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Kreuzfahrten: Die wichtigsten Reise-Tipps

Es gibt wohl kaum eine entspannendere Art fremde Länder kennenzulernen, als per Kreuzfahrtschiff. Und das Angebot ist größer denn je


Griechisch blau: Die Insel Santorin ist das Ziel vieler Kreuzfahrtschiffe

"Mit dem Schiff entdecken wir die weite Welt“, schwärmen Hildegard und Klaus Meinradt (Namen von der Redaktion geändert) aus Nürnberg, beide Anfang siebzig. Seit nunmehr zehn Jahren machen die Eheleute regelmäßig Urlaub auf Kreuzfahrtschiffen und haben noch immer nicht genug: „Wir wollen noch viel sehen von den Weltmeeren.“ Von Nordafrika bis zum Polarkreis kennen sie schon fast alle klassischen Routen, die schönsten Küsten und die Häfen von Alexandria bis Spitzbergen, von Istanbul bis Dublin.

„Das Angenehme an einer Kreuzfahrt ist: Ich bin zwar ständig unterwegs, aber das Hotel schwimmt immer mit. Ich brauche nur einmal die Koffer packen. Außerdem muss ich auf keine Annehmlichkeiten an Bord verzichten“, erläutert Hildegard Meinradt ihre Liebe zur Seereise. „Komfortabler kann ich fremde Städte und Regionen kaum kennenlernen.“


Schiff und Route: die Qual der Wahl

Die Suche nach der richtigen Reise und dem geeigneten Schiff war allerdings anfangs nicht ganz einfach. Da ging es den Meinradts nicht anders als vielen anderen Kreuzfahrt-Neulingen. Denn das Angebot ist groß und vielfältig, sodass eine Beratung im Reisebüro unbedingt zu empfehlen ist. Grundsätzlich gilt sich nicht nur auf die Region und Route zu konzentrieren, sondern auch darauf, welches Schiff die Reise macht. Da gibt es für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas – vom Klassiker à la „Traumschiff“ bis zum futuristischen Superschoner, vom Segler bis zum Expeditionsschiff.

Eine kleine Checkliste abzuhaken kann verhindern, dass man auf dem falschen Dampfer landet:

  • Wird an Bord Deutsch gesprochen oder Englisch?
  • Wie viele Passagiere passen auf das Schiff?
  • Wie groß sind die Kabinen?
  • Welche Möglichkeiten der Unterhaltung gibt es? Sind Wellness-Einrichtungen an Bord?
  • Was fällt an Nebenkosten für Land­ausflüge etc. an?
  • Gibt es günstige Angebote für Einzelreisende?
  • Ist das Schiff behindertengerecht ausgerüstet?

Welches Schiff passt zu mir?

  • Für Nostalgiker und Traditionalisten

    Schon seit 30 Jahren schippert das „Traumschiff“ als Paradebeispiel für einen Kreuzfahrt-Klassiker über die Weltmeere – und den Bildschirm. Diese Schiffe sind Vertreter einer Zeit, als die Kreuzfahrt noch keine gewöhnliche Pauschalreise war. Hier wird Wert gelegt auf elegantes Ambiente, familiäre Atmosphäre und traditionelle Rituale wie ein festliches Captain’s Dinner in Abendrobe. Viele Passagiere sind Stammkunden. Die Schiffe sind deutlich kleiner und übersichtlicher als moderne Neubauten.

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  • Infografik Expeditionsschiff

    Für Forscher und Entdecker

    Wer die Arktis sehen oder den Amazonas hinauffahren möchte, muss die Kreuzfahrt auf einem Eisbrecher oder Expeditionsschiff buchen. Smoking und Abendkleid werden dabei selten benötigt, eher dicke Daunenjacken oder luftige Outdoor-Bekleidung für Schlauchbootausflüge zur Robbenbeobachtung oder für Kanufahrten auf überwucherten Dschungelflüssen. Auf den relativ kleinen Expeditionsschiffen stehen auf dem Unterhaltungsprogramm eher Lesungen und wissenschaftliche Vorträge als Bespaßung durch Entertainer.

