Sie möchten schon lange, aber trauen sich immer noch nicht? Franz Löffler zeigt, wie es geht
Franz Löffler hat mit 58 Jahren Schwimmen gelernt
Donnerstagabend im Hallenbad eines Schulzentrums im Münchner Stadtteil Johanneskirchen. Franz Löffler ruht am Beckenrand aus. Der 58-Jährige ist gerade zwei Bahnen geschwommen. Eine Strecke, die dem sportlichen Mann eigentlich nicht zu schaffen machen sollte.
Doch für den selbstständigen Elektromeister bedeutet das, was für andere ein Klacks ist, eine große Anstrengung. Bis vor Kurzem gehörte er zu den 47,6 Prozent der Altersgruppe zwischen 50 und 60 Jahren, die nach Angaben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) nicht schwimmen können. Löffler hatte es nie gelernt. „Ich bin in einem Dorf im Spessart groß geworden. Dort gab es weit und breit weder Schwimmbad, See noch Fluss“, erzählt er. „Es bestand keine Notwendigkeit, schwimmen zu können.“
Eingespieltes Duo: Franz Löffler und seine Schwimmlehrerin Christiane Blum
Schwimmen blieb für Löffler lange eine Fähigkeit, die er nicht groß vermisste. Erst im fortgeschrittenen Alter, als der Italienfan während zahlreicher Reisen immer wieder ans Meer kam, reifte der Wunsch, auch einmal wie die anderen ins Wasser zu können.
Ein Arbeitskollege erzählte ihm von einem Anfängerkurs für Erwachsene beim DLRG-Ortsverband München-Oberföhring. Löffler meldete sich an und kam als einziger Teilnehmer sogar in den Genuss von Privatunterricht. „Dass nur ein Schwimmschüler im Kurs ist, ist selten“, erzählt seine Lehrerin, die Fach-Übungsleiterin Schwimmen Christiane Blum. „Generell achten wir aber schon darauf, dass die Anfängergruppen nicht zu groß sind. Denn Erwachsene sind beim Schwimmen-Lernen viel unsicherer als Kinder. Zu Beginn hat deshalb in der Regel jeder Teilnehmer eine eigene Betreuungsperson.“
Gerti Fluhr-Meyer, Senioren Ratgeber / GesundheitPro;
30.06.2009, aktualisiert am 26.06.2010
W&B/Bernhard Huber
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