Kosmetik: So gelingt sie zu Hause

Soll man für Fußpflege, Maniküre oder Haarefärben zum Fachmann gehen? Oder klappt das auch daheim? Die wichtigsten Tipps
von Elke Schurr, 12.05.2016

Fesch aussehen: Das gelingt auch ohne Kosmetikstudio

Thinkstock/iStockphoto

Manchmal gibt es nicht schöneres als sich einfach eine Weile etwas Gutes zu tun und den Körper zu pflegen. Viele Menschen gönnen sich dafür einen Besuch im Kosmetikstudio, aber auch zuhause ist einiges möglich ohne viel Geld dabei auszugeben. Und schließlich gibt es kaum einen gemütlicheren Ort als die Couch, in den eigenen vier Wänden – auf der man sich nach der Körperpflege mit schöner Musik ein bisschen entspannen kann. Diese Tipps sollten Sie beachten, und wann vielleicht doch der Fachmann gefagt ist:

W&B/Christine Schneider

Fußpflege

Selber machen: Wer gesunde Füße und beim Vornüberbeugen keine Probleme hat, kann Hornhaut getrost selbst entfernen. "Doch nicht zu arg bimsen!", betont Kosmetikfachfrau Monika Ferdinand. "Wenn es heiß wird, war’s zu viel." Die Vorsitzende des Bundesverbands deutscher Kosmetikerinnen empfiehlt deshalb spezielle Fußfeilen, die auch eine feine Seite haben. Für das Kürzen der Nägel lohnt es sich ebenfalls, ein paar Euro mehr auszugeben: "Besorgen Sie sich eine Nagelzange statt einer Schere. Und nicht vergessen: Immer gerade schneiden."

Besser zum Profi: Diabetiker mit Fußproblemen und Menschen mit eingewachsenen Nägeln sollten unbedingt zur medizinischen Fußpflege gehen. Aber auch wer schlecht beweglich ist, braucht bei diesen Handgriffen fremde Hilfe. "Es besteht sonst die Gefahr, sich mit den Zangen, Feilen oder Nagelfalzinstrumenten zu verletzen", betont Andreas Sanders, Vorsitzender des Deutschen Podologenverbands. Schmerzhafte Risse oder Schrunden in der Hornhaut sind beim Podologen ebenfalls in guten Händen. Sanders: "Lassen Sie hier nur den Profi ran, denn das kann sich infizieren."


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Maniküre

Selber machen: Hände und Fingernägel aufzuhübschen ist vergleichsweise einfach – mit Sandblatt- oder Glasfeilen, einer guten Handcreme und einem Nagelöl. Die Nagelhaut sollte man regelmäßig eincremen und mit einem Holzstäbchen sanft zurückschieben. "Nicht schneiden!",  warnt Kosmetikerin Ferdinand. "Die Nagelhaut schützt das Nagelbett, weil sie Keime abhält." Für alle Lackfans gilt: Unterlack benutzen, damit sich der Nagel nicht gelb verfärbt.

Besser zum Profi: Ausgefallene Nagelformen und Kunstersatz gibt es bei der Kosmetikerin. Dort sind auch alle richtig, die wegen eines Handicaps oder aus purer Lust aufs Verwöhnen nicht selbst Hand anlegen wollen.


Getty Images/Fuse

Peeling

Selber machen: Rubbeln ist ab 65 tabu. Für die Tiefenreinigung der Gesichtshaut eignen sich jetzt nur noch schonende Peeling-Gele und Peel-off-Masken, Produkte ohne Schleifpartikel, aber mit viel feuchtigkeitspendenden und rückfettenden Substanzen. "Bei sehr trockener Haut können Sie auch mal Ampullen mit eiweißspaltenden Enzymen probieren", sagt die Stuttgarter Apothekerin Dr. Daniela Walter.Hautschüppchen werden damit behutsamer gelöst." Von Säurepeelings sollten Sie aber besser die Finger lassen. "Mit dem falschen Produkt sind Hautprobleme vorprogrammiert." Wenden Sie deshalb ein neues Peeling nie ohne vorherige Beratung an.

Besser zum Profi: Wer von Haus aus zu geröteter Haut oder Couperose neigt, lässt lieber eine Kosmetikerin ran.


RYF_Strandperle/Fancy

Haare färben

Selber machen: Ansatz überdecken oder komplett färben? Warum nicht, wenn das Ergebnis zufriedenstellend ausfällt. Viele Laien verwenden Pflanzenfarben, die nicht mit Wasserstoffperoxid bleichen, sondern dem Haar nur eine andere Farbnuance verpassen, meist Richtung Rot. "Bei weißem Haar kann das aber schrill werden", warnt Antonio Weinitschke vom Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks. Auch wer zu Hause mit Chemie experimentiert, sollte sich mit den richtigen Konzentrationen und exakten Einwirkzeiten auskennen, sagt Weinitschke: "Sonst gibt’s Überraschungen!"

Besser zum Profi: Beim Friseur darf die Kundin perfekte Farbabdeckung und perfektes Auftragen der Farbe erwarten. "Der Profi stimmt die Konzentrationen auf das individuelle Haar ab", sagt der Friseurmeister. Außerdem verfüge er über eine größere Farbpalette. "Wir rühren manchmal zwei oder drei Farbtöpfe an." All das hat seinen Preis. Die Alternative? Stehen Sie zu Ihrem Grau, und pflegen Sie es mit einem Spezialshampoo gegen Gelbstich. Weinitschke: "Das Haar bekommt dann einen schönen, klaren Glanz."


W&B/Forster und Martin

Enthaaren  

Selber machen: Wollen Sie nur ein paar Haare am Kinn oder der Braue loswerden, greifen Sie ruhig selbst zur Pinzette. Für Waden, Achseln und Bikinizone ist die Rasur die schnellste und unproblematischste Technik. Wer zu empfindlicher Haut neigt, sollte zudem eine Rasiercreme verwenden. Nachteil: Die Haare wachsen schnell und stoppelig nach.

Besser zum Profi: Beim  Waxing werden heiße Wachsbahnen gegen die Haarwuchsrichtung von behaarten Hautpartien gerissen. Vorteil der etwas unangenehmen Prozedur: Das Haar verschwindet mitsamt der Wurzel. Das Sugaring, also die Enthaarung mit warmer Zuckerpaste, folgt immerhin der Wuchsrichtung und gilt deshalb als weniger schmerzhaft. Beide Depilier-Techniken wollen jedoch gelernt sein: "Gerade in der Leistengegend können Sie das schwerlich selbst", bemerkt Kosmetikerin Ferdinand. "Damit es nicht so schmerzt, muss die Haut gespannt werden." Fehler passieren auch, wenn die Haut nicht genügend entfettet ist oder die Haare zu lang sind und das Wachs nicht greift. Die dauerhafte Haarentfernung etwa eines Damenbarts mit Nadeln oder Laser ist ausschließlich Sache der Kosmetikerin oder des Arztes.



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