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Haustiere:
Für Lebensfreude und Gesundheit

Ob treuer Hund, verschmuste Katze oder farbenfroher Wellensittich – die tierischen Freunde wirken nicht nur positiv aufs Gemüt, sondern gerade im Alter auch auf die Gesundheit

Seniorin mit Hund

Ein gutes Team: Der Hund will sich draußen bewegen, da muss Frauchen einfach mit – kleine Verschnaufpause inbegriffen

Millionen von Senioren können nicht irren: Anderthalb Millionen der über 60-Jährigen haben einen Hund, mehr als 1,8 Millionen teilen ihr Leben mit einer Katze. Ganz abgesehen von all jenen, die sich an Ziervögeln, Kleintieren und Fischen erfreuen. Sie wissen offenbar, was ihnen gut tut. Das Leben mit einem Haustier bringt in vieler Hinsicht Vorteile für den Alltag.

Gesundheitshelfer


Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Mensch in gesundheitlicher Hinsicht von dieser besonderen Wohngemeinschaft profitiert. Allein beim Streicheln eines Tieres können Blutdruck und Puls sinken. Andere Untersuchungen zeigen, dass Tierbesitzer im Schnitt weniger Medikamente schlucken und seltener über Schmerzen und Erkältungen klagen. „Gassi gehen“ bei jedem Wetter stärkt Abwehrkräfte, Kreislauf, Muskeln und Gelenke. Außerdem lässt es überflüssige Pfunde purzeln.


Balsam für die Seele

Strolch, Mieze und Co. sind Seelentröster. Mehr als 80 Prozent der älteren Singles teilen ihre Sorgen mit gefiederten oder vierbeinigen Freunden. Mit fortschreitendem Alter leiden Menschen an Depressionen, auch die geistigen Kräfte lassen nach. Einsamkeit, Krankheit oder traumatische Erlebnisse lasten schwer auf dem Gemüt. Hier können Tiere helfen. „Sie nehmen Menschen in die Verantwortung und fordern zum Dialog heraus“, erklärt Verhaltensforscherin Dr. Carola Otterstedt aus München. Verloren geglaubte Gefühle wie Zärtlichkeit, Freude oder Verantwortung werden wieder wach.

Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen

Fest steht: Tiere sind für ältere Menschen oft die beste Medizin. Ist die Mieze auf Krankenschein also die Lösung vieler Probleme von Senioren? „Sicherlich nicht“, sagt Graham Ford vom Verein „Tiere helfen Menschen“. Wer sich ein Tier anschaffen will – sei es im Altenheim oder in der Wohnung-, der sollte Vor- und Nachteile kritisch abwägen. Die Anschaffung sollte wohl überlegt sein, so Ford. Vor dem Kauf müsse sich der Tierliebhaber ausführlich über Lebenserwartung, Haltung, Temperament und Kostenaufwand des neuen Kameraden informieren. Denn das Ungemach ist groß, wenn putzige Welpen sich in hungrige Riesen verwandeln, oder possierliche Hamster zu nächtlichen Störenfrieden werden.

Große Verantwortung für das eigene Tier

Auch der Gesundheitszustand des zukünftigen Tierbesitzers sollte eine Rolle spielen: Ein Tier benötigt viel Pflege und Beschäftigung, Käfige müssen geputzt, Futter beschafft werden. Hunde brauchen viel Auslauf. Ist ein Tier krank, stehen Tierarztbesuche an. All diese Verpflichtungen stellen gerade Ältere oft vor Probleme. „Sie bedenken nicht, dass ihre Kraft im Laufe der Jahre nachlässt“, sagt Ford. Fühlt sich ein Tierfreund überfordert, sei es deshalb wichtig, sich frühzeitig um eine rüstige Vertretung zu kümmern.

Gassi-Geher hoch willkommen

Was Tierfans oft auch nicht wissen: Es gibt Alternativen zu einer Rund-um-die-Uhr-Verantwortung. Hundefreunde, die sich selbst keinen Hund halten können, sind im Tierheim hochwillkommen als Gassi-Geher. Wer eine Futterpatenschaft für ein bestimmtes Tier übernimmt, darf sicher sein, dass sein spezieller Freund auf ihn wartet zum Spazierengehen. Auch bei Verwandten und Freunden gibt es sicher einige, die froh sind, wenn jemand zuverlässig Verantwortung für ihr Tier übernimmt, wenn sie verreisen möchten oder auch im Alltag nicht immer Zeit für ausgedehnte Spaziergänge finden.



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