Anmelden | Registrieren
Drucken

Schnarchen verhindern – das hilft

Lautes Schnarchen stört nicht nur den Schlaf des Partners. Unter Umständen ist es sogar gefährlich – Stichwort Schlafapnoe. Welche Mittel gegen unerwünschte nächtliche Konzerte helfen


Eine Wohltat für beide: Friedlich schlafen ohne lästiges Schnarchen

Schnarchen gehört zu den wenigen Beschwerden, von denen der Betroffene selbst nichts mitbekommt. Meist ist es der Partner, der unter dem nächtlichen Orgelkonzert leidet. Schnarchen kann sich so zu einem ernsthaften Beziehungsproblem auswachsen. Wie viele Menschen in Deutschland schnarchen, ist nicht bekannt. Schätzungen zufolge dürfte es aber jeder dritte Mann und jede vierte Frau sein – unter ihnen viele ältere Menschen.

Abgesehen von der Lärmbelästigung ist Schnarchen in den meisten Fällen harmlos. Die Geräusche entstehen, wenn Weichteile im Mund und im Rachenbereich sich entspannen und erschlaffen. Geraten Gaumen und Zunge auf diese Weise in den Weg der Atemluft, beginnen sie zu vibrieren. „Ältere Menschen haben ein erhöhtes Schnarchrisiko, da im Alter das Bindegewebe an den entsprechenden Stellen erschlafft“, erklärt Dr. Christoph Löffler, HNO-Oberarzt am Universitätsklinikum Freiburg. Übergewicht kann zu Engstellen in den Atemwegen führen und ist ebenfalls eine häufige Ursache für Schnarchen. Das Gleiche gilt für Alkohol, Nikotin und einige Schlafmittel.


Was gegen Schnarchen hilft

Oft lässt sich das Schnarchproblem bereits deutlich bessern oder gar beseitigen, indem man die Risikofaktoren ausschaltet. Also mehrere Stunden vor dem Schlafengehen keinen Alkohol mehr trinkt, auf Rauchen verzichtet und abnimmt – sofern Übergewicht ein Problem ist. Helfen diese einfachen Mittel nicht, kann man in Absprache mit einem Arzt weitere Maßnahmen versuchen:

  • Spezielle Rückenlagenverhinderungswesten sorgen dafür, dass man sich im Schlaf nicht auf den Rücken dreht. Vor allem in dieser Position beginnen viele zu schnarchen. Den gleichen Effekt hat ein Schnarchrucksack, den man sich auf den Rücken schnallt.
  • Unterkieferschienen hindern den Gaumen daran, zurückzufallen und in den Luftweg zu geraten.
  • Wenn keine andere Maßnahme zu einer ruhigen Nacht verhilft, kann gegebenenfalls eine Operation mehr Platz in den Atemwegen schaffen. Vergrößerte Nasenmuscheln und Mandeln oder schiefe Nasenscheidewände können der Atemluft im Weg stehen und Schnarchen bedingen. Ein operativer Eingriff verbessert dann die Luftzufuhr und beseitigt in vielen Fällen die unerwünschten Geräusche.

Schlafapnoe: Gefährliche Atemaussetzer

Gefährlich ist Schnarchen nur, wenn zwischen den einzelnen Schnarchgeräuschen für kurze Zeit der Atem aussetzt. Mediziner sprechen in diesen Fällen von einer Schlafapnoe. Die Unterbrechungen haben zur Folge, dass der Körper nicht mit ausreichend Sauerstoff versorgt wird. Quasi als Schutzreaktion wird der Schlafende – meist ohne es zu merken – wach und holt Luft. Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten tagsüber können können die Folge der nächtlichen Atemaussetzer  sein.

Eine Schlafapnoe ist aus einem weiteren Grund gefährlich: „Sie erhöht das Risiko für Herzinfarkte und Schaganfälle“, erklärt HNO-Arzt Löffler. Wer bei sich selbst den Verdacht auf eine Schlafapnoe hat oder bei seinem Partner bemerkt, dass es in den einzelnen Schnarchpausen für längere Zeit verdächtig still bleibt, sollte das besser von einem Schlafmediziner untersuchen lassen. Verhärtet sich der Verdacht auf eine Apnoe, kann das Schlafverhalten des Patienten im Schlaflabor genauer erfasst werden.

Was bei einer Schlafapnoe hilft

„Bei der Behandlung einer Schlafapnoe ist eine Atemmaske die erste Wahl“, sagt Löffler. Sogenannte CPAP-Masken versorgen den Schlafenden nachts mit Sauerstoff und sorgen für einen Überdruck, um das entspannte Gewebe zu stabilisieren. Die Erfolgschance, dass das lästige Schnarchen mit dieser Methode verschwindet, liegt sehr hoch –  bei etwa 98 Prozent. Allerdings haben die Masken den Nachteil, dass der Betroffene sie jede Nacht tragen muss – nicht jeder kann sich damit abfinden.

Ohnehin muss die Behandlungsmethode bei einer Schlafapnoe von Fall zu Fall ausgerichtet werden. Oft hilft es wie beim gewöhnlichen Schnarchen bereits, überflüssige Pfunde abzuspecken und Alkoholkonsum einzuschränken, um die Atemaussetzer zu verhindern. Experte Löffler: „Ein operativer Eingriff hat bei einer ausgeprägten Apnoe allerdings meist keinen Sinn.“




Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD

Stephan Soutschek / www.senioren-ratgeber.de; 14.05.2012
Bildnachweis: Jupiter Images GmbH/Bananastock LTD

Newsletter abonnieren

Hier können Sie unseren kostenlosen Newsletter abonnieren »

Bauen Sie Obst und Gemüse daheim selbst an?

Auf www.apotheken-umschau.de

Medikamentencheck

Nebenwirkungen und Wechselwirkungen von Arzneien überprüfen »

Sudoku

Lieben Sie es, mit Zahlen zu knobeln? Dann können Sie sich auf unserer Sudoku-Seite so richtig austoben »

Memo-Spiele

Unsere Kartenaufdeck-Spiele, die ähnlich wie das klassische Memory® funktionieren »

© Wort & Bild Verlag Konradshöhe GmbH & Co. KG

Weitere Online-Angebote des Wort & Bild Verlages

Apotheken Umschau mit den Themen Krankheiten von A-Z, Symptome, Medikamentencheck, Laborwerte, Heilpflanzen, Hausapotheke, Abnehmen, Gesundheitsvideos, Apothekensuche, Gehirn-Jogging und Sport
Diabetes Ratgeber mit Informationen zu Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2: Symptome, Behandlung und Ernährung bei Zuckerkrankheit
Baby und Familie mit Themen rund um Schwangerschaft, Geburt, Vorsorge, Kinderkrankheiten, Homöopathie und Erziehung