Der Umzug in eine kleinere Wohnung, ein Pflegeheim oder der Tod eines nahen Verwandten – die Gründe für eine Haushaltsauflösung sind vielfältig. Und immer ist diese mit viel Arbeit verbunden. Man muss Schränke und Regale ausräumen, die Inhalte sortieren und verpacken. Lampen sind abzuschrauben, Möbel zu zerlegen und abzutransportieren. Der Restmüll muss in Säcke verpackt und in den Wertstoffhof oder zur Deponie gefahren werden. Dann steht oft die Renovierung an. Hinzu kommt häufig die psychische Belastung – etwa, wenn Sie durch den Umzug in ein Seniorenheim auf viele ihrer Möbel verzichten, Er seine komplette Werkstatt im Keller hinterlassen muss.
Wenn Sie einen Haushalt auflösen müssen, sollten Sie sich gut überlegen, ob Sie die Aufgabe in Eigenregie bewältigen können – oder sich Hilfe holen. Haben Bekannte keine Möglichkeit, Sie zu unterstützen, dann erkundigen Sie sich bei der Gemeinde nach den Angeboten vor Ort. Häufig bieten Nachbarschaftshilfen und gemeinnützige Einrichtungen wie die Caritas, die Diakonie oder die Stadtmission einen Auflösungs- oder Umzugsservice an. Für das Auflösen einer kleinen Zweizimmerwohnung ohne Renovierung rechnet zum Beispiel Michael Bartsch, der Vorsitzende der Nachbarschaftshilfe mit Herz in Berlin, mit Kosten von 500 bis 800 Euro. „Bei finanziell sehr schlecht gestellten Menschen nehmen wir das Geld aus unserem Spendentopf“, sagt er.
Professionelle Entrümpler sind meist teurer – und nicht alle sind seriös. Ein gutes Unternehmen hat einen konkreten Ansprechpartner, nimmt sich Zeit und bietet einen unverbindlichen Besichtigungstermin an. „Verlangen Sie einen Kostenvoranschlag“, rät Sonja Steinmetz, Inhaberin einer Auflösungsfirma in Erbes-Büdesheim. Manche Kunden möchten vorarbeiten, etwa Schränke ausräumen – das wirkt sich preismindernd aus. Darauf weist eine gute Firma hin. Einige veranstalten Flohmärkte – der Verkaufspreis des Kundeninventars wird dann auf den Endpreis angerechnet. Nutzen Sie solche Möglichkeiten.
Ob in Eigenregie oder vom Profi: Experten raten im Vorfeld zu einer gründlichen Bestandsaufnahme. Gehen Sie von Zimmer zu Zimmer, und markieren Sie zum Beispiel mit gelben Notizzetteln, welche Gegenstände Sie oder Angehörige behalten, verschenken oder verkaufen möchten. Gut erhaltene Kleidung, Bettzeug, Decken und Schuhe nehmen karitative Vereine an. Neuwertige Elektrogeräte, umfangreiche Platten- oder Büchersammlungen kann man oft zu einem guten Preis verkaufen – erkundigen Sie sich bei Bekannten, Händlern oder der Gemeinde nach Adressen.
Petra Haas / Senioren Ratgeber;
05.03.2012
Bildnachweis: Corbis/Moodboard
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