Ein Interview mit Thorsten Rudnik, Vorstandsmitglied beim Bund der Versicherten
Experte Thorsten Rudnik
Manche Firmen bieten spezielle Senioren-Versicherungen. Was ist davon zu halten?
Da wäre ich vorsichtig. Die Bezeichnung allein sollte kein Argument sein, auch nicht als Alternative zu bestehenden Policen. Meist sind nur die Vertragsbedingungen leicht abgewandelt, etwa bei der Haftpflicht- oder Unfallversicherung.
Warum werden solche Policen so stark beworben?
Vermutlich soll der Eindruck erweckt werden, dass ältere Menschen einen grundsätzlich anderen Versicherungsbedarf haben als jüngere. Dem ist aber nicht so. Es geht eher darum, bestehende Verträge mit Augenmaß an die veränderte Lebenssituation im Alter anzupassen.
Es heißt immer, die Deutschen seien überversichert. Stimmt das?
Nur zum Teil. Es gibt genug Fälle, in denen kleine Risiken mit viel zu hohen Prämien abgedeckt werden. Das ist zum Beispiel oft bei Glasbruch-, Elektronik- oder Brillenversicherungen der Fall. Andererseits haben gerade Senioren häufig Policen, die zu geringe Deckungssummen aufweisen, etwa bei Haftpflicht-, Hausrat- oder Wohngebäudeversicherungen.
Stefan Mauer / Senioren Ratgeber;
09.03.2010, aktualisiert am 25.06.2010
W&B/Privat
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