Tipps für das Bankgespräch

Vertrauen ist gut, Vorsicht ist besser: Eine Verbraucherschützerin nennt vier Punkte, die beim Termin mit dem Bankberater wichtig sind
von Silke Becker, 22.10.2015

Beratungsgespräch in der Bank: Niemals sofort einen Vertrag unterschreiben

istock/M a y a

"Leider vertrauen viele Senioren ihrem Bankberater zu sehr", sagt die Finanzexpertin Dr. Annabel Oelmann von der Verbraucherzentrale NRW. Auch wenn der Berater noch so nett ist: Er bekommt in der Regel eine Provision für jeden Abschluss. "Wir erleben es immer wieder, dass älteren Verbrauchern völlig ungeeignete Produkte angedreht werden", so die Erfahrung der Expertin. Die Tipps der Verbraucherschützerin:

1. Wünsche klären

"Senioren sollten tendenziell risikoärmer anlegen als Jüngere, weil sie weniger Zeit haben, um eventuelle Verluste auszugleichen", empfiehlt Oelmann. Wichtig sind auch die Laufzeit und wie schnell man an das Geld herankommt. Ist noch unklar, wann man das Ersparte wirklich braucht, ist ein sicheres Tagesgeldkonto ideal. Damit kann man jederzeit über sein Guthaben verfügen. Benötigt man das Geld dagegen erst zu einem bestimmten Termin, kann man es auch fest anlegen. Um beispielsweise etwas für die goldene Hochzeit zurückzulegen, eignen sich Sparpläne oder Festgeld mit passender Laufzeit. Soll dagegen für die Enkel gespart werden, kann man auch riskantere Anlageformen mit längeren Laufzeiten wählen, beispielsweise Aktienfonds.

2. Vorher informieren

Die Zinsen sind derzeit extrem niedrig, das kann man nicht ändern. Bombensichere, absolut flexible Geldanlagen mit hohen Renditen gibt es nicht. Portale wie www.biallo.de oder www.check24.de bieten einen Überblick über die aktuellen Angebote verschiedener Banken.

3. Hartnäckig bleiben

"Fragen Sie genau nach, welche unterschiedlichen Produkte Ihr Kreditinstitut anbietet, ob Sie vorzeitig an Ihr Geld kommen, wo die Risiken liegen und welche Kosten entstehen", rät Annabel Oelmann. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, wenn Sie irgendetwas nicht verstehen. Das ist manchmal Absicht. Finger weg, wenn nicht glasklar ist, wie das Angebot funktioniert.

4. Nichts unterschreiben

Nehmen Sie einen Zeugen zum Gespräch mit, und unterschreiben Sie niemals sofort. "Prüfen Sie alle Angebote in Ruhe zu Hause", rät die Finanzexpertin. Idealerweise holen Sie mehrere Angebote bei verschiedenen Banken ein und lassen sie unabhängig überprüfen, etwa bei der Verbraucherzentrale. Das ist wichtig! "Auch wenn der Berater drängt, ist der Kunde nicht verpflichtet, das gesetzlich vorgeschriebene Beratungsprotokoll zu unterschreiben", sagt Annabel Oelmann. Trifft man sich nämlich wegen Falschberatung vor Gericht wieder, kann die Unterschrift unter Umständen gegen den Kunden verwendet werden.

Eine Checkliste der Verbraucherzentrale zur Vorbereitung auf das Bankgespräch finden Sie hier.


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