Alljährlich im Herbst beginnt sie wieder: Die Grippe-Saison. Alljährlich ist auch etwas Spannung dabei: Wie sieht das Virus dieses Jahr aus und wie viele trifft die Grippewelle? Denn Influenza-Viren sind äußerst wandlungsfähige Gesellen.
Zunächst gibt es schon einmal verschiedene Typen. Das Influenza Typ B-Virus verursacht meist nur harmlose Atemwegsinfektionen. Hinter der Virusgrippe wie wir sie kennen, steckt üblicherweise das Influenza Typ A-Virus.
Davon gibt es dann noch mehrere Untergruppen (Subtypen). Benannt werden diese nach zwei bestimmten Oberflächenbestandteilen – dem Hämagluttinin (H) und der Neuraminidase (N). So gibt es zum Beispiel Viren vom Typ H1N1, wie das Schweinegrippevirus, aber auch von Typ H2N2 oder H3N2. Doch damit nicht genug: Das Erbgut und damit auch die Eigenschaften des Influenza-Virus ändern sich durch Neukombinationen und Mutationen sehr häufig.
Vorherzusagen, wie die Viren aussehen, die in einem Winter ihr Unwesen treiben, ist daher sehr schwierig. Doch die Wissenschaftler müssen eine Prognose erstellen. Denn weil das Virus so wandlungsfähig ist, kann der Impfstoff gegen Influenza A nicht vor allen Subtypen des Virus schützen, sondern nur jeweils vor bestimmten Varianten.
Um die richtigen zu erwischen, beobachten die Forscher zum Beispiel genau, welche Viren im Vorjahr besonders aktiv waren und verfolgen während bei uns Sommer ist genau den Verlauf der Grippeepidemie auf der Südhalbkugel der Erde. Aus diesen Daten werden Empfehlungen erstellt, nach denen die Pharmahersteller wiederum die Impfstoffe produzieren.
Wann ist der beste Impftermin?
Weil sich der Impfstoff und die Viren jedes Jahr verändern, muss die Grippe-Schutzimpfung jährlich aufgefrischt werden. Der beste Zeitpunkt dafür ist im Herbst, bereits einige Wochen vor Beginn der Grippesaison. Doch auch zu einem späteren Zeitpunkt, in Dezember oder Januar, kann die Impfung durchaus noch sinnvoll sein. Die große Grippewelle erreicht uns oft erst nach dem Jahreswechsel. Die Impfung schützt allerdings nicht sofort. Bis der Körper ausreichend Abwehrstoffe gebildet hat, dauert es etwa 14 Tage.
Eine Grippe ist anstrengend: Gliederschmerzen, Fieber und Schwächegefühl machen selbst jungen Menschen schwer zu schaffen. Vor allem bei Senioren kann es aber zu Komplikationen, wie einer zusätzlichen Lungenentzündung durch Bakterien kommen. Gerade für sie kann es daher sinnvoll sein, sich durch eine Impfung zu schützen.
Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung gegen Influenza unter anderem für alle Menschen über 60, Personen mit Immundefekten oder chronischen Krankheiten der Atemwege, des Herz-Kreislaufsystems, der Nieren oder der Leber, aber auch Menschen mit Stoffwechselstörungen wie Diabetes. Für Bewohner von Alters- und Pflegeheimen sowie medizinisches Personal gibt es ebenfalls eine Impfempfehlung.
Dr. Katharina Gockel / www.senioren-ratgeber.de;
23.07.2010, aktualisiert am 28.12.2011
Bildnachweis: W&B/Szczesny, Winfried Fischer, PhotoDisc
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