Kaum haben Sie das Sprechzimmer verlassen, fällt Ihnen eine Frage ein, die Sie dem Arzt unbedingt stellen wollten. Kennen Sie dieses Szenario von Ihrem letzten Arztbesuch? So etwas ist ärgerlich. Schließlich wartet man als Patient manchmal ein paar Tage auf einen Termin. Umso wichtiger ist es, dass der Arztbesuch auch erfolgreich verläuft und alles Wichtige zur Sprache kommt. Hausarzt Dr. Thomas Aßmann gibt Tipps, wie Sie sich auf einen Arztbesuch gut vorbereiten.
Machen Sie sich Ihre Ziele klar: Was erhoffe ich mir von diesem Termin? Um welche Beschwerden geht es mir? Diese Fragen sollten Sie sich grundsätzlich vor jedem Arztbesuch stellen. „Schreiben Sie die Punkte am besten auf ein Blatt Papier, damit Sie nichts vergessen“, rät Aßmann.
Beschwerden beschreiben: Je genauer Sie Ihre Beschwerden schildern, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Arzt die richtige Diagnose findet. Orientieren Sie sich an folgenden Fragen: Wie lange habe ich die Beschwerden? Wie oft habe ich sie? Und wie stark sind sie? „Es ist hilfreich, die Schmerzen auf einer Skala von eins bis zehn einzuordnen“, sagt Aßmann. Er empfiehlt außerdem, die Beschwerden mit eigenen Worten zu beschreiben.
Alle Unterlagen mitnehmen: Sind Sie zum ersten Mal bei einem Arzt, sollten Sie alle Befunde und Unterlagen von ihren bisherigen Ärzten mitnehmen. Auch den Impfpass oder Patientenpass lohnt es sich dabei zu haben.
Medikamente: Schreiben Sie alle Arzneimittel, die Sie derzeit einnehmen, ebenfalls mit auf die Liste. So kann der Arzt leichter feststellen, ob bei einem neuen Medikament womöglich Wechselwirkungen drohen. Aktuelle Beschwerden könnten außerdem die Nebenwirkungen eines Präparats sein, das Sie bereits einnehmen.
Unkomplizierte Kleidung: Klingt logisch, praktisch denkt aber kaum jemand daran. Für den Fall, dass Sie beim Arzt den Oberkörper freimachen müssen, sollten Sie sich leichte Kleidung anziehen, derer Sie sich ohne große Probleme entledigen können. Sie haben mehr Zeit, das Wesentliche zu besprechen, wenn Sie sich beim Ausziehen nicht durch fünf Schichten Kleidung quälen müssen.
Planen Sie genug Zeit ein: Für einen Praxisbesuch sollten Sie mindestens eine Stunde Zeit einplanen – je mehr, desto besser. So geraten Sie nicht in Stress, wenn Sie warten müssen oder die Untersuchung länger dauert.
Viele Patienten suchen vor dem Arztbesuch bereits nach Informationen über Ihre Beschwerden. Etwa in Lexika, vor allem aber in Online-Ratgebern. Mediziner Aßmann begrüßt diesen Trend zum mündigen Patienten im Großen und Ganzen: „Es kann die Beratung erleichtern, wenn der Patient bereits Vorkenntnisse hat.“ Auf der anderen Seite ersetzen diese Ratgeber natürlich nicht die ärztliche Diagnose. Schließlich stößt man beim Suchen im Internet schnell auf seltene und gefährliche Krankheiten, die vermeintlich auf die eigenen Symptome passen.
Scheuen Sie sich nicht, beim Arzt nachzufragen, wenn Sie etwas nicht verstanden haben – oder wenn Ihnen eine Behandlungsoption nicht zusagt. Meist gibt es mehrere Therapiemöglichkeiten, die jeweils ihre Vor- und Nachteile haben. Welche Methode ein Arzt bevorzugt, hängt nicht zuletzt von seinen Vorlieben und Erfahrungen ab. Fragen Sie also ruhig nach weiteren Möglichkeiten. Ein guter Arzt nimmt Rücksicht auf Bedenken des Patienten und schlägt nicht nur eine Behandlung vor, sondern zeigt Alternativen auf, sofern es sie gibt.
Finden Arzt und Patient nicht zusammen, ist es sinnvoll, die Meinung eines zweiten Mediziners einzuholen, zu dem ein besseres Vertrauensverhältnis besteht. Idealerweise finden Arzt und Patient gemeinsam die geeignete Behandlungsmethode. „Die letzte Entscheidung liegt allerdings immer beim Patienten“, so Aßmann.
Stephan Soutschek / www.senioren-ratgeber.de;
06.07.2012, aktualisiert am 06.07.2012
Bildnachweis: iStock/Monkey Business Images
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