Wäsche waschen – wie banal. Denkste! Wer vor den Waschmittel-Regalen im Laden steht, verliert schnell den Überblick: Jeans, Schwarzes, Weißes, Pullover oder Sportkleidung verlangen offenbar ihre eigenen Pulver, Gels, Tabs oder Sprays mit Pre-Wash und Kalkschutz, Hygiene- und Weichspülerzusatz. „Waschen ist zwar eine Wissenschaft“, räumt Markus Gast ein, Sachverständiger für den Bereich Wasch- und Reinigungsmittel im Umweltbundesamt, „aber drei Waschmittel reichen auch.“ Was Sie über die gängigsten Saubermacher wissen sollten:
Weißes wird damit besonders sauber, denn die pulverförmigen Vollwaschmittel bestehen nicht nur aus Alkalien, fettlösenden Tensiden und eiweißspaltenden Enzymen. Ihre Aufheller und Bleichmittel lassen Wäsche erstrahlen, beseitigen Flecken sowie die meisten Keime, und das funktioniert bereits ab 40 Grad. Die Mehrheit der Fleckenmittel arbeitet nach diesem Prinzip. Ein Fleck-weg-Tipp vom Waschexperten Gast: „Mit farblosem Spülmittel einen stark verschmutzten Kragen oder Fettfleck vorbehandeln. Das spart Waschmittel.“ Auch gut: die Fleckenprogrammtaste. Sie ermöglicht es, eine Temperaturstufe herunterzuschalten.
Laut Stiftung Warentest reinigen pulverförmige Waschmittel gründlicher als flüssige. „Das liegt zum einen am Bleichmittel im Vollwaschpulver“, erklärt Gast, „zum anderen aber an anderen Hilfsstoffen, die nur im Pulver enthalten sind. Deshalb waschen Colorwaschpulver besser als das Gel.“ Und auch in Sachen Umwelt sind die Körner fein raus: Sie enthalten weniger Tenside als Flüssigwaschmittel und belasten die Gewässer nicht so stark.
Der Reiniger für Buntes funktioniert wie ein Vollwaschmittel, nur ohne Bleiche, dafür mit besonderen Pflegestoffen für Fasern und Farben. Ein Muss für alle, die länger Wert auf sattes Grün oder tiefes Schwarz legen.
Wolle und Seide enthalten Eiweiße, die nach Schonung verlangen: Die eiweißspaltenden Enzyme in den Voll- und Colorwaschmitteln wären Gift für jeden Pullover. „Seiden- oder Wollwaschmittel sind deshalb für diese Fasern unverzichtbar“, sagt Gast. Für die Handwäsche tut’s aber auch ein simples Haarshampoo.
Zusätzliche Entkalker sind sinnlos, denn jedes Waschmittel enthält genügend Kalkschutz. Sie sollten für jeden Waschgang jedoch immer richtig dosieren: nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig – den Heizstäben zuliebe. Weichspüler sind ebenfalls verzichtbar. Selbst wenn ihre speziellen Tenside inzwischen biologisch abbaubar sind – Duftstoffe und Chemikalien darin sind es teilweise nicht. Gegen die Trockenstarre, die die Wäsche so hart macht, hilft im Übrigen Bewegung: entweder im Wind oder kurz in den Trockner.
„Früher haben die Bleichmittel nur bei Kochwäsche richtig funktioniert, heute tun sie es schon ab 40 Grad“, meint Markus Gast. „Moderne Waschmittel haben sogar bei niedrigen Temperaturen die besseren Ergebnisse als die alten bei 60 Grad.“ Deshalb kann und sollte jeder mit gutem Gewissen Strom sparen. Damit aber die Waschmaschine auf lange Sicht keinen Bakterienfilm entwickelt, sollten Sie alle 14 Tage einmal bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittelpulver waschen, um alle Keime zu beseitigen.
Elke Schurr / Senioren Ratgeber;
19.09.2012
Bildnachweis: Getty Images/The Image Bank
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