Blutdruck selbst messen: Eine Anleitung

Ob an Handgelenk oder Oberarm: Mit einem Messgerät kann jeder selbst seinen Gefäßdruck bestimmen. Doch Fehler können die Werte verfälschen. So messen Sie richtig
von Stephan Soutschek, aktualisiert am 13.05.2016

Wichtig beim Blutdruckmessen: Manschette auf Herzhöhe anbringen

W&B/Marcel Weber

Kennen Sie Ihren Blutdruck? Wenn nicht, sollten Sie ihn unbedingt wieder einmal messen. Denn im Alter sind bei rund jedem Zweiten die Werte zu hoch. Viele Betroffene wissen gar nicht, dass sie Bluthochdruck haben. Dieser beginnt bei Werten über 140/90 mmHg. Auf Dauer erhöht er die Wahrscheinlichkeit von gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Hier lesen Sie, wie Sie Schritt für Schritt Ihren Blutdruck selbst messen und typische Fehler dabei vermeiden. Bei erhöhten Werten sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt, welche Behandlungsmaßnahmen sinnvoll sind und welche Zielwerte Sie anstreben sollten.

1. Blutdruckmessgerät richtig anbringen

Das A und O beim Blutdruckmessen: Die Manschette muss auf Herzhöhe am Arm angebracht werden. Sitzt sie zu hoch oder zu niedrig, kann das die Ergebnisse verfälschen. Bei einer Handgelenkmanschette legen Sie den Arm deshalb entsprechend leicht angewinkelt auf eine erhöhte Unterlage. Leichter geht es meist bei einer Oberarmmanschette. Außerdem muss die Manschette direkt auf der Haut aufliegen und zwar so, dass sie einen leichten Druck ausübt.

2. Gönnen Sie sich Ruhe vor dem Messen

Anstrengende Bewegungen, Anspannung und Stress treiben den Blutdruck in die Höhe. Ähnliches gilt für den Genuss von Kaffee, Alkohol oder eine Mahlzeit. Warten Sie danach etwa eine halbe Stunde ab, bevor Sie den Druck kontrollieren. Messen Sie am besten immer im Sitzen und setzen Sie sich davor zur Entspannung fünf Minuten lang ruhig hin.

3. Blutdruck am besten morgens messen

"Der Blutdruck unterliegt im Tagesverlauf natürlichen Schwankungen", erklärt Professor Wolfram Delius, Kardiologe aus München. Morgens ist er in der Regel am höchsten, um im Tagesverlauf zunächst abzusinken und gegen Abend wieder anzusteigen. Bestimmen Sie die Werte deshalb immer möglichst zur gleichen Zeit, um sie besser vergleichen zu können. Vorzugsweise morgens und abends, wenn sie am höchsten sind. Bluthochdruckpatienten sollten in der Früh messen, bevor sie ihre Medikamente einnehmen.

4. Blutdruckwerte dokumentieren

Wenn Sie Ihren Blutdruck zu Hause messen, schreiben Sie die Ergebnisse am besten in ein Notizbuch oder ein Blutdruck-Tagebuch. So können sie langfristige Veränderungen in Ihren Blutdruckwerten besser erkennen. Außerdem können Sie so Ihre Notizen zum Hausarzt mitnehmen und mit diesem besprechen. Manche Blutdruckmessgeräte speichern die Ergebnisse automatisch.

5. An dem Arm messen, an dem es leichter fällt

Die Blutdruckwerte am linken und rechten Arm können voneinander abweichen. Das ist bis zu einem gewissen Grad normal. Erst bei deutlichen Unterschieden (über 10 mmHg) sollte ein Arzt der Sache nachgehen. In der Regel wird empfohlen, an dem Arm zu messen, an dem der Blutdruck höher ist. Laut Herzspezialist Delius ist es aber kein Problem, die Manschette einfach an dem Arm anzulegen, bei dem es einem leichter fällt. Rechtshänder können also am linken Arm messen, und umgekehrt.

6. Im Zweifelsfall Hilfe vom Arzt oder Apotheker holen

Da bei der Blutdruckmessung schon leichte Fehler unter Umständen die Ergebnisse verfälschen, lassen sich Neulinge die richtige Methode am besten von einem Arzt oder Apotheker zeigen. Ein guter Hinweis, dass Sie falsch messen oder das Gerät ungenau arbeitet, sind Abweichungen von deutlich mehr als 10 mmHg zwischen einzelnen Messungen bei einer Handgelenksmanschette. Wenden Sie sich in diesem Fall an einen Arzt. Wichtig ist auch eine fundierte Beratung zur Auswahl des passenden Messgeräts. So muss die Breite der Oberarm-Manschette zum Umfang des Oberarms passen.

Beim richtigen Vorgehen messen Laien nicht ungenauer als ein Fachmann. Im Gegenteil: Manchmal sind die Werte, die ein Arzt misst, leicht zu hoch. Dieses Phänomen heißt auch "Weißkittelhochdruck". Vermutlich bedeutet der Praxisbesuch für manche Patienten Stress, der den Blutruck in die Höhe treibt.


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