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Was bietet die Unabhängige Patientenberatung?

Die Unabhängige Patientenberatung hilft Menschen bei Problemen mit der Krankenkasse, bei medizinisch-juristischen Fragen oder bei finanziellen Streitfällen


Rainer Sbrzesny ist als Jurist bei der Unabhängigen Patientenberatung (UPD) tätig

Herr Sbrzesny, es gibt Berater bei den Krankenkassen, Pflegestützpunkte und Selbsthilfegruppen. Warum gibt es noch die Unabhängige Patientenberatung?

Studien zeigen: Ein gut informierter Patient ist besser in der Lage, seine Rechte durchzusetzen. Sie werden schneller gesund und belasten den Staat finanziell weniger. Eine seriöse Beratung ist daher wichtig, Patienten schätzen insbesondere unsere Unabhängigkeit.


Sie nennen sich unabhängig. Aber Ihre Arbeit wird von den Kassen bezahlt.

Stimmt, dazu hat der Gesetzgeber die Krankenkassen verpflichtet. Aber diese haben keinen inhaltlichen Einfluss auf unsere Arbeit, ebenso wenig sind wir von Behörden oder Institutionen abhängig, die über Kosten entscheiden, wie etwa ein Rentenversicherungsträger.

Welche Beratung bieten Sie an?

Bei uns informieren Experten rund um das Thema Gesundheit. Das können juristische, medizinische oder psychosoziale Aspekte sein. Bei uns erhält jeder kostenlos Auskunft, wenn er etwa Probleme mit seiner Krankenkasse hat, eine ärztliche Diagnose erklärt bekommen möchte oder nach Therapiealternativen sucht.

Erfolgt die Beratung persönlich?

Sie ist immer individuell auf den einzelnen Ratsuchenden bezogen. Interessierte können sich an die Mitarbeiter unseres kostenfreien Beratungstelefons wenden oder eine der UPD-Beratungsstellen besuchen, von denen es bundesweit 21 gibt. Ratsuchende können uns zudem anonym per Online-Anfrage kontaktieren, auch per Brief oder per Fax.

Welche Experten arbeiten bei der UPD?

Zum Beispiel Mediziner, Juristen oder Psychologen mit Beratungserfahrung.

Wie viele Anfragen bekommen Sie im Schnitt?

Rund 80.000 im Jahr. Der durchschnittliche Ratsuchende ist 55 Jahre alt und weiblich.

Was sind die häufigsten Fragen?

In mehr als der Hälfte der Fälle geht es um finanzielle Fragen, oder jemand möchte wissen, ob er einen Anspruch auf eine Gesundheitsleistung hat. Etwa: Welchen Zuschuss zahlt die Krankenkasse bei vergrößernden Sehhilfen? Oder wann darf ich eine Kur beantragen? Aber es gibt auch viele Anfragen zu Therapieformen oder wo sich ein passender Facharzt finden lässt.

Angenommen, ein Anrufer hat Ärger mit seiner Krankenkasse und bittet Sie, dort einmal anzurufen. Machen Sie das?

Ja, wir vermitteln auch in Ausnahmefällen. Es kommt vor, dass wir einen Arzt anrufen und um die Herausgabe der Patientenunterlagen an den Ratsuchenden bitten. Aber so ein Wunsch wird äußerst selten geäußert.

Wo liegen die Grenzen Ihrer Beratung?

Wir bieten weder eine gerichtliche Rechtsvertretung an, noch stellen wir Diagnosen oder machen Therapievorschläge.

Sollte sich ein Patient vorbereiten, wenn er sich bei Ihnen meldet?

Es ist hilfreich, wenn bei der Beratung schon Unterlagen wie Bescheinigungen von der Krankenkasse oder ärztliche Befunde vorliegen.

Behandeln Sie die Anfragen vertraulich?

Ja, unsere Mitarbeiter sind zur Verschwiegenheit verpflichtet. Die uns anvertrauten Informationen unterliegen dem Datenschutz.

Worin sehen Sie die Zukunft der UPD?

Die UPD hat sich aus einem Modellprojekt entwickelt. Seit Anfang dieses Jahres ist sie aber für jeden Bürger ein garantiertes Angebot. Das deutsche Gesundheitswesen wird immer komplexer, da brauchen Patienten mehr denn je Beratung und einen Lotsen.


Kontakt:

Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD)

Beratungstelefon: 0800 011 77 22 (kostenlos aus dem Festnetz)

Internet: www.unabhaengige-patientenberatung.de (www.senioren-ratgeber.de ist nicht verantwortlich und übernimmt keine Haftung für Inhalte externer Internetseiten).




Bildnachweis: W&B/Michael Hughes

Raphaela Birkelbach, Senioren Ratgeber; 27.10.2011
Bildnachweis: W&B/Michael Hughes

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