Verkalkte Gefäße am Herzen lassen sich aufdehnen oder umgehen. Für beide Strategien gibt es gute Argumente
Es beginnt im Verborgenen. Cholesterinhaltige Ablagerungen setzen sich in den Arterien fest, die das Herz mit Blut versorgen. Über Jahre, oft Jahrzehnte werden die Adern enger, das Blut kann nicht mehr ungehindert fließen, der Lebensmotor erhält zu wenig Sauerstoff.
Gefäßverkalkung am Herzen ist ein Volksleiden. Mehr als drei Millionen Bundesbürger sind von der chronischen Erkrankung im Brustkorb betroffen. Rund 40 Prozent der über 75-jährigen Patienten in deutschen Hausarztpraxen haben das Problem, zeigt eine Stichprobe aus dem Jahr 2005.
Die Schwachstellen in den Arterien sind tückisch. „Einmal ist die Lebensqualität der Patienten geschmälert, denn sie sind nicht mehr so belastbar und bekommen bei Anstrengung schnell Schmerzen und Engegefühle in der Brust“, erklärt Prof. Thomas Meinertz, Chef der Kardiologie am Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf. Viele Betroffene neigen daher mit der Zeit zu Depressionen und Ängsten. Zum anderen erhöht die Gefäßverkalkung das Risiko für einen Herzinfarkt und für eine Herzmuskelschwäche.
Was also tun? „An erster Stelle der Behandlung steht ein herzgesunder Lebensstil“, sagt Meinertz: abspecken, Verzicht aufs Rauchen, ein Speiseplan mit viel Obst und Gemüse, Ballaststoffen, pflanzlichen Fetten (etwa Olivenöl) und mehr Fisch als Fleisch. Ganz wichtig für den Herzschutz ist Bewegung. Dazu wird der Arzt in den meisten Fällen einen Mix aus Medikamenten verschreiben.
Thorsten Dargatz, Senioren Ratgeber;
21.09.2009, aktualisiert am 25.06.2010
W&B/Ronald Frommann
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