7 Tipps, um richtig Wasser zu sparen

Beim Duschen, Wäschewaschen und Einkaufen: Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen Wasserverbrauch zu verringern. Die besten Tipps

von Dagmar Fritz, aktualisiert am 26.07.2016

Clever: Wer auf regionale und saisonale Proukte setzt, schont Wasserressourcen

Shotshop/Photographee eu

Wasser ist ein kostbares Gut. Die meisten Deutschen scheinen das zu wissen und drehen den Wasserhahn sparsam auf. In den letzten 16 Jahren reduzierten die Deutschen ihren Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser um 18 Prozent. Heute verbraucht jeder Einwohner durchschnittlich 120 Liter pro Tag.

Gerade einmal fünf Liter werden dabei zum Trinken oder Kochen benötigt. Der Großteil, nämlich 43 Liter, werden für Körperpflege, Baden und Duschen verwendet. 33 Liter fließen mit der Toilettenspülung davon, 14 Liter verbrauchen die Deutschen im Durchschnitt fürs Wäschewaschen. Für Geschirrspülen, Putzen, Autopflege und Garten fließen nochmals 14 Liter pro Tag durch die Leitung.


Trotz des gesunkenen Pro-Kopf-Verbrauchs: Möglichkeiten zum Wassersparen gibt es viele. Das ergibt doppelt Sinn. Verbraucher schonen damit Umwelt und Geldbeutel.

1. Duschen statt Baden:

Für ein Vollbad benötigt man je nach Wanne gut 150 bis 200 Liter Wasser. Beim Duschen sind es hingegen nur 80 Liter, und wer beim Einseifen das Wasser abstellt, verbraucht sogar noch etwas weniger. Durch moderne Armaturen mit Temperaturautomatik lässt sich die Wassertemperatur gradgenau einstellen und regeln. Minutenlang an der Armatur herumdrehen, bis man endlich die richtige Wassertemperatur gefunden hat, entfällt – das spart Wasser und damit Geld. 

2. Sparen bei der Toilettenspülung:

Ein Viertel der verbrauchten Wassermenge verschwindet jeden Tag in der Toilette. Die meisten Spülkästen haben heute eine Spartaste – doch diese muss man auch benutzen, damit sie zum Wassersparen beiträgt. Falls die Toilette noch ohne Spartaste ausgestattet ist, sollten Sie einen Wasserstopp einbauen lassen. Dadurch wird nicht mehr der komplette Spülkasten gelehrt, sondern nur bei gedrückter Taste gespült.

3. In der Geschirrspülmaschine:

Wer mit Blick auf die Wasseruhr sein Geschirr spült, sollte sich eine gute Geschirrspülmaschine anschaffen. Voll beladen spült die Maschine viel effektiver, als man es mit der Hand je könnte. Bei nur leicht verschmutztem Geschirr kann man auch den Spar- oder Ökomodus wählen, den moderne Geräte bieten. Dann verbraucht die Maschine noch weniger Strom und Wasser.

Sprechen Sie mit Ihrem Heizungsfachmann: Gegebenenfalls besteht die Möglichkeit, die Geschirrspülmaschine an die Wasserleitung der Heizungsanlage oder der Solaranlage anzuschließen. So sparen Sie nicht nur Strom, sondern auch Energie für die Warmwasserbereitung.

4. Bei der Waschmaschine:

Was für die Geschirrspülmaschine gilt, gilt auch für die Waschmaschine: Sie sollte nur voll beladen laufen, denn nur dann arbeitet sie effizient. Moderne Maschinen sind wasser- und energiesparend und verfügen über Öko-Programme, die mit weniger Wasser und einer niedrigeren Waschtemperatur auskommen. Wer keine neue sparsame Waschmaschine anschaffen will, kann Wasser sparen, indem er auf die Vorwäsche verzichtet und damit auch die Kleidung schont.

5. Wasser sparen beim Kleidungskauf:

In den eigenen vier Wänden zurückhaltend mit dem nassen Gut umzugehen, ist das eine. Wer im großen Stil Wasser sparen möchte, muss aber sein Einkaufsverhalten anpassen. Durch den Kauf von Produkten werden wir zu Verschwendern an "virtuellem Wasser". Damit ist die Menge an Wasser gemeint, die zur Herstellung von Produkten benötigt wird.

Das meiste Wasser, das wir täglich verbrauchen, ist nie durch eine deutsche Wasserleitung geflossen. Es wird dort verbraucht, wo es knapp ist: Oft in sonnenreichen Regionen der Erde, die auf künstliche Bewässerung angewiesen sind, um Lebensmittel, Futtermittel oder Baumwolle anzubauen.

Neue T-Shirts und Baumwollhosen müssten eigentlich tropfnass sein, denn für die Produktion von Baumwollkleidung werden Tausende Liter Wasser verbraucht. In jeder Jeans stecken 6000 Liter Wasser – der Großteil davon wird zur Bewässerung der Baumwollfelder benötigt.

6. Wasserverschwender Fleischprodukte:

Noch mehr Wasser ist nötig, um Rindfleisch zu produzieren: Jedes Kilogramm Rindfleisch enthält 15.400 Liter virtuelles Wasser. Diese enorme Menge errechnet sich durch den Wasserverbrauch, der für die Futtermittelproduktion benötigt wird.

Solange der Mais in wasserreichen Ländern wie Deutschland wächst, ist das ökologisch kein Problem. Doch häufig werden Futtermittel wie auch Obst und Gemüse in warmen Ländern produziert, die auf künstliche Bewässerung angewiesen sind. Dabei wird oft mehr Wasser dem Grundwasser entzogen, als über Niederschläge ins Grundwasser gelangt. Die Folge: Die negative Wasserbilanz führt dazu, dass der Grundwasserspiegel langfristig absinkt.

7. Auf regionale Produkte setzen:

Gerade bei Nahrungsmitteln gilt deshalb, dass saisonale und lokal produzierte Lebensmittel in ökologischer Hinsicht Wasser sparender sind, als importierte Lebensmittel aus wasserarmen Regionen. Wer diese globalen Zusammenhänge kennt, lokal bewusst einkauft und die eigene Wasseruhr im Blick behält, kann nicht nur seine Kosten senken, sondern trägt auch dazu bei, die globalen Wasserressourcen zu schonen.


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