Der dunkle Fleck: Altersbedingte Makuladegeneration (AMD)

Verzerrte Linien, blinde Flecken: Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Augenerkrankung, bei der die Netzhaut beschädigt ist. Sie trifft vor allem ältere Menschen. Heilen kann man sie nicht – aber behandeln

von Raphaela Birkelbach, Petra Haas, Elsbeth Bräuer , 01.10.2018
Sehtest

Die Makula ist der Ort des schärfsten Sehens, genau in der Mitte der Netzhaut. Dank der Sehzellen dort können wir Gesichter, Farben und Details klar erkennen. Ausgerechnet die versagen aber bei der Altersbedingten Makuladegeneration, kurz AMD. Im fortgeschrittenen Stadium sehen die Patienten in der Mitte ihres Sichtfelds ständig einen dunklen Fleck. Wie AMD-Betroffene die Welt erleben, sehen Sie in diesem Video.

Besonders Senioren erkranken häufig an AMD. Ab dem 60. Lebensjahr nimmt das Risiko zu. Wer raucht oder seine Augen oft ungeschützt der UV-Strahlung aussetzt, hat ein besonders hohes Risiko. Aber auch die Gene und die Ernährung spielen eine Rolle. Gefährdet ist außerdem, wer einen hohen Blutdruck hat. 

Wie beuge ich vor?

Mit diesen Tipps kann man der häufigsten Form der AMD vorbeugen:

  • Lichtschutz für die Augen (nur mit Sonnenbrille mit deklariertem UV-Schutz in die Sonne!)
  • nicht rauchen!
  • Übergewicht und Bluthochdruck vermeiden
  • Vitaminreiche Ernährung (viel Gemüse, Obst). Nahrungsergänzungmittel werden nicht allgemein empfohlen - unbedingt mit dem Arzt abstimmen.
Der (viel häufigeren) trockenen AMD, die in eine feuchte AMD übergehen kann, kann man vorbeugen. Das sollte man zuerst erwähnen.
• Lichtschutz für die Augen (nur mit Sonnenbrille mit deklariertem UV-Schutz in die Sonne!)
• nicht rauchen!
• Übergewicht und Bluthochdruck vermeiden
• Vitaminreiche Ernährung (viel Gemüse, Obst: bestimmte Vitamine – C und E – und Zink haben einen protektiven Effekt). Nahrungsergänzungmittel werden nicht allgemein empfohlen, allenfalls bei diagnostizierter trockener AMD, um den Übergang in eine feuchte AMD zu verzögern. Das muss man aber unbedingt mit dem Arzt abstimmen, weil z.B. Beta-Karotin bei Rauchern das Risiko für Lungenkrebs erhöhen kann

Leide ich an AMD? Der Selbsttest

Betroffene bemerken ihre Erkrankung anfangs oft gar nicht. Die AMD kommt ohne Schmerzen daher, die Sehstörung entwickelt sich langsam. Dabei ist es wichtig, sie früh zu erkennen.

Spätestens ab dem Alter von 60 Jahren sollte man die Augen beim Augenarzt überprüfen lassen und in jedem Fall sofort dann, wenn man Sehstörungen bekommt. Weiterhelfen kann auch ein einfacher Selbsttest: der Amsler-Test. 

  • Decken Sie das rechte Auge mit der Hand zu. Wenn Sie eine Lesebrille tragen, bitte nicht abnehmen.
  • Fixieren Sie mit dem linken den Punkt in der Mitte des Rasters – aus 30-40 cm Entfernung.
  • Wiederholen Sie dasselbe mit dem rechten Auge und decken Sie das linke zu. 
  • Wenn Sie verschwommene Stellen sehen, die Kästchen unterschiedlich groß sind oder die Linien verbogen erscheinen, gehen Sie bitte zum Augenarzt.

Heilen kann man die AMD nicht - aber behandeln. Eine Form der Erkrankung lässt sich zum Beispiel durch Medikamente aufhalten, die ins Auge gespritzt werden.

