sich im Sommer am besten abkühlen

Banana Stock/RYF

Der Sommer kann es anscheinend nie recht machen: Ist er verregnet, wünschen sich alle echtes Sommerwetter. Klettern die Temperaturen über 30 Grad, will auf einmal keiner etwas gesagt haben: Plötzlich stöhnen alle unter der Hitze und hoffen auf ein milderes Klima.

Ungeachtet dieser allzu menschlichen Wechselhaftigkeit: Heiße Sommertage machen vielen zu schaffen, Senioren eher als jüngeren Menschen. Das hängt damit zusammen, dass der Körper sich im Alter verändert. So haben Senioren weniger aktive Schweißdrüsen, die Wärmeregulierung läuft bei ihnen deshalb langsamer ab. Außerdem besitzt ihr Körper ein geringeres Gesamtvolumen an Flüssigkeit, sodass es bei Schwitzen eher zu einem Mangel kommt.


Ausreichend Abkühlung tut im Hochsommer dringend Not. Doch zu viel kann ebenfalls schädlich sein. Extreme Temperaturunterschiede belasten unter Umständen den Kreislauf. Besonders Menschen mit Herzkrankheiten sind gefährdet.

Die besten Tipps, wie Sie sich bei Hitze richtig erfrischen:

Trinken: Besser lauwarme Getränke

Viel trinken ist bei hochsommerlichen Temperaturen wichtig, um dem Körper die verlorene Flüssigkeit wiederzugeben. Bis zu drei Liter am Tag können an heißen Tagen sinnvoll sein. Ideal sind Mineralwasser sowie verdünnte Obst- und Gemüsesäfte. Weniger gut geeignet zum Abkühlen sind alkoholische oder koffeinhaltige Getränke. Sie weiten die Gefäße und begünstigen somit Kreislaufprobleme.

Ausreichend trinken fällt vielen Senioren schwer. "Im Alter ist das Durstempfinden geringer", erklärt Dr. Anke Richter, Hausärztin in Bad Oeynhausen. Dadurch trinken Betroffene oft zu wenig und bemerken erst spät, wenn sie zu viel Flüssigkeit verlieren. Dagegen kann zum Beispiel helfen, immer ein Glas Wasser am Tisch stehen zu haben. Viele chronisch Kranke, darunter Herz-, Nieren- und Leberpatienten müssen allerdings bei der Trinkmenge aufpassen und dürfen nicht zu viel trinken. Sie klären am besten mit ihrem Arzt ab, welche Flüssigkeitszufuhr für sie verträglich ist.

Die Getränke gekühlt zu genießen, klingt verlockend. Richter rät aber dazu, sie lieber lauwarm zu trinken. Denn der Körper benötigt zusätzliche Energie, um kalte Flüssigkeit zu verarbeiten. Ein eiskaltes Getränk mag deshalb zwar zunächst erfrischen, doch hinterher schwitzt man umso mehr.

Auch fettiges Essen liegt oft schwer im Magen. An heißen Tagen sollte deshalb vor allem leichte Kost auf dem Speiseplan stehen, also viel Salat, Obst und Gemüse. Suppen versorgen den Körper nicht nur mit Flüssigkeit, sondern gleichen zudem den Mineralstoffverlust durch das Schwitzen aus.

Klimaanlage und Ventilator: Nicht direkt dem Luftstrom aussetzen

Wer leicht Kreislaufprobleme kriegt und nicht unbedingt etwas erledigen muss, sollte sich an heißen Tagen möglichst in der Wohnung aufhalten. Das gilt  besonders für die Mittagsstunden, wenn die Hitze am stärksten ist. Klimaanlagen und Ventilatoren kühlen Zimmer auf angenehme Temperaturen ab. Vorsicht: Wer sich direkt dem kalten Luftstrom aussetzt, riskiert eine Sommererkältung. Tagsüber die Fenster mit Vorhängen und Rollläden verschließen, um die eigenen vier Wände kühl zu halten. Nur morgens und abends lüften.


Draußen: Sonnenschutz und luftige Kleidung

Wer sich bei Sommerhitze trotzdem nach draußen wagt, schützt sich am besten mit einer Kopfbedeckung vor der Sonneneinstrahlung. Gut ist auch helle Kleidung, die locker anliegt. So bildet sich zwischen Körper und Stoff ein erfrischender Luftzug.

Aufpassen sollte man auch beim Wechsel von klimatisierten Räumen in die pralle Sonne – und umgekehrt. Die starken Temperaturunterschiede können den Kreislauf stark belasten. Deshalb anstrengende Tätigkeiten beim Umgebungswechsel besser meiden und lieber erst einmal schonen.

Nasse Erfrischung: Duschen, waschen, Badeseen

Mehrmals täglich abduschen ist im Sommer durchaus in Ordnung, solange man keine trockene Haut hat. Auch hier gilt, dass schnelle Temperaturwechsel einen Kreislaufkollaps zur Folge haben können. Deshalb beim Duschen lauwarm beginnen und das Wasser allmählich kühler einstellen. Eine schnelle Alternative kennt Hausärztin Anke Richter: "Die Haut regelmäßig mit nicht zu kaltem Wasser benetzen."

Seen und Flüsse bieten im Sommer ebenfalls eine gern genutzte Erfrischungsmöglichkeit. Allerdings sollte man nicht ins Gewässer, ohne die Wassertemperatur zu kennen. Steigt man zu schnell in einen kalten Badesee, droht sogar Gesunden im schlimmsten Fall ein Kälteschock.

Nachts trotz Hitze gut schlafen

Die Wärme raubt im Hochsommer vielen nachts den Schlaf. Ein Patentmittel dagegen gibt es nicht. Am besten hilft, das Schlafzimmer den ganzen Tag über abzudunkeln und nur mit Bettlaken zu schlafen. Man kann nachts auch das Fenster öffnen, damit die Luft zirkuliert. Feuchte Handtücher vor die Fenster zu hängen, bringt dagegen wenig. Sie behindern nur den Luftaustausch.

Was hilft gegen schwere Beine im Sommer?

Menschen mit Venenproblemen macht Hitze besonders zu schaffen. Vor allem Frauen klagen dann über schwere Beine. Manchmal ist es schlicht zu heiß, um Stützstrümpfe zu tragen. Dann hilft es, die Beine hochzulagern und zu kühlen. Zwischendurch sollte man sich ausreichend bewegen: "Laufen fördert die Durchblutung", sagt Richter. Vorsicht: Wer ärztlich verordnete Kompressionsstrümpfe tragen muss, etwa nach einer Thrombose, sollte sich erst beim Arzt vergewissern, ob er an heißen Tagen tatsächlich ausnahmsweise pausieren darf.

Allen Sommergeplagten können sich zudem mit folgendem Gedanken innerlich Abkühlung verschaffen: Jede Hitzewelle geht einmal vorüber. Und dann lässt sich bald wieder vortrefflich über den schlechten Sommer quengeln.



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