So schützen Sie sich vor Einbrechern

Die Zahl der Einbrüche ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Die wichtigsten Tipps, wie sich Hauseigentümer und Mieter schützen
von Silke Becker, 25.04.2016

Abgesperrt: Sie können einiges dafür tun, damit Einbrecher kein leichtes Spiel haben

Fotolia / rodimovpavel

Klapprige Schlösser, offene Haustüren oder gekippte Fenster betrachten Einbrecher als regelrechte Einladung: "Sobald der Täter glaubt, dass er leichtes Spiel hat, probiert er es einfach aus", sagt Kriminalhauptkommissar Knut Samsel von der Polizei Köln.

Ungesicherte Türen und Fenster hebeln Profis innerhalb von Sekunden auf. Sie haben es vor allem auf leicht zu transportierende Wertsachen wie Bargeld, Handys und Schmuck abgesehen. "Kommt der Einbrecher nicht in wenigen Minuten zum Ziel, gibt er in der Regel auf", so der Polizist. Eine gute mechanische Sicherung von Türen und Fenstern sowie ein schwer zu knackendes Türschloss und viel Licht sind also schon die halbe Miete. Wichtig ist der fachgerechte Einbau. Einbruchschutz ist nichts für Heimwerker!

Alarmanlage: Pro und Kontra

Pro:

– Schreckt ab
– Wachdienst/eigenes Handy wird automatisch informiert
– Lärm stört Einbrecher und verhindert Schlimmeres

Kontra:

– Billigmodelle geben ständig Fehlalarm, im Ernstfall reagiert niemand mehr
– Polizeieinsatz nach Fehlalarm in vielen Bundesländern kostenpflichtig
– Gute Anlagen sind sehr teuer (Haus ab 5000 Euro)


Anspruch auf moderne Schlösser?

"Mieter haben keinen Anspruch darauf, dass der Vermieter die Wohnung in Sachen Einbruchschutz  auf den aktuellen Stand bringt", sagt der Jurist Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Selbst wenn etwas kaputt ist, muss der Vermieter nur den bisherigen Standard wiederherstellen.

Will man auf eigene Kosten für mehr Sicherheit sorgen, empfiehlt Ropertz, vorher mit dem Vermieter zu sprechen. "Wenn man bei einem Auszug alles wieder in den Ursprungszustand zurückversetzen kann, hat der Mieter einen Anspruch auf eine Genehmigung", sagt der Jurist. Ist ein Rückbau jedoch nicht möglich, darf der Vermieter die geplante Maßnahme verbieten.

Diebstahl-Schutz: Hätten Sie’s gewusst?

Smart Home: Sicherheit per Fernsteuerung

Mit sogenannten Smart-Home-Systemen lassen sich von unterwegs über ein Smartphone oder Tablet Lichter einschalten oder Rollläden bewegen. So wirkt das Haus bewohnt. Zudem kann man die Räume mit Bewegungsmeldern und Videokameras überwachen. Moderne Systeme werden einfach über die Steckdose angeschlossen. Einsteiger-Sets gibt’s für unter 500 Euro. Dazu kommen zum Teil Kosten für die Datenübertragung.

Thinkstock/Banana Stock

So schützen Sie sich vor Haustür-Tricks

  • Beim Klingeln nie gleich öffnen. Spion oder Gegensprechanlage und Türkette benutzen.
  • Klingeln Polizisten an der Tür, nach Namen und Dienststelle fragen. Die 110 anrufen, zur Dienststelle durchstellen lassen und nachhaken, ob alles seine Richtigkeit hat. 
  • Misstrauisch werden, wenn Fremde klingeln. Nicht hereinlassen, sondern anbieten, Hilfe zu organisieren. 
  • Verlangen Unbekannte ein Glas Wasser, einen Stift, Kette vorgelegt lassen und das Gewünschte­ durch den Türspalt reichen.
  • Vorsicht, wenn Fremde helfen wollen, beispielsweise schwere Taschen zur Wohnung zu tragen.
  • Misstrauisch werden, wenn sich Handwerker oder Ableser telefonisch anmelden. Üblich ist eine schriftliche Ankündigung durch die Firma oder den Vermieter.
  • Auflegen, wenn Unbekannte anrufen und es um Wertsachen, Gewinne oder finanzielle Notlagen geht. Fremden erst recht niemals Bargeld übergeben. 
  • Verlangen angebliche Enkel oder andere Familienangehörige wegen einer Notlage telefonisch Geld, Hörer auflegen und das Familienmitglied unter der bekannten Nummer zurückrufen. 
  • Vorbeugend im Telefonbuch nur den Nachnamen angeben, der Vorname verrät Geschlecht und Alter.

Beratung bei der Polizei

Welcher Einbruchschutz sinnvoll ist, hängt vom Einzelfall ab. Die Polizei bietet eine kostenlose Beratung an, bei der das gesamte Haus auf Schwachstellen untersucht wird. Beratungsstellen sowie weitere Tipps, wie man sich vor Einbrüchen schützt, finden Sie beispielsweise unter www.polizei-beratung.de oder www.zuhause-sicher.de.


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