Winterzeit – Virenzeit. Doch nicht nur die „neue Grippe“ ist auf dem Vormarsch. Auch die „alten“ Grippe- und Erkältungsverursacher schlagen in diesen nasskalten Tagen wieder zu und verursachen die bekannten Beschwerden. Mit welchen Mitteln Sie sich wappnen können, wo die Viren überhaupt lauern und wie Sie ihnen am besten zu Leibe rücken – das alles beantworten unsere Experten aus drei unterschiedlichen Fachgebieten.
Dr. Fritz Grasberger leitet eine Apotheke in Miesbach. Der Apotheker ist bei Erkältungen oft erster Ansprechpartner
Das rät der Apotheker:
Ein Patient kommt mit Husten und heißem Kopf zu Ihnen. Ein klarer Fall von Grippe?
Nicht unbedingt. Da gibt es schon zwei, drei Kriterien, anhand deren ich im Gespräch mit dem Kunden herausfinde, ob es sich um einen Erkältungsinfekt oder um eine beginnende Influenza, also um echte Grippeviren, handelt. Wenn die Beschwerden schlagartig auftreten wie Fieber, trockener Husten, starke Gliederschmerzen, dann schicke ich ihn umgehend zum Arzt. Eine Erkältung dagegen ist bei uns in der Apotheke gut aufgehoben, und die kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage. Zumindest ist das eine gute Merkregel.
Was empfehlen Sie dann?
Das hängt immer von den Symptomen ab. Die frage ich erst mal ab und entscheide dann, ob er eher einen Hustenstiller, einen Hustenlöser oder ein abschwellendes Nasenspray für die Nacht braucht oder vielleicht sogar fiebersenkende Schmerzmittel. Manchmal tut es aber auch ein Lindenblütentee oder ein Erkältungsbad. Tipps zu den alten Hausmitteln gibt es bei uns nämlich gratis dazu. Wer zusätzlich schwitzt, feuert sein Immunsystem an.
Ist denn auch ein Kraut gegen das lästige Halsweh gewachsen?
Ja, mehrere. Besonders gut hilft Eibischwurzel gegen das Kratzen im Rachen. Der Saft legt einen angenehmen Film auf die Schleimhäute. Salbei und Thymian verhindern ähnlich verlässlich den ersten Virenbefall, gerade auch bei Husten. Ansonsten: alles feucht halten!
Stimmt es, dass man Nasensprays gar nicht so lange nehmen soll?
Stimmt, maximal zehn Tage. Sonst kommt es zum Gewöhnungseffekt. Ideal sind abschwellende Mittel nachts und dann tagsüber Salzwasser und Dexpanthenol.
Wie schützen Sie sich selbst gegen den täglichen Virenbeschuss?
Ich schwöre auf drei Dinge: häufig Hände waschen, viel Vitamin C, etwa mit frischem Orangensaft, und viel raus in die Natur, egal bei welchem Wetter. Das rate ich auch meinen älteren Kunden, deren Abwehrsystem ohnehin gerade etwas angeschlagen ist. In diesem Fall unterstützen Zink- oder Sonnenhutpräparate die Abwehrkraft.
Falls es Sie doch einmal trifft: Bleiben Sie dann konsequent im Bett?
Da haben Sie mich jetzt kalt erwischt. Dabei wird das Auskurieren von Infektionskrankheiten mit zunehmendem Alter immer wichtiger. Drei, vier Tage Erholung im Bett – das tut dem Körper enorm gut.
Elke Schurr / www.senioren-ratgeber.de;
29.09.2010
Bildnachweis: W&B/Bernhard Huber, Getty Images/The Image Bank
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