Ostern: Was Bräuche und Symbole bedeuten

Woher stammt das Wort "Ostern" eigentlich? Warum bringt ausgerechnet der Hase die Eier? Mit uns behalten Sie den Durchblick beim Osterfest
von Dagmar Fritz, aktualisiert am 12.04.2017

Haben die Farben auf den Ostereiern eine Bedeutung?

iStock/James Whittaker

1. Woher stammt der Begriff "Ostern"?

Die meisten Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass sich der Begriff vom altgriechischen Wort "Eos" ableitet, was Morgenröte bedeutet. Aus Eos entwickelte sich das althochdeutsche Wort "eostere" und daraus unser Begriff Ostern. Sonnenaufgang und Morgenröte spielen gerade am Ostersonntag eine besondere Rolle: Sie stehen für die Auferstehung Christi und den Beginn neuen Lebens. Es gibt aber noch andere Vermutungen über die Herkunft des Worts "Ostern": So ist der Begriff möglicherweise heidnischen Ursprungs – oder leitet sich schlicht von der Himmelsrichtung Osten ab.

2. Warum fällt Ostern jedes Jahr auf einen anderen Termin?

Das Datum für Ostern orieniert sich am jüdischen Pessach-Fest, das sich nach dem ersten Frühjahrsvollmond errechnet. Da dieser Tag jedes Frühjahr auf ein anderes Datum fällt, ändert sich jährlich auch der Zeitpunkt unserer Osterfeierlichkeiten. Die Christen legten ihr Osterfest auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühjahrsvollmond. Deshalb fällt Ostern frühestens auf den 22. März, spätestens auf den 25. April.


3. Woher stammt das Osterlamm?

Dem Johannesevangelium zufolge starb Jesus, während im Tempel die Lämmer für das Pessach-Fest geschlachtet wurden. Daher gilt auch das Osterlamm als Symbol für den sich opfernden Jesus Christus. Im frühen Christentum wurde frisch geschlachtetes Lammfleisch unter den Altar gelegt, um es weihen zu lassen. Das geweihte Lammfleisch war die erste Mahlzeit des Auferstehungstages. Heute legen Christen kein frisches Fleisch mehr an den Altar, sondern ein kleines Körbchen mit einem gebackenen Osterlamm darin. Die Symbolik ist jedoch gleich geblieben. 

4. Welche Bedeutung haben Palmzweige und Palmbuschen?

Im Neuen Testament spielen Palmwedel beim Einzug Jesu nach Jerusalem eine wichtige Rolle: Auf einem Esel reitend, zieht Jesus in die Stadt ein, begleitet von Menschen mit grünen Palmzweigen in den Händen – als Zeichen des Lebens und des Sieges. Statt Palmenzweigen verwendet man in unseren Breiten immergrüne Buchsbaumzweige und Palmkätzchen, bindet sie zu Sträußen und lässt sie im Palmsonntagsgottesdienst weihen. Die Palmbuschen nehmen Gläubige auch heute noch gerne mit nach Hause. In Süddeutschland legen Gläubige sie in den "Herrgottswinkel" unter das Kruzifix. Sie sollen dort Unheil abwenden. In Bayern gibt es den Brauch, dass Kinder nach der Messe am Palmsonntag mit Stangen voller Palmbuschen von Haus zu Haus gehen und sie den Nachbarn gegen ein kleines Taschengeld überlassen. 

5. Warum bemalen wir zu Ostern Eier?

Das Ei spielt an Ostern eine zentrale Rolle. Eier galten schon im alten Babylonien, Ägypten und Persien als Symbol für Fruchtbarkeit und neues Leben – eine Bedeutung, die im Frühling besonders naheliegend ist. Schon vor eintausend Jahren verschenkten Priester nach der Ostermette rot gefärbte Eier an die Gläubigen. Dabei sollte das Osterei ein Symbol für den auferstandenen Christus sein und die rote Farbe für sein vergossenes Blut stehen. Während der Fastenzeit war es früher auch verboten, Eier zu essen. Erst ab Ostersonntag durften wieder Eier auf den Tisch.

6. Warum bringt der Hase die Eier?

Der Osterhase bringt die Ostereier – für deutsche Kinder ganz normal. Anders als bei den traditionell religiösen Symbolen, findet man in der Bibel jedoch keine klaren Hinweise darauf, dass ein Hase etwas mit Ostern zu tun hat. Erstmals erwähnt wird der Brauch 1682 vom Heidelberger Medizinprofessor Georg Franck von Franckenau. Besonders südlich des Mains war dieser Brauch damals bekannt. Weshalb ausgerechnet ein Hase die Eier bringt? Ein Erklärungsversuch ist die außergewöhnlich große Fruchtbarkeit des Hasen. Was die tierischen Eierlieferanten anging, gab es allerdings durchaus regionale Unterschiede: In manchen Teilen Deutschlands und der Schweiz brachten auch Fuchs, Kuckuck, Storch und der Hahn die Eier.

7. Welche Bedeutung haben Osterfeuer und Osterkerze?

Osterkerze und Osterfeuer gehören untrennbar zum Osterfest. Das Licht gilt als Zeichen des Lebens, die Osterkerze symbolisiert die Auferstehung Jesu Christi. Wann das Osterfeuer angezündet wird, ist unterschiedlich. Häufig wird es an Karsamstag entfacht, während der Osterwache. Nachdem der Priester in der Osternacht die Osterkerze daran entzündet hat, folgt die Gemeinde ihm in die dunkle Kirche. Dort zündet jedes Gemeindemitglied seine Kerzen an der Osterkerze an.

Schon in vorchristlicher Zeit veranstalteten die Germanen Frühlingsfeuer, die vermutlich den Winter vertreiben sollten. Die Asche des Feuers wurde anschließend auf die Felder gestreut, um sie fruchtbarer zu machen. In unserer Zeit sind Osterfeuer heute eine Gelegenheit der Besinnung aber auch für ein gemütliches Beisammensein mit Freunden und Familie.

8. Osterspiele: Was sind Eierpicken und Eierlaufen?

Die Osterfeiertage erstrecken sich über mehrere Tage – Zeit genug, um miteinander zu spielen und Spaß zu haben. Traditionelle Osterspiele verwenden dabei die Eier, die zuvor versteckt wurden. 

Eierpicken ist ein typisches Osterspiel: Jeder Mitspieler bekommt ein hartgekochtes Ei. Je zwei Spieler "picken" ihre Eier zusammen – jeder schlägt also mit der Spitze seines Eis auf die Spitze des anderen Eis. Der Spieler, dessen Eierschale zuerst kaputt geht, hat verloren. Beim Eierscheiben lässt man bunte Eier eine schiefe Ebene hinabrollen. Gewonnen hat derjenige, dessen Ei am weitesten gerollt ist. 

Das bekannteste Osterspiel ist der Eierlauf: Jeder Mitspieler bekommt ein hartgekochtes Ei und einen Esslöffel. Das Ei wird auf den Löffel gelegt und alle Mitspieler müssen damit einen gemeinsamen Wettlauf absolvieren. Wer zuerst das Ziel erreicht, ohne dabei das Ei zu verlieren oder anzufassen, hat gewonnen.



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