Aufreibendes Leben
Adelheid Maul hat nur darauf gewartet. Sie legt sich auf den Rücken und bewegt ihre Knie vorsichtig auf dem Gymnastikball. Für drei Wochen ist die 61-jährige Arthrose-Patientin aus Oberkirch zur Rehabilitation in der orthopädischen Schwarzwaldklinik. Ob Knie oder Hüfte, „überall zwackt’s“, hat die Krankenschwester vor der Bewegungstherapie über sich erzählt, „aber ich musste auch immer viel arbeiten.“
Gerade Ältere spüren, wie sehr das Leben aufreibt. Laut Experten klagt jeder zweite über 60-Jährige über Hüftprobleme, kaputte Knie und Wirbel oder steife Fingergelenke. Nicht nur das Alter fährt in die Glieder. Übergewicht und mangelnde Bewegung gehören erwiesenermaßen zu den größten Gelenkfeinden. Ebenso sind Fehlbelastungen oder Verletzungen Gift für Knie, Hüfte und Wirbelsäule. Experten gehen davon aus, dass auch familiäre Veranlagungen und hormonelle Veränderungen nach den Wechseljahren Einfluss auf die Gelenkgesundheit haben.
„Oft lässt sich die Ursache für Arthrose nicht genau klären“, erläutert der Orthopäde Prof. Joachim Grifka von der Arthrose-Liga, „in vielen Fällen kommen mehrere Faktoren zusammen.“ Auf Dauer zermürbt dieser Druck die Gelenke. „Der Knorpel wird spröde, und Abriebpartikel reizen das Gelenk von innen. Es entzündet sich“, sagt Grifka. Die Zerstörung nimmt ihren Lauf. Anfangs macht sich Gelenkverschleiß nur beim morgentlichen Aufstehen oder bei Belastung bemerkbar, bei fortgeschrittener Arthrose quälen allerdings Knie oder Hüfte sogar auf dem Sofa.