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  • Familienschiff

    Für Junge und Junggebliebene

    Den Schiffsrumpf zieren gerne bunte Gemälde, und an Bord werden Spaß, Sport und Unterhaltung groß geschrieben. Immerhin sollen sich auch Familien mit Kindern amüsieren und wohlfühlen. Die aktuellen Familienschiffe zählen heutzutage zwar nicht mehr zu den Mega-Linern, haben aber trotzdem bis zu 14 Decks und nicht selten mehr als 1000 Kabinen. Daher gibt es trotz einigem Rummel genügend Raum für den Rückzug, sodass auch Ruhebedürftige und Individualisten ihre Seereise genießen können.

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  • Infografik Mega-Liner

    Für Futuristen und All-inclusive-Fans

    Das Schiff ist das Reiseziel. Moderne Mega-Liner haben riesige Dimensionen, sind schwimmende Vergnügungsstädte: bis zu 350 Meter lang, 50 Meter breit und mehr als 60 Meter hoch, mit bis zu 16 Decks und fast 3000 Kabinen für mehr als 6000 Passagiere. Ihre Vielfalt macht die Superschiffe attraktiv. Die Erlebnisparks auf dem Wasser verfügen über nicht alltägliche Einrichtungen wie Eislaufbahn, Kletterwand, tropische Pflanzenwelten oder ein Wellenbad. Innenhöfe mit Promenade laden ein zum Spazierengehen und Einkaufsbummel.

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  • Hochseesegler

    Für Hochseesegler

    Windjammer verströmen einen Hauch von Nostalgie. Die modernen Hochseesegler sind mehr als 100 Meter lang und mit allen Errungenschaften der maritimen Technik ausgestattet. Im Vergleich zu anderen Kreuzfahrtschiffen bleiben die Dimensionen trotzdem überschaubar, und die Atmosphäre ist familiär. Die Passagierzahlen liegen zwischen 70 und maximal 300 Gästen an Bord. Preise und Komfort liegen meist auf etwas gehoben­erem Niveau.

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Rummel oder Ruhe?

Nicht zuletzt hängt von der Wahl des Schiffes auch ab, wie groß das Gepäck ist, mit dem Sie reisen. Auf dem Luxusliner kleidet man sich schließlich anders als auf dem Postschiff, auf dem Segler brauchen sie mehr Windschutz als Abendgarderobe. Die Meinradts bevorzugen es klassisch. „Ich habe kein Problem damit, mir zum Abendessen eine Krawatte umzubinden. Außerdem schätze ich die fast schon familiäre Atmosphäre im Gegensatz zu den rummeligen Riesenschiffen mit ihren Tausenden Passagieren“, erklärt Klaus Meinradt seine Vorliebe für traditionelle Kreuzfahrtschiffe.

Zeit zum Reisen

Im nächsten Jahr machen die beiden erstmals eine Kreuzfahrt in Übersee. Und sie reisen nicht mit dem Flugzeug an. So, wie man es in weniger hektischen Zeiten tat, fahren sie mit dem Schiff von Hamburg über Island, Grönland, Kanada und die USA bis hinunter in die Karibik. Mit dem Schiff geht es auch wieder zurück – sechs Wochen Zeit, entspannt die Welt kennenzulernen.

Was tun gegen die Seekrankheit?

Moderne Kreuzfahrtschiffe sind mit Stabilisatoren ausgerüstet, die das „Rollen“ bei stärkerem Seegang verringern. Manchen Passagieren wird allerdings schon bei geringen Schwankungen übel, und sie leiden unter Schwindel. Reisetabletten und andere Mittel helfen dagegen. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten, auch über mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten. Am wenigsten vom Seegang spürt man übrigens in der Mitte des Schiffs auf einem tief gelegenen Deck.

Tipps für Seefahrer mit Handicap

Mit dem Rollstuhl an Bord – das ist auf einigen modernen Schiffen kein Problem. Auch für die Betreuung behinderter Menschen bei Landaus-flügen ist gesorgt. Sogar Dialysestationen und komplett ausgestattete kleine Hospitäler befinden sich auf manchem Kreuzfahrtschiff. Selbstverständlich ist das allerdings nicht. Spezialisierte Reiseveranstalter kümmern sich darum, dass auch chronisch Kranke eine erholsame Schiffsreise erleben können. Sie suchen ein geeignetes Schiff mit interessanter Reiseroute aus und lassen die Reisegruppe zudem von einem Arzt und von Pflege­personal begleiten, damit diese in Notfällen eingreifen können.



Armin Herb / Senioren Ratgeber; 12.01.2012, aktualisiert am 17.01.2012
Bildnachweis: W&B/Astrid Zacharias, Siegfried Kuttig

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