Amsler-Gittertest

Neueste Technik als (Vor-)Lesehilfe

Smartphones bieten diverse Apps mit Vergrößerungs- oder Sprachausgabe-Funktion für Blinde und Sehbehinderte. Besonders nützlich für viele sind Navigations-Apps, die über Standort und Route informieren.
Vergrößerungs-Software für den PC macht Bildschirm, Texte, Bilder, Farben und Kontraste besser erkennbar.
➔ Eine Minikamera, die sich am Brillengestell befestigen lässt, liest Texte und erkennt Gesichter, die sie dann nennt.

Bewährte Hilfen zum (Vor-)Lesen

Lupen gibt es in vielen Ausführungen, auch mit LED-Technik. Digitale Modelle machen ein Standbild, das sich vergrößern lässt.
Lupenbrillen eignen sich etwa zum Nähen oder für die Maniküre. Fernrohrlupenbrillen helfen beim Lesen und Schreiben.
➔ Ein Bildschirmlesegerät kann den Text stark vergrößern -(Zeitung lesen), je nach Modell mit Vorlesegerät kombinierbar.
DAISY-Geräte lesen extra nutzerfreundliche Hörbücher. Zu bestellen: telefonisch, per Post oder online (www.dzb.de).

Den Haushalt meistern

Farberkennungsgeräte sagen auf Tastendruck die Farbe an. Produkterkennungsgeräte lesen Infos vom Strichcode ab.
Sprechende Waagen und andere Geräte mit Sprachausgabe erleichtern die Hausarbeit ebenso wie tastbare Punkte zum Aufkleben an Herd, Mikrowelle oder Bügeleisen.
➔ Wie voll ein Glas ist, zeigt der Füllstandsanzeiger. Praktisch auch der Tropfenzähler, der durch ein akustisches Signal 
die Anzahl von Tropfen wiedergibt, etwa bei flüssiger Arznei.

Assistenten für draußen

Monokulare (Taschenfernrohre) erleichtern 
das Lesen von Straßenschildern und Fahrplänen.
➔ Der weiße Langstock hilft, sich an Bordsteine oder Bahntüren heranzutasten. Der Umgang muss geübt 
werden. Die Kosten für den Stock und ein "Orientierungs- und Mobilitätstraining" trägt die Kasse bei Rezept.
Geldschein- und Unterschriftenschablonen erleichtern das Einkaufen und Behördengänge.

Nachgefragt: Wie kann ich mich als Patient über Hilfsmittel informieren?

Betroffene können sich an Hilfsmittelberater der Landesvereine des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbandes, an Sehhilfenambulanzen und spezialisierte Augenoptiker wenden. Auch Hilfsmittelausstellungen bieten eine gute Gelegenheit. Die Blickpunkt Auge-Berater haben Listen mit entsprechenden Adressen.

Wie weiß ich, welches Hilfsmittel für mich geeignet ist?
Entscheidend sind individuelle Bedürfnisse wie Sehschärfe, Gesichtsfeld, Vergrößerungs- und Lichtbedarf. Man sollte sich fragen: Was will ich erreichen, was wieder selbstständig erledigen? Ganz wichtig: sich vom Profi den Gebrauch zeigen lassen und das Hilfsmittel ausprobieren. Für manche Hilfsmittel ist es sinnvoll, sie dafür einige Tage ausleihen zu können.

Muss ich Hilfsmittel selbst bezahlen?
Bei Hilfsmitteln für den privaten Gebrauch sind die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die ersten Ansprechpartner. Sie übernehmen die Kosten, wenn eine medizinische Notwendigkeit besteht und alle gesetzlichen Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Angelika Ostrowski, Koordination Blickpunkt Auge und patientenorientierte Arbeit beim Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.

In Ruhe nachlesen kann man in der Broschüre "Hilfsmittel und Alltagshilfen für Menschen mit Sehbeeinträchtigungen" - erhältlich gedruckt, als barrierefreies PDF und als Hörversion.


Newsletter abonnieren

Newsletter Senioren Ratgeber

Senioren Ratgeber - Newsletter

Ist die Welt heute besser als vor 20 Jahren?
Zum Ergebnis