Haustiere: Lebensfreude und Gesundheit

Ob treuer Hund, verschmuste Katze oder farbenfroher Wellensittich – tierische Freunde wirken nicht nur positiv aufs Gemüt, sondern gerade im Alter auch auf die Gesundheit

von Dagmar Fritz, aktualisiert am 27.02.2015

Hund und Katze sind die beliebtesten Haustiere der Deutschen

Panthermedia/TonRoASIA L.

Es gibt gute Gründe, sich im Alter für ein Haustier zu entscheiden. Ob Hund, Katze oder Kanarienvogel: Haustiere vermitteln ihren Besitzern geliebt und gebraucht zu werden und helfen, gesund zu bleiben. "Senioren, die sich um ein Tier kümmern, sind aktiver, leiden seltener unter Depressionen, Schlafproblemen und hohem Blutdruck und haben mehr soziale Kontakte", sagt Psychologin Dr. Andrea Beetz, die in Rostock und Wien unter anderem auf dem Gebiet der Mensch-Tier-Beziehung forscht.

"Sich um jemanden zu kümmern macht glücklich", weiß die Wissenschaftlerin. "Gerade im Alter vermissen viele Menschen das Gefühl gebraucht zu werden." Tiere wie Hunde und Katzen, die den Kontakt zum Menschen suchen und gestreichelt werden wollen, tun dem Gemüt besonders gut. "Beim Streicheln wird im menschlichen Gehirn das Bindungshormon Oxytocin ausgeschüttet, dadurch fühlt man sich besser", so die Psychologin.


Weil Tiere gut tun, lieben die Deutschen ihre Mitbewohner mit Fell, Federn und Flossen auch so sehr: Schätzungsweise 31 Millionen Haustiere leben in Deutschland in insgesamt 15 Millionen Haushalten. In jedem vierten Haushalt mit Tier sind Herrchen und Frauchen älter als 60 Jahre. Am beliebtesten sind Katzen, gefolgt von Hunden und Vögeln.

Haustiere geben dem Alltag Struktur

Die Investition ins Haustier lohnt sich, denn Tierbesitzer fühlen sich nicht nur weniger alleine – sie sind es auch. "Hunde wirken besonders gut als Kontaktvermittler. Beim Spazierengehen kommt man leichter ins Gespräch und wird häufiger gegrüßt als ohne Hund", sagt Psychologin Beetz. "Entscheidend ist dabei nicht allein der Besitz des Tieres, sondern die enge Mensch-Tier-Beziehung, die man eingeht", erklärt die Psychologin.

Gassi gehen, Füttern, Tierarztbesuch, Fellpflege oder den Käfig reinigen: Um Tiere muss man sich kümmern. "Tiere geben einen Rhythmus vor und helfen Menschen ihren Alltag zu strukturieren", so Expertin Beetz. Älteren Menschen, die dazu neigen, sich zurückzuziehen, können Haustiere helfen, den Kreislauf aus sozialem Rückzug, Sinnverlust und Passivität zu durchbrechen.

Netzwerk fürs Tier: Gut versorgt auf Reisen

Im Alter Verantwortung für ein Tier zu übernehmen – manche Senioren zögern bei diesem Schritt, weil sie nicht wissen, was aus dem Tier wird, wenn sie sich nicht mehr darum kümmern können. "Vor der Anschaffung, sollte man sich ein Netzwerk schaffen", rät Beetz, die selbst Hundebesitzerin ist. Vielleicht sind die Nachbarn oder jemand im Bekanntenkreis bereit, sich im Krankheitsfall um den Wellensittich zu kümmern? Womöglich nehmen auch die Kinder oder Enkel die Katze oder den Hund bei sich auf, wenn man auf Reisen ist.

Manche Hundezüchter behalten sich im Kaufvertrag sogar das Recht vor, den Hund wieder zurückzukaufen, bevor er in falsche Hände oder ins Heim kommt. Gut zu wissen: In manchen Seniorenheimen ist es erlaubt, sein Haustier mitzunehmen. Wer sich also fit genug fühlt und Freude an einem Tier hat, der sollte auch im Alter ein Haustier haben – schon der Gesundheit zuliebe.



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