Neue Netzwerke, bessere Beratung, mehr Ehrenamt: Wie pflegende Angehörige entlastet werden sollen
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Die Rechnung scheint einfach. 2,13 Millionen pflegedürftige Menschen gibt es in Deutschland. 677.000 von ihnen leben in Heimen. 472.000 können dank der Hilfe ambulanter Pflegedienste zu Hause wohnen. Bleiben fast eine Million, die mit ihren Angehörigen daheim allein zurechtkommen.
Tun sie das wirklich? Martina Hasseler hat da ihre Zweifel. „Wir haben in Deutschland ein dichtes Angebot an Pflegeleistungen“, sagt die Hamburger Pflegewissenschaftlerin. In rund 11.000 ambulanten Diensten arbeiten mehr als 214.000 Pflegeprofis. „Aber in Anbetracht der enormen Belastung pflegender Angehöriger müssten diese Leistungen viel stärker in Anspruch genommen werden.“
Die Pflegeprofessorin weiß auch aus eigener Erfahrung als Krankenschwester, woran es hapert. „Mundpflege“, „Haare waschen“, „Hilfe beim Toilettengang“: Das System der Versorgung orientiert sich an den Schablonen der Pflegeversicherung. „Es geht stets nur um einzelne Tätigkeiten“, sagt Hasseler. „Für das, was viele Angehörige bräuchten – Begleiten, Vermitteln von Kontakten, Gestalten des Alltags –, ist kein Raum.“
Gerade mal einen Beratungsbesuch pro Halbjahr lässt die Pflegeversicherung bisher zu. Hasseler betrachtet es daher als Fortschritt, dass die Pflegereform einen Anspruch auf Beratung festschreibt.
Kai Klindt, Senioren Ratgeber / GesundheitPro;
27.08.2008
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