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Früherkennung:
Das steht Ihnen zu

Ob Herz-Check, Darmspiegelung oder Mammographie: Viele Untersuchungen bezahlt Ihre Krankenkasse

Seniorenpaar

Es war großes politisches Spektakel, als SPD-Politiker Kurt Beck im vergangenen Jahr sein Amt als Parteivorsitzender niedergelegt hat. Doch einer scherte sich an diesem Tag wenig um das politische Geschehen: Gerhard Schröder. Der Ex-Bundeskanzler hatte Besseres vor an jenem Tag: Von Kopf bis Fuß habe er sich vom Arzt untersuchen lassen, war von Schröder zu vernehmen. Ein ganztägiger Gesundheitscheck mit gutem Ergebnis: „Alles bestens“, so der Politiker. 

 

Wer prüfen will, ob seine Chancen auf einen gesunden Lebensabend ebenso gut stehen, muss sich aber nicht gleich wie Gerhard Schröder einen ganzen Tag in ärztliche Obhut begeben. Ein kurzer Besuch in der Praxis kann bereits für viel Klarheit sorgen. Ein kleiner Piks beim Blutabnehmen genügt, und der Arzt weiß um Cholesterin- oder Zuckerwerte. Klarheit, ob das Brustgewebe auffällig verändert ist, kann eine Mammografie bringen. Und wenn sich die Prostata vergrößert hat, ertastet ein Mediziner das schnell. Bezahlen muss der Patient das nicht. „Es gibt eine Reihe einfach durchzuführender Früherkennungsuntersuchungen, die für Patienten kostenfrei sind“, sagt Allgemeinmediziner Ulf Beyersdorff aus Salzgitter. 


Um einem Diabetes früh auf die Schliche zu kommen oder einem Herzinfarkt vorzubeugen, bieten Krankenkassen regelmäßige Gesundheitschecks an. Relativ neu im Katalog der kostenlosen Angebote: die Hautinspektion. Seit Juli 2008 dürfen gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre Muttermale und andere Hautunregelmäßigkeiten vom Haus- oder Hautarzt begutachten lassen. „Leider nutzen dieses Angebot noch zu wenige“, bedauert Beyersdorff. 

 

Auch andere Fachleute wünschen sich, dass noch mehr Versicherte die kostenlosen Checks in Anspruch nehmen. Etwa bei der Krebsfrüherkennung „Die meisten Krebsarten entstehen nicht über Nacht, sondern entwickeln sich aus Vorstufen“, erklärt Prof. Wolff Schmiegel, Vorsitzender des Fachausschusses Krebsfrüherkennung der Deutschen Krebshilfe. Bestes Beispiel hierfür ist Darmkrebs. „Die bösartigen Geschwülste entstehen meist aus gutartigen Polypen“, sagt Schmiegel. „Und die entdecken wir bei einer Darmspiegelung und können sie dort auch sofort entfernen.“  

 


Grippeschutzimpfung

Grippeimpfung: Für Senioren besonders empfehlenswert

Was vielen Patienten das Leben rettet: Während 2001 noch mehr als die Hälfte der Darmkrebskranken an dem bösartigen Tumor starben, waren sieben Jahre später nur noch knapp 40 Prozent der Erkrankungen tödlich. Aber es sind immer noch viel zu viele. Der Appell, regelmäßig zur Früherkennung zu gehen, richtet sich besonders an Ältere. 

 

Mit den Jahren steigt das Risiko für Herzleiden, Krebs oder Diabetes an. Die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts rät zudem über 60-Jährigen oder chronisch Kranken zur jährlichen Grippeimpfung. Alle sechs Jahre sollen sie sich zudem gegen Lungenentzündung impfen lassen. Ein kleiner Piks, der nichts kostet, aber vor Schlimmem bewahrt. Experten schätzen, dass die Grippe jährlich weit mehr als 5000 Todesopfer in Deutschland fordert. 

 


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Doch Frauen, besonders aber Männer kneifen, wenn es um Krebsfrüherkennung oder den regelmäßigen Herz-Check geht. „Es ist wie beim Elternsprechtag“, erklärt Allgemeinmediziner Beyersdorff, „es kommen die mit den wenigsten Problemen.“

 

Jene, die wegbleiben, glauben nicht unbedingt, vor jeglichen Gebrechen gefeit zu sein. „Viele haben Angst vor dem Ergebnis der Untersuchung “, bedauert Schmiegel. Eine Vogel-Strauß-Politik zum Verzweifeln findet er: „Je früher wir einen Tumor erkennen, umso bessere Chancen haben wir doch, ihn zu besiegen.“

 

Ein Grund mehr, warum sich das Expertengremium um Schmiegel Gedanken macht, künftig auch Tumorleiden wie Lungen- oder Magenkrebs als kostenlose Früherkennungsuntersuchung anzubieten. Die Anstrengungen der Gesundheitsforscher laufen aber noch in eine andere Richtung: „Ich glaube, dass es sich lohnt, mit finanziellen Bonus-Regelungen noch mehr Anreize zu schaffen, öfter zum Arzt zu gehen“, erklärt Schmiegel.

 

Ein weiterer Pluspunkt: Sich auf Herz und Niere überprüfen zu lassen, zahlt sich aus. Auch im Geldbeutel. 


Raphaela Birkelbach, Senioren Ratgeber / GesundheitPro.de; 12.03.2009, aktualisiert am 02.03.2010
DDP/ Luebke, W&B, Getty Images/Nancy Brown

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