Finanzen: Was im Alter wichtig ist

Erspartes gut anlegen, Risiken abschätzen – die Finanzen im Blick zu behalten ist auch für ältere Semester nicht immer einfach. Wir geben Ihnen hier einen Überblick, worauf es ankommt

von Ingrid Kupczik, aktualisiert am 30.03.2015

Geld ist leider wichtig im Leben – auch im Alter

W&B

In den Ruhestand treten und fortan von sorglos von den wohlverdienten Rentenbezügen leben, ohne sich um Finanzielles kümmern zu müssen – es könnte so schön sein. Doch leider ist das selten der Fall und es bleibt einem auch im Alter nicht erspart, sich mit Geldangelegenheiten auseinanderzusetzen Deshalb sollte jeder seine Rechte und Pflichten kennen. Der richtige Durchblick bei Finanzen, Rente und Steuern schützt vor unliebsamen Überraschungen. Wissen ist wichtig für die finanzielle, aber auch die gefühlte Sicherheit, besonders in höherem Alter.

Wie hoch sind die Einbußen, wenn ich vorzeitig Rente beantrage? Entspricht die in jungen Jahren gewählte Vorsorgestrategie noch der aktuellen Lebensplanung? Stimmt sie mit den gewandelten Lebenszielen noch überein? Neue Zeiten erfordern ein neues Vorsorgekonzept. Jedoch werden die angebotenen Finanzprodukte und -konstrukte immer komplexer, der Laie ist schnell überfordert. Die Finanzkrise von 2008 hat deutlich gemacht, wie wenig sich die Kleinanleger, darunter viele ältere Menschen, ihrer Risiken bewusst und wie wenig sie informiert waren, bevor manche binnen kurzem große Teile ihres Vermögens verloren.


In Finanzfragen ist es schwer, den Durchblick zu behalten

Viele ältere Menschen haben Mühe, sich im Dschungel aus Vorschriften und Gesetzen zurechtzufinden, im Dickicht der vermeintlich richtigen Strategien zur Mehrung von Einkünften und Erspartem den Durchblick zu behalten. Und überhaupt: Finanzen und Rente, Steuern und Recht – das sind doch Themen für die Experten. Oder allenfalls die Sache des Ehegatten. Für manchen erschöpft sich deshalb das Themenspektrum in Verbraucherfragen wie: Kann ich die rote Bluse nach zehn Tagen noch umtauschen? Oder: Wie lange ist Garantie auf dem neuen Rasenmäher? Der Ehepartner kümmert sich unterdessen um die Finanzen, kontrolliert die Kontoeingänge und ärgert sich über die hohen Gebühren, stöhnt über die Nullrunde für Rentner und trifft die großen finanzrelevanten Entscheidungen – eine typische, aber nicht ungefährliche Aufgabenverteilung.

Denn schwierig wird es, wenn die Partnerschaft endet. Dann kommt, nach der Trauer über den Verlust des Partners durch Tod, nach den seelischen Verwerfungen infolge einer Scheidung, die zweite große Schockwelle: Versicherungsrecht, Vermögensabsicherung, Rentenansprüche, Kapitalanlagen, Erbregelung, Unterhalt ... Unzählige Fragen gilt es zu klären. Zu fast allen finanz-, steuer- und rentenrechtlichen Themen wird gute professionelle Hilfe offeriert. Rentenversicherungsträger, Finanzämter, Verbraucherzentralen, Selbsthilfeorganisationen und Interessenverbände bieten zuverlässige Beratung an, die meisten gegen eine nur geringe Gebühr oder sogar kostenlos.

Mit schwierigen Themen rechtzeitig auseinandersetzen

Auch der Buchmarkt hält lohnende Ratgeber-Lektüre bereit, mit welcher sich Wissenslücken schließen und die weitverbreitete Allergie gegen Kleingedrucktes und Konditionen lindern lassen. Am Ende aber steht doch stets die eigene Entscheidung. Bei Gesundheitsfragen wie dieser: Wähle ich das Zahnimplantat oder eine Brücke? Bei Finanzangelegenheiten: Wie lege ich das Geld aus meiner Lebensversicherung klug an? Oder bei Rechtsfragen: Was soll in der Vorsorgevollmacht, was in der Patientenverfügung stehen? Es ist immer sinnvoll, sich mit all diesen Fragen rechtzeitig, in aller Ruhe und ohne den Stress der akuten Situation auseinanderzusetzen.

Die treffenste Erkenntnis zum Thema formulierte einst der irische Schriftsteller Oscar Wilde: "Als ich klein war, glaubte ich, Geld sei das Wichtigste im Leben. Heute, da ich alt bin, weiß ich: Es stimmt."



Bildnachweis: W&B

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