Hilft Milch mit Honig durchzuschlafen? Was gut gemeinte Ratschläge tatsächlich taugen
Erholsamer Schlaf: Davon träumen die meisten nur
Morgens gut gelaunt aus den Federn hüpfen? Davon können viele nur träumen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin hat jeder Dritte über 60 Jahre Schlafstörungen. Neben körperlichen oder psychischen Erkrankungen gibt es manchmal ganz banale Gründe, die uns am Einschlummern hindern.
Wer sich nach alten „Hausmitteln“ zum besseren Einschlafen erkundigt, bekommt vieles zu hören. „Einige dieser gut gemeinten Ratschläge sind schlichtweg falsch“, weiß Professor Jürgen Zulley, Leiter des Schlafmedizinischen Zentrums am Bezirksklinikum Regensburg. Lesen Sie, was hilft:
Abends ein Vollbad nehmen
Hilft. Ein Bad in warmem Wasser ist eine Wohltat für Körper und Seele. Durch die Wärme wird die Muskulatur gelockert und entkrampft – ideale Bedingung für eine gute Nacht. Zudem können Badezusätze eine Vielzahl von Wirkungen auf unseren Organismus ausüben. Extrakte mit Lavendel entspannen, Baldrian wirkt schlaffördernd. Bei Venenleiden, entzündlichen Hauterkrankungen oder akuten Infekten mit Fieber sind Vollbäder tabu. Bei Herzproblemen sollten Sie erst den Arzt fragen.
Alkohol trinken
Hilft nicht! Wer Schlafprobleme hat und deshalb Alkohol trinkt, tut genau das Falsche. Zunächst macht Alkohol müde und hilft so beim Einschlafen. In der zweiten Nachthälfte stört er jedoch den Schlafrhythmus und bewirkt unter anderem, dass man häufiger erwacht. Studien haben ergeben, dass Alkohol auch die Rachenmuskulatur entspannt und so selbst ruhige Schläfer zu Schnarchern werden. „Mäßiger Alkoholgenuss, etwa ein Glas Wein am Abend, ist in Ordnung“, sagt Zulley. „Alkohol sollte nur nicht zum Einschlafen benutzt werden.“
Zur gleichen Zeit ins Bett gehen
Hilft. Chronobiologen, also Mediziner, die sich mit der inneren Uhr des Menschen beschäftigen, gehen davon aus, dass ein geregelter Tagesablauf mit festen Schlafenszeiten hilfreich für die erholsame Nachtruhe ist. Durch einen gleichmäßigen Rhythmus bleibt unsere innere Uhr im Takt. Sie sagt uns nicht nur, dass wir abends müde werden, sondern teilt jedem Organ seine Zeiten von Aktivität und Ruhe zu. Wer dagegen am Wochenende gerne etwas später zu Bett geht und dafür morgens länger liegen bleibt, sorgt jeden Montag für einen „Mini-Jetlag“, weil sich die innere Uhr neu einstellen muss.
Schäfchen zählen
Bloß nicht. Ein britisches Forscherteam der Universität Oxford fand in einer Studie heraus, dass Schafe zählen eher wach hält. Sie baten 50 an Schlaflosigkeit leidende Patienten, in verschiedenen Nächten unterschiedliche Entspannungstechniken auszuprobieren.
Diejenigen, die sich eine entspannende Szene vorstellten, schliefen mehr als 20 Minuten früher ein als in Nächten, in denen sie diese Technik nicht anwandten. Teilnehmer, die in Testnächten dagegen Schafe zählten, brauchten zum Einschlafen sogar mehr Zeit als sonst. Schäfchen zählen ist zu anstrengend, lautet das nüchterne Fazit der Forscher.
Petra Haas / Senioren Ratgeber;
19.11.2009
F1 online digitale Bildagentur GmbH/A. Kompatscher
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