Was Sie über Eisenmangel wissen müssen

Wie kommt es zu einem Eisenmangel und wie lässt er sich behandeln? Antworten auf die wichtigsten Fragen – unter anderem, welche Rolle die Ernährung spielt
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 11.09.2015

Kopfweh, Schwäche und Blässe können Zeichen eines Eisenmangels sein

Stockbyte/ RYF

1. Wofür benötigt der Körper eigentlich Eisen?

Eisen ist ein Spurenelement. Das bedeutet, dass es im Körper nur in sehr geringen Mengen vorkommt. Nichtsdestotrotz ist es überlebenswichtig. Der menschliche Organismus benötigt Eisen, um Hämoglobin zu bilden, einen Bestandteil der roten Blutkörperchen. Mithilfe des Hämoglobins wiederum transportieren die Blutkörperchen Sauerstoff von der Lunge zu den Zellen, wo er mittels chemischer Prozesse der Energiegewinnung dient.

Bei einem entsprechend ausgeprägten Eisenmangel bildet der Körper weniger Hämoglobin und die Sauerstoffversorgung funktioniert in der Folge nicht mehr so gut. Mediziner sprechen von einer Eisenmangelanämie – also von Blutarmut infolge von fehlendem Eisen.

2. Wie entsteht ein Mangel?

Die Ursachen für einen Eisenmangel können vielfältig sein. Oft entsteht er in Folge eines Blutverlustes, etwa bei häufigem Nasenbluten. Der Köper benötigt dann vermehrt Eisen, um neue rote Blutkörperchen zu bilden. Die Blutungen können auch relativ unauffällig und versteckt auftreten – zum Beispiel im Magen-Darm-Bereich. Daneben können unter anderem Krankheiten wie chronische Entzündungen im Verdauungstrakt, Zöliakie sowie Tumore zu einem Eisenmangel führen.

Auch eine zu geringe Zufuhr von Eisen über die Ernährung kann einen Mangel hervorrufen. Doch: "In der Regel nehmen wir über die Nahrung sehr viel Eisen zu uns", erklärt Privatdozent Dr. Martin Bommer vom Zentrum für Innere Medizin des Universitätsklinikums Ulm. Ein prima Eisenlieferant ist Fleisch, aber auch einige pflanzliche Lebensmittel wie Rote Bete enthalten viel Eisen.

3. Welche Symptome gibt es?

Ein Eisenmangel zeigt meist keine eindeutigen Beschwerden. Bei einer Blutarmut durch Eisenmangel fühlen Betroffene sich manchmal schwach, geraten leicht in Atemnot und haben Schwindelgefühle. Vor allem bei älteren Menschen kann dadurch das Sturzrisiko ansteigen. Relativ unspezifische Krankheitszeichen wie Konzentrationsprobleme und Kopfweh sind weitere mögliche Anzeichen. Zudem können unter anderem Haare ausfallen, Fingernägel brüchig werden und Risse in den Mundwinkeln entstehen.

Gerade bei älteren Menschen besteht die Gefahr, dass sie solche Hinweise nicht richtig deuten, sie für eine natürliche Alterserscheinung halten. Ärzte stellen einen Eisenmangel deshalb oft eher zufällig fest, wenn Betroffene sich aus einem anderen Grund untersuchen lassen.

4. Ist ein Eisenmangel gefährlich?

Gefährlich können vor allem die Auslöser und mögliche Folgen des Eisenmangels sein – etwa die erhöhte Sturzgefahr. Kurzatmigkeit und Schwächegefühle schränken zudem die Lebensqualität der Betroffenen zum Teil stark ein.

5. Wie diagnostiziert der Arzt den Mangel?

Bei einem Verdacht auf Eisenmangel wird der Arzt das Blut des Patienten untersuchen. Einen Hinweis geben oft schon die Anzahl und die Beschaffenheit der roten Blutkörperchen. Die Ferritin-Konzentration im Blut lässt zudem Rückschlüsse auf den Zustand der Eisenspeicher zu. Bei Ferritin handelt es sich um einen Eiweißkomplex, in dem der Körper Eiweiß speichert. Die Ferritinwerte können allerdings beispielsweise wegen einer Lebererkrankung verändert sein. In diesem Fall erlauben sie keine zuverlässigen Aussagen mehr. Bei Unklarheiten bestimmt der Arzt deshalb noch den Gehalt des Eiweißes Transferrin, das Eisen im Blut transportiert. Ist der Eisenmangel festgestellt, beginnt die Suche nach den Ursachen, um diese entsprechend behandeln zu können.

6. Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

"Ein Eisenmangel ist keine Krankheit, sondern ein Symptom", hält Anämie-Experte Bommer fest. Das heißt: Bei einem Eisenmangel ist es vor allem wichtig, die auslösende Ursache zu behandeln. Bei Bedarf kann der Arzt auch Eisenpräparate verschreiben. Den Mangel zu beseitigen, kann einige Zeit benötigen: "Es dauert etwa drei Monate, um leere Eisenspeicher aufzufüllen", sagt Bommer. Je nach Ursache für den Mangel können dabei auch eisenreiche Lebensmittel unterstützend wirken.

7. In welchen Lebensmitteln steckt Eisen?

Bei eisenreichen Lebensmitteln denken die meisten wahrscheinlich zuerst an Spinat. Tatsächlich ist das grüne Gemüse bei den Eisenwerten mit etwa 3 Milligramm pro 100 Gramm gut aufgestellt. Ein sehr guter Eisen-Lieferant ist Fleisch, aber auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Bohnen. Auch in Roten Beten, Hirse, Weizenkleie, Vollkornprodukten oder Pfifferlingen ist das Spurenelement reichlich vorhanden.


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