Ich pflege

Ich hab mir gedacht, ich schaff das auch allein“

Waltraud LeBrun pflegt ihren demenzkranken Mann nach einem Narkose-Zwischenfall.

Ich pflege...

meinen Mann. Bei ihm wurde ein bösartiger Tumor entdeckt. Nach mehreren Operationen war er wie verändert: nicht mehr sanft wie früher, sondern aggressiv. Mein Sohn ­sagte irgendwann: Wie viele blaue Flecken musst du noch haben?

 

Wir gaben meinen Mann in ein Heim. Anfangs war das gut. Dann kam eine neue Pflegedienstleitung. Es wurden Tabletten verwechselt, mein Mann wurde im Zimmer eingesperrt. Seitdem kümmere ich mich wieder zu Hause um ihn. Mit dem Pflegedienst zusammen geht es ganz gut, auch wenn er mittlerweile schwer dement ist und nicht mehr gehen oder sprechen kann.

Das strengt mich an

Manchmal ist es schwer zu wissen: Der Tag heute wird genauso ablaufen wie der gestern. Ich mochte früher immer gern Abwechslung haben.

Das gibt mir Kraft

Jeden Morgen mache ich Tai-Chi, einmal im Monat unterrichte ich sogar. Die Meditation hilft mir sehr, um runterzukommen. Unser Leben miteinander ist liebevoll. Ich erzähle meinem Mann alles. Ob er es versteht, ist nicht so wichtig.

Mein Tipp für andere

Wichtig ist das soziale Netzwerk. Freunde und Bekannte sagen schon mal: "Komm, ich geh für dich einkaufen." Wir haben ein offenes Haus. Vergangenes Jahr feierten wir in einem Monat sechs Partys.

Protokoll: Elsbeth Bräuer, aktualisiert am 05.06.2019
Waltraud LeBrun:
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Birgit Ruf
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