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Allein im Heim: Wie Sie in Verbindung bleiben

Wegen der Corona-Pandemie gelten viele Besuchseinschränkungen in den Pflegeheimen. Tipps, wie Sie den Kontakt mit Ihren pflegebedürftigen Angehörigen aufrechterhalten.

von Raphaela Birkelbach, aktualisiert am 11.05.2020
Seniorin schreibt einen Brief

Wer freut sich nicht über ein paar handgeschriebene Zeilen?


Persönliche Post: Schreiben Sie mal wieder

Keine Sorge – das Risiko, dass Sie mit Ihrem Brief oder Ihrer Karte das Virus übertragen, ist sehr gering. Zur Sicherheit sollten Sie sich aber vor dem Anfertigen der Briefe und Päckchen gründlich die Hände waschen.

  • Schreiben Sie Ihrem Angehörigen einen Brief. Gerne auch ausführlich. Je persönlicher Sie über sich berichten, umso weniger einsam fühlt sich der Angesprochene.

  • Sprechen Sie positive Gefühle an, die Sie vielleicht Ihrem Gegenüber noch nie vorher mitgeteilt haben – aber jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt zur Sprache kommen.

  • Es reicht vielleicht auch ein "Gut, dass es dich gibt!" Oder der Verweis auf ein gemeinsames schönes Erlebnis.

  • Sie können dem Brief auch etwas hinzufügen. Etwa Fotos von Ihnen und Ihren Lieben, ein Gedicht vom Lieblingsdichter des Adressaten - oder eine CD von seinem Lieblingsschlagersänger. Etwas Selbstgebasteltes … Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

  • Der Enkel kann auch ein Bild malen oder Ihren Brief mit selbstgestalteten Blümchen bekleben.

  • Sagen Sie es durch die Blume: Schicken Sie Ihrem Angehörigen den Frühling ins Haus – mit einen Strauß Tulpen, Narzissen oder Ranunkeln. Fügen Sie eine nette Karte hinzu.

  • Bald ist Ostern. Warum nicht einfach mal einen Osterhasen auf ein Blatt Papier malen, auf eine Karte kleben, frankieren – und ab die Post ins Heim.

  • Backen Sie einen Kuchen und geben Sie ihn an der Rezeption mit den besten Grüßen für Ihren Verwandten ab.

Elektronische Post: Schneller am Ziel

Ist Ihr pflegebedürftiger Angehöriger auch im Internet unterwegs? Formulieren Sie Ihre Gedanken in einer Mail, fügen Sie im Anhang gemeinsame Fotos oder selbstgemalte Bilder von den (Ur-)Enkeln an. Der Vorteil bei einer Mail: Er kann Ihnen gleich antworten. Auch eine Nachricht per Kurznachricht kommt gut an.

Gemeinsame Post: Zusammen viel bewegen

Manche Vereine oder andere Institutionen rufen derzeit dazu auf, Heimbewohner zu unterstützen und starten Briefaktionen. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde: Gibt es vor Ort vielleicht bereits solche Aktionen?

Denken Sie daran: Das Pflege- und Betreuungspersonal ist jetzt maximal beschäftigt. Ihre Aktion darf es jetzt nicht noch zusätzlich belasten. Suchen Sie mit den Fachkräften vor Ort den besten Weg, wie Ihre Post möglichst ohne großen Aufwand die Adressaten erreicht.

Anrufen: Unterhaltung am Telefon

  • Rufen Sie an, ruhig mehrmals am Tag. Vereinbaren Sie feste Zeiten für das Gespräch. Das strukturiert den Tag des Heimbewohners. Er kann sich auf etwas Schönes freuen.

  • Hat Ihr Angehöriger kein Telefon auf dem Zimmer, hinterlassen Sie Ihre Telefonnummer bei der Rezeption oder Station mit der Bitte um Rückruf. Meldet sich im Laufe des Tages keiner bei Ihnen, erneuern Sie diese Bitte mit dem Hinweis, dass Sie sich sorgen!

  • Falls Sie das nicht schon sowieso schon praktizieren: Fragen Sie im Heim nach, ob und wie es dort vor Ort möglich ist, per Videotelefonie mit dem Bewohner zu sprechen. In einigen Heimen gibt es die Möglichkeit dazu. So können sich alle Beteiligten von Angesicht zu Angesicht sehen.

  • Es gibt spezielle Hotlines für einsame Menschen mit Redebedarf. Ehrenamtliche Helfer sprechen mit ihrem Gegenüber über alltägliche und existentielle Sorgen. Manche Angebote sind kostenlos, bei anderen fällt eine geringe Gebühr an. (Beispiele: www.silbernetz.org; www.ambulante-versorgungsbruecken.de; www.telefonseelsorge.de)

Besuch mit Abstand: Beim Heim vorbeigehen

Vielleicht hat Ihr Angehöriger einen Balkon, von dem aus er mit Ihnen Kontakt aufnehmen kann. Oder ein Fenster, das er aufmachen kann, um Sie zu sehen. Machen Sie einen Spaziergang dahin. Manche Heime haben inzwischen sogar eine Art "Winkefenster" eingerichtet. Wenn Sie in Sichtweite sind: Lächeln Sie Ihren Angehörigen einfach mal wieder an. Rufen Sie ihm etwas Nettes hinüber. Schön, wenn Sie Ihr Enkelkind oder Ihren Hund mit dabei haben.

In manchen Orten organisieren sich ehrenamtliche Helfer, die sich in Sichtweite eines Pflegeheims versammeln. Sie hängen Spruchbänder mit lieben Grüßen auf oder singen vor den Toren des Heims. Fragen Sie bei Ihrer Gemeinde nach, ob es solche Angebote gibt. Vielleicht können Sie auch selbst so eine Aktion auf die Beine stellen? Nur Mut! Es gibt viele Menschen, die wie Sie Kontakt zu den Lieben im Heim halten wollen.


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