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Problempunkt Prostata:
Gefährlicher Krebs oder harmlos vergrößerte Prostata?

Die meisten Männer kneifen aus Angst. Dabei kann der Arzt oft helfen. Was Vorsorgemuffel wissen sollten

Prostata/ Unterleibsorgane

Männerleiden: Fast jeder Zweite über 50 hat Probleme mit der Prostata

„Du kannst schütteln oder klopfen, in die Hose geht der letzte Tropfen“ – gelassen nehmen viele Ältere Probleme beim Wasserlassen. 40 Prozent der Männer über 50 Jahre leiden an Harnstottern. Viele pressen, um die Blase zu entleeren. Andere schlafen kaum noch, weil der Harndrang sie immer wieder zur Toilette zwingt. Viele gehen nicht zum Arzt, aus Scham oder aus Angst, dass eine Krebserkrankung hinter dem Männer-Zipperlein stecken könnte.

 

Diese Sorge ist in den meisten Fällen unbegründet. „Störungen beim Wasserlassen sind in der Regel harmlos“, sagt Prostata-Experte Dr. Jan Fichtner von der Urologischen Klinik in Oberhausen. Aufgrund altersbedingter Hormonverschiebungen dehnt sich das Prostatagewebe aus. Wächst es nach innen, engt es die Harnröhre ein: Der Harnstrahl schwächt sich ab. Breitet sich die Prostata Richtung Harnblase aus, entleert sich die Blase nicht vollständig: Restharn bleibt zurück. Besserung der lästigen Beschwerden findet nur, wer seine Scheu überwindet und sich doch zum Arzt traut. Die Prostatavergrößerung lässt sich gut mit Medikamenten beeinflussen.


Pflanzenextrakte aus Sägezahnpalme, Brennnessel, Kürbis, Sojaextrakt oder Roggen kommen vor allem im Anfangsstadium der Erkrankung zum Einsatz. Ihre Hauptwirkstoffe, Phytosterole, bremsen das Wachstum der Prostata und bessern den quälenden Harndrang. Verschreibungspflichtige Alpharezeptorenblocker bewirken, dass sich das Prostatagewebe entspannt und so das Wasserlassen leichter fällt. Enzymblocker hemmen die Bildung des Hormons, das die Prostata wachsen lässt.

Nicht immer schafft jedoch ein Rezept die drängenden Männerprobleme aus der Welt. Wenn sich der Urin immer wieder in der Blase staut, raten Urologen zur Operation, um die „Hürde“ beim Wasserlassen zu beseitigen. Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Verfahren sollten Betroffene mit ihrem Urologen besprechen.

 

Sich ausführlich beraten lassen statt in diffuser Angst zu leben, ist auch dann die bessere Alternative, wenn einmal der Verdacht auf eine bösartige Erkrankung aufkommt. Jährlich erkranken mehr als 34.000 Männer in Deutschland an Prostatakrebs. Oft bemerken Betroffene den Tumor erst, wenn er den Urinfluss behindert oder Tochtergeschwülste andere Organe befallen haben. Für eine Heilung ist es dann meist zu spät. Fachärzte raten deshalb allen Männern ab 45 Jahren zur kostenlosen Früherkennungsuntersuchung. Dabei tastet der Arzt vom Enddarm aus die Prostata auf Verhärtungen ab.



www.senioren-ratgeber.de; 12.09.2005, aktualisiert am 15.09.2009
W&B/Jörg Neisel